Chevron: Öl-Gigant und Dividenden-Champion

Goldene Öl-Fässer vor einem Hintergrund mit Finanzcharts und einem steigenden Pfeil.
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Die heutigen Kursschwankungen an der Börse haben Ihnen einmal mehr gezeigt, wie nervös und zugleich reaktionsschnell die Märkte derzeit sind. Nach einer tiefroten Eröffnung – ausgelöst durch wachsende Sorgen über eine mögliche Eskalation im Nahen Osten – drehten die Kurse im Tagesverlauf deutlich ins Plus.

Auslöser für diese Kehrtwende waren Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach es „produktive Gespräche“ zwischen Washington und Teheran gebe und geplante Militärmaßnahmen vorerst verschoben würden. Die Märkte interpretierten dies umgehend als Signal der Deeskalation: Der Ölpreis gab spürbar nach, Risikoaufschläge wurden zurückgenommen und Anleger griffen wieder bei Aktien zu. Besonders zyklische Werte konnten von dieser Stimmungsaufhellung profitieren.

Allerdings bleibt ein entscheidender Unsicherheitsfaktor bestehen: Der Iran selbst dementiert jegliche Verhandlungen mit den USA. Damit basiert die heutige Rally weniger auf bestätigten Fakten als vielmehr auf der Hoffnung auf eine Entspannung der Lage.

Ich möchte Ihnen heute ein Unternehmen vorstellen, das aktuell von den hohen Ölpreisen profitiert und das zudem ein sehr verlässlicher Dividendenzahler ist. Die Rede ist von dem US-amerikanischen Ölkonzern Chevron.

Öl-Gigant Chevron im Porträt

Das Traditionsunternehmen entstand 1879, als John D. Rockefellers legendäre Standard Oil Company zerschlagen werden musste. Heute ist der Öl-Gigant, der weltweit mehr als 43.000 Mitarbeiter beschäftigt, eine Cash- Maschine.

Im vergangenen Jahr verdiente Chevron wegen des niedrigeren Ölpreises zwar weniger, dennoch betrug der Nettogewinn stattliche 12,3 Mrd. US-Dollar. Der operative Cashflow (Mittelzufluss) lag bei 10,8 Mrd. US-Dollar. Davon profitieren auch die Aktionäre. 2025 hat Chevron Dividenden in Höhe von 12,8 Mrd. US-Dollar ausgeschüttet.

Neben dem traditionellen Ölgeschäft setzt das Unternehmen auch auf neue Energieformen. So investiert Chevron seit Jahren massiv in Wasserstoff-Projekte. Bis 2030 will der Konzern 150.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr produzieren.

Ein weiterer noch junger Geschäftsbereich ist „Carbon Capture“, das Abscheiden von CO2. Beim Gorgon-Gasfeld in Australien beispielsweise wurden bereits über 10 Mio. Tonnen CO2 gespeichert. Ziel des Unternehmens ist es, eine neue Infrastrukturindustrie aufzubauen – ähnlich wie Pipelines im Ölgeschäft.

Ebenfalls spannend: 2022 ist Chevron zusammen mit dem Technologiekonzern Alphabet (Google) in das nicht börsennotierte Unternehmen TAE Technologies eingestiegen. TAE gehört zu den größten Hoffnungsträgern im Bereich Kernfusion. Daneben ist Chevron mit Zap Energy an einem weiteren Startup aus diesem Zukunftssegment beteiligt.

38. Dividendenerhöhung in Folge

Ende Januar kündigte Chevron eine weitere Dividendenerhöhung an. Die Quartalsdividende wurde um 4% auf 1,78 US-Dollar je Aktie angehoben. Damit steigt die Ausschüttung in diesem Jahr bereits zum 38. Mal in Folge. Von den regelmäßigen Dividendensteigerungen profitieren die Aktionäre, zu denen auch Börsenlegende Warren Buffett mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway zählt.

Chevron gehört seit vielen Jahren zu den Top-Positionen im Aktienportfolio von Berkshire Hathaway. Im vergangenen Jahr hatte die Beteiligungsgesellschaft ihren Anteil an Chevron von 126,1 auf 130,2 Mio. Aktien weiter ausgebaut.

Wenn auch Sie sich ein paar Chevron-Aktien ins Depot legen wollen, sollten Sie nicht so sehr auf den kurzfristigen Öl-Boom achten, sondern stärker die langfristigen Dividenden-Erhöhungen im Blick haben.