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GoPro-Aktie mit massivem Kursrückgang

Inhaltsverzeichnis

Das Geduldspiel für die GoPro-Anleger geht in die nächste Runde. Daran konnten auch die Zahlen für das dritte Quartal wenig ändern. Wer auf einen Befreiungsschlag gehofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Dabei gab es auch Lichtblicke im Zahlenwerk. Zwar waren die Gesamtumsätze leicht rückläufig, aber der Anteil wiederkehrender Erlöse konnte gesteigert werden. Allerdings rauschte der Quartalsgewinn kräftig in den Keller.

Ein Blick auf den Aktienkurs lässt auch wenig Freude aufkommen. Im aktuell schwierigen Börsenjahr 2022 liegen die GoPro-Papiere knapp über 50% im Minus. Derzeit notiert der Kurs bei rund 5 Dollar. Die Höchstkurse aus dem Jahr 2014 bei über 86 Dollar sind damit in weite Ferne gerückt.

Führender Hersteller von Actionkameras

Bevor ich auf die aktuelle Geschäftsentwicklung eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen erst einmal näher vorstellen. Der US-Konzern startete als reiner Kamerahersteller und bracht im Jahr 2004 die erste GoPro-Kamera (Hero 35mm) auf den Markt. Das Besondere: Die Kameras waren vor allem bei Extremsportlern beliebt. Sie wurden Helmen, Mountainbikes oder Kayaks montiert und lieferten spektakuläre, bis dahin nie dagewesene Aufnahmen in hoher Qualität. GoPro kreierte als „First Mover“ einen komplett neuen Absatzmarkt.

Mittlerweile umfasst das Produktsortiment des Unternehmens neben Kameras auch entsprechendes Zubehör, das teilweise unter dem Label BacPac vertrieben wird. Hierzu zählen Produkte wie Ersatzbatterien, Ladegeräte, Kabel, Beschlagschutzmittel, Rettungsschwimmkörper, Tauchfilter, Video-Transmitter und Mikrofone.

Für den Bereich Bergsteigen offeriert GoPro beispielsweise auch Helme, Führungsrollen, Sturzbügel. Haltegriffe, Dreifuß-Halterungen, Handgelenkschutz und Brustgurte sowie andere Accessoires. Softwarelösungen wie GoPro Studio, das Nutzern ein Tool zum Bearbeiten von Videos bereitstellt, die mit GoPro-Kameras gemacht worden sind, runden das Produktsortiment ab.

Umsatz im dritten Quartal leicht rückläufig

Zuletzt liefen die Geschäfte schleppend: Im dritten Quartal sanken die Umsätze um 4% auf 305 Millionen Dollar. Dabei belastete vor allem die starke Heimatwährung. Ohne Bremseffekte durch den US Dollar wären die Umsätze leicht um 2% gestiegen. Dabei wurden 37% der Umsätze mit dem direkten Verkauf an Endkunden erzielt. Damit konnte der Anteil weiter gesteigert werden (2021: 34%; 2020: 32%). Das ist wichtig für den Konzern, da beim direkten Verkauf ohne Zwischenhändler höhere Gewinnmargen erzielt werden können.

Hoffnung liegt auf wiederkehrenden Erlösen

Aufwärts ging es unterdessen im Bereich Abonnements und Services. In diesem Bereich legten die Umsätze um 48% auf 21 Millionen Dollar zu. Gleichzeitig konnte die Zahl der Abonnenten im Vergleich zum Vorjahr um 55% auf 2,1 Millionen Dollar erhöht werden.

Auch diese Entwicklung ist wichtig: GoPro kämpft weiter mit zunehmendem Wettbewerb, der sich vor allem auf die Preise negativ auswirkt. Daher versucht der Konzern sein Geschäft mit Abo-Dienstleistungen weiter auszubauen, um die Umsätze auf eine breitere Basis zu stellen. Im Rahmen des Abos erhalten Kunden Speicherplatz in der Cloud, speziellen Reparaturservice oder auch bestimmte Rabatte auf Zubehörteile.

Gewinneinbruch verdirbt Anlegern die Laune

Unter dem Strich verzeichnete GoPro allerdings einen deftigen Gewinneinbruch. Der Quartalsgewinn sank von 312 Millionen Dollar im Vorjahr auf noch 18 Millionen Dollar. Laut dem Management ist der Einbruch einer steuerlichen Neubewertung in Höhe von 263 Millionen Dollar zuzuschreiben, von der man im Vorjahr profitieren konnte. Schaut man auf die operative Gewinnmarge vor Sondereffekten, so konnte die Profitabilität hingegen gesteigert werden. Der bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 51% auf 53 Millionen Dollar.

Fazit: Die vorgelegten Zahlen waren leicht besser als von den Analysten erwartet. Trotzdem ist der Aktienkurs massiv gesunken. Momenten sitzt GoPro abzüglich der Verbindlichkeiten auf 205 Millionen Dollar. Damit sind rund 30% des gesamten Börsenwerts (655 Millionen Dollar) durch Cash abgedeckt. Die Analysten sind indes uneins: Von 8 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten lediglich drei zum Kauf der Aktie. Die Kursziele rangieren zwischen 4 und 10 Dollar. Auf Basis der 2023er Schätzungen von 45 Cent je Aktie (Quelle: Seeking Alpha) handelt GoPro derzeit mit dem 11-fachen Kurs-Gewinn-Verhältnis. Das könnte grundsätzlich ein aussichtsreiches Level zum Einstieg sein, wenn die Rückkehr auf einen profitablen Wachstumspfad gelingt.