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JPMorgan Chase-Aktie: Quartalszahlen belasten nur kurz

JPMorgan Chase-Aktie: Quartalszahlen belasten nur kurz
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Traditionell macht die US-Großbank JPMorgan Chase den Anfang der Berichtssaison. Die Quartalszahlen werden von Anlegern und Analysten deshalb stets besonders beäugt. Die größte Bank in den USA mit Sitz in New York City hat zuletzt die Zahlen zum vierten Quartal und für das Gesamtjahr 2022 veröffentlicht.

Auf den ersten Blick enttäuschten die Jahreszahlen von JPMorgan, weshalb die Aktie nach guter Entwicklung zum Jahresstart am Freitag zunächst um fast fünf Prozent gesunken ist. Auf den zweiten Blick relativierte sich die schlechte Stimmung und das Papier lag wieder im Plus. JPMorgan läutete damit zwar nur einen soliden Start in die Berichtssaison ein, Unternehmen und Aktie sind jedoch gut aufgestellt.

JPMorgan mit ordentlichem Q4 und gemischter Bilanz im Gesamtjahr

Im vierten Quartal könnte JPMorgan Chase beim Umsatz und Gewinn die Erwartungen der Analysten übertreffen. Während der Umsatz um etwa 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 35,6 Milliarden US-Dollar klettern konnte, stieg auch der Gewinn auf gut elf Milliarden Dollar (plus sechs Prozent). Umsatzseitig konnte das Zinsgeschäft überzeugen – die Sparte Investmentbanking hingegen verfehlte die Erwartungen.

Auf das Gesamtjahr bezogen ist Aktionären vor allem eine wichtige Zahl negativ aufgefallen: In 2022 hat JPMorgan Case mit 37,7 Milliarden Dollar etwa 22 Prozent weniger Gewinn gemacht als in 2021. Bei genauerer Betrachtung ist das jedoch vor allem der Risikobewertung geschuldet. In 2021 hat das Unternehmen knapp neun Milliarden Dollar Risikovorsorge aufgelöst, in 2022 wurden 6,4 Milliarden Dollar für Kreditausfälle o.ä. zurückgelegt – ein erheblicher Einmaleffekt.

JPMorgan Chase-Aktie nur kurzfristig auf dem Rückzug

Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen im Herbst 2022 ist die JPMorgan-Aktie innerhalb weniger Wochen um mehr als 20 Prozent geklettert. Ein solcher Boost geht von den gemischten Zahlen in Q4 nicht aus, doch die Richtung stimmt weiterhin. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von etwa sechs Prozent zu Buche und die langfristigen Aussichten von JPMorgan sind mehr als solide.

Da die Großbank zusammen mit anderen Geldhäusern den Auftakt für die Berichtssaison macht, warten Anleger nun gespannt auf weitere Quartals- und Jahreszahlen. Nach dem heutigen Feiertag in den USA (Martin Luther King Day) werden morgen Goldman Sachs und Morgan Stanley in den Fokus der Anleger rücken – und bei außergewöhnlichen Zahlen unter Umständen auch das Papier von JPMorgan mitreißen.