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Booking Holdings – Turnaround gelungen?

Inhaltsverzeichnis

Die Aktie des Buchungsportals Booking Holdings kam zu Coronazeiten ordentlich unter die Räder. Nach guten Zahlen für das erste Halbjahr 2022 nehmen die Papiere wieder Fahrt auf. Ist das von Dauer?

Umsatzwachstum im ersten Halbjahr

Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres steigerte die Buchungsplattform ihre Umsatzerlöse auf rund 6,9 Milliarden US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Nettogewinn erreichte knapp 160 Millionen Dollar, im ersten Halbjahr des vorangegangenen Geschäftsjahres war ein Verlust von mehr als 220 Millionen Dollar zu beklagen.

Eine Halbjahres-Bilanz mit Goldrand also? Mag sein, aber nur auf den ersten Blick. Denn bei genauerem Hinschauen ist der starke Zuwachs bei Umsatz und Gewinn einem sogenannten Basiseffekt geschuldet. Denn im Jahr 2021, zumal in den ersten sechs Monaten, wurde das Geschäft noch stark von der Pandemie und den Lockdowns in Mitleidenschaft gezogen. Die Umsatzerlöse sackten durch, das Unternehmen schrieb Rote Zahlen.

Was bringen die nächsten Jahre?

Herkömmliche Reisebüros inklusive Kataloge auf bedrucktem Papier? Das war gestern, heute buchen Urlauber, Städte- und Geschäftsreisende ihre Trips und längeren Aufenthalte vorzugsweise online. In einem Aufwasch gemeinsam mit Flugtickets, Fahrkarten für die Eisenbahn und auch Mietwagen. Weil die Buchungsplattform Booking all dies im Angebot hat, ergeben sich reichlich Synergie-Effekte und zunehmend auch sogenannte Windfall Profits.

Doch Booking ist weder Platzhirsch noch Alleinunterhalter. So ist Airbnb ein Wettbewerber, der über eine bärenstarke Marke verfügt. Wer in den nächsten Jahren in punkto Marktanteile, Wachstum und Gewinn die Nase vorn hat, lässt sich momentan auch beim besten Willen nicht vorhersagen.

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Die Pandemie hat manches Geschäftsmodell infrage gestellt und nicht wenige Unternehmen an den Rand des Ruins getrieben. Wie kaum eine andere war weltweit die Reise- und Tourismusbranche betroffen. Offenbar gilt hier das bekannte Motto: Only the strong survive! Nach meiner Meinung wird die Booking Holdings voraussichtlich dazugehören.

In der Rückschau auf die vergangenen zehn Jahre können Investoren mehr als nur zufrieden sein. Denn die Booking Aktie (WKN: A2JEXP)  brachte alles in allem einen Gewinn von rund 320 Prozent. Selbstverständlich immer unter der Voraussetzung, dass ein Anleger zwischendurch – bei Korrekturen oder drastischen Kursverlusten – nicht die Nerven verloren hat.

Wie etwa zu Beginn des Jahres 2020, als der Corona-Stress eskalierte. Da stürzten die Papiere gleichsam in Windeseile um fast 50 Prozent ab. Um sich in der darauffolgenden Zeit wieder deutlich zu erholen. Im Februar erreichte die Booking Aktie mit umgerechnet nahezu 2.400 Euro ihr historisches Hoch. Derzeit notiert sie bei etwas weniger als 2.000 Euro. Es besteht also mutmaßlich noch Luft nach oben.

Investoren begehen häufig einen Fehler: Sie machen nämlich um optisch teure Aktien – also solche, die 1.000 Euro oder mehr kosten, einen Riesenbogen. Erfahrene Anleger wissen, dass nicht der absolute Kurs, sondern die Bewertung einer Aktie – gemessen an Kennzahlen wie dem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) und anderen Parametern – entscheidet.

Für einen Technologiewert scheint die Booking Holdings vergleichsweise preiswert, zumindest fair bewertet. So schätzen Analysten für das laufende Geschäftsjahr ein KGV von 29, nach dem hohen und Corona-verursachten KGV von 85 im vorangegangenen Geschäftsjahr. In 2023 soll das Kurs-Gewinn-Verhältnis deutlich auf nur noch 18 sinken. Wer sich demnach jetzt ein paar Stücke ins Depot liegt, dürfte mit Sicht auf die nächsten fünf Jahre nicht allzu viel falsch machen.