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Boeing kämpft mit neuen Rückschlägen

Inhaltsverzeichnis

Boeings Pechsträhne reißt nicht ab. Erst das fast zweijährige Zwangsgrounding aller 737-Max-Maschinen wegen zweier Abstürze, dann der Einbruch der Luftfahrtbranche während der Corona-Pandemie – und neuerdings scheint es wieder Sicherheitsprobleme zu geben.

Absturz und Kontrollverlust – neue Sicherheitslücken bei Boeing-Jets?

Ende März stürzte eine knapp sieben Jahre alte Maschine des Typs 737-800 der Fluggesellschaft China Eastern in bergigem Gelände ab. Die Absturzursache konnte noch nicht ermittelt werden, vieles spricht für einen steilen Sturzflug kurz vor dem Aufprall. Ein Pilotenfehler – oder wieder eine unentdeckte Schwäche in der Maschine selbst? China Eastern gilt als sichere Fluglinie mit guten Wartungsstandards, altersbedingte Materialermüdung scheint als Unfallursache eher unwahrscheinlich.

Ein weiterer Fall beschäftigt derzeit die Ermittler in Frankreich: Dort war es im Endanflug auf den Airport Charles-de-Gaulle in Paris zu einem Kontrollverlust an Bord einer Boeing 777 gekommen. Die Piloten entschieden sich auf einer Höhe von rund 370 Metern, den Landeanflug abzubrechen und durchzustarten. In einem zweiten Versuch gelangte die Maschine dann sicher aufs Rollfeld, doch die französische Luftfahrtbehörde untersucht den Vorfall, der als schwerer Zwischenfall gewertet wird.

Airbus sammelt Aufträge ein

Unterdessen sammelt Boeings härtester Konkurrent, der europäische Hersteller Airbus, einen Auftrag nach dem anderen ein. Vor allem die Kurz- und Mittelstreckenjets aus der A320-Familie sind bei den Airlines sehr beliebt. In den ersten drei Monaten des Jahres hat Airbus insgesamt 142 Maschinen an seine Kunden ausgeliefert, für das Gesamtjahr strebt der deutsch-französische Konzern eine Auslieferung von rund 720 Jets an.

Die Aktien beider Flugzeugbauer haben ein turbulentes Jahr hinter sich, wobei die Airbus Aktie im Vergleich binnen Jahresfrist um 3 Prozent zulegen konnte, während die Boeing Aktie mehr als ein Fünftel an Wert eingebüßt hat. Während Anteilsscheine von Airbus zuletzt für gut 100 Euro zu haben waren, kostete die Boeing Aktie gut 160 Euro oder 175 Dollar.

Analysten bescheinigen beiden Aktien starkes Aufwärtspotenzial

Analysten sehen Gewinnchancen für Anleger bei beiden Herstellern. Die britische Barclays Bank hob ihr Kursziel für Airbus zuletzt von 140 auf 155 Euro an und rät zum Kauf des Papiers. Analysten von JP Morgan und Goldman Sachs bestätigten ihre Kaufempfehlungen und Kursziele bei 170 beziehungsweise 178 Euro.

Mit Blick auf die Boeing Aktie bestätigte die kanadische Bank RBC ihre Kaufempfehlung nebst Kursziel von 265 US-Dollar. JP Morgan bekräftigte zwar die Kaufempfehlung für Aktien des US-Herstellers, reduzierte aber das Kursziel von zuvor 270 auf nur noch 235 US-Dollar.

Boeing: Experten erwarten erneut Verluste im Auftaktquartal

Auswirkungen des Boeing-Absturzes in China halten Analysten nicht für zwangsläufig, aber auch nicht ausgeschlossen – je nachdem, was die Auswertung der Flugschreiber hinsichtlich der Ursachenforschung ergeben. Vorerst aber richtet sich der Blick der Experten auf die anstehende Quartalsbilanz, die für den 27. April erwartet wird.

Analysten rechnen damit, dass Boeing im Auftaktquartal erneut in die Verlustzone gerutscht ist, das Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber deutlich eindämmen konnte. Nach einem Minus von 1,53 US-Dollar je Aktie im vergangenen Jahr rechnen die Analysten nun im Schnitt mit einem Verlust von 0,10 Dollar pro Anteilsschein. Beim Umsatz erwarten Beobachter eine Steigerung um gut 8 Prozent auf im Schnitt 16,5 Milliarden Dollar nach gut 15,2 Milliarden im Vorjahresquartal.

Die Zahlen von Airbus werden erst Anfang Mai erwartet.