Berkshire startet eine Tech-Offensive
Anfang Mai fand – wie jedes Jahr – die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway statt. Erstmals ohne Warren Buffett, der sich Ende 2025 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat.
Seitdem führt sein Nachfolger Greg Abel die Geschicke der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Die aktuellen 13F-Meldungen, in denen die großen US-Investoren offenlegen müssen, welche Aktien sie zum Ende eines Quartals gehalten haben, zeigen: Unter Greg Abel wird Berkshire moderner.
Greg Abel tritt in große Fußstapfen
Warren Buffett, für viele der größte Investor aller Zeiten, hat Kultstatus. Schließlich hat er zahlreiche Aktionäre zu Millionären gemacht. Aus 100 Dollar, die ein Anleger Ende 1964 in Berkshire Hathaway investierte, wurden bis Ende 2025 sage und schreibe 6,1 Mio. Dollar. Im Schnitt ist der Aktienkurs von Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft um 19,8% pro Jahr gestiegen – über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren.
Eine sensationelle Leistung! Die Fußstapfen, in die Greg Abel tritt, könnten kaum größer sein. Schauen wir uns einmal an, welche Veränderungen Abel im ersten Quartal im Aktien-Portfolio vorgenommen hat. Die Umschichtungen zeigen: Abel interpretiert den Value-Ansatz etwas offensiver und setzt verstärkt auf Wachstum.
Abel setzt auf Alphabet
Aus den 13F-Daten geht hervor, dass Berkshire im ersten Quartal insgesamt Aktien im Wert von etwas mehr als 24 Mrd. Dollar verkauft hat. Im Gegenzug wurden rund 16 Mrd. Dollar investiert. Die Cash-Position ist damit weiter angestiegen und lag Ende März bei knapp 400 Mrd. Dollar.
Abel hat kräftig aussortiert und eine ganze Reihe von Positionen komplett glattgestellt, darunter einige bekannte Namen. Verkauft wurden Visa, Mastercard, Amazon, UnitedHealth, Domino’s Pizza, Aon und Pool Corp. Darüber hinaus wurden einige Positionen verkleinert. Unter anderem wurden bei Chevron die Anteile um über ein Drittel reduziert.
Neu aufgenommen hat Abel die Aktie der Fluggesellschaft Delta Air Lines. Verdreifacht wurde die Beteiligung an der New York Times, die erst im Schlussquartal 2025 neu eingegangen wurde. Besonders auffällig war jedoch der starke Ausbau der Beteiligung am Tech-Riesen Alphabet. Die Zahl der A-Aktien wurde verdreifacht, C-Aktien wurden neu aufgenommen. Damit ist die Google-Mutter bereits die siebtgrößte Position im Berkshire-Portfolio.

Quelle: www.aktienscreener.com
Langfristiger Aufwärtstrend pausiert noch
Unter der Führung von Greg Abel, der seit Januar die Verantwortung trägt, agiert Berkshire Hathaway offensichtlich etwas offensiver und setzt stärker auf Wachstum. Beispielsweise durch den Ausbau der Alphabet-Position. Aus meiner Sicht ist das die richtige Entscheidung. Schließlich bieten sich gerade im Technologiesektor durch den KI-Boom besonders gute Wachstumschancen.
Die Aktie von Berkshire Hathaway tut sich nach wie vor schwer und pendelt nun schon seit einem Jahr richtungslos seitwärts. Ich sehe jedoch gute Chancen, dass sich der imposante Aufwärtstrend über kurz oder lang fortsetzt. Ein klares Signal, dass wieder Schwung in die Kursentwicklung kommen könnte, wäre ein Ausbruch über die runde 500-Dollar-Marke. Für langfristig orientierte Anleger bleibt die Berkshire-Aktie ein interessantes Investment.