Berkshire-Aktie nimmt den Aufwärtstrend wieder auf
Sie haben es sicherlich auch mitbekommen: Bereits auf der Hauptversammlung Anfang Mai hatte Warren Buffett seinen Rückzug aus dem operativen Geschäft von Berkshire Hathaway angekündigt. Jetzt rückt der Abschied näher. Zum Jahreswechsel übergibt Buffett das Zepter an seinen Nachfolger Greg Abel.
Vor wenigen Tagen hat sich Warren Buffett in seinem letzten Brief an die Aktionäre an seine Anteilseigner gewandt und dabei seinem Nachfolger den Rücken gestärkt. Das Vertrauen der Anleger scheint zurückzukehren. Die Berkshire-Aktie hat die 200-Tage-Linie zurückerobert.
Zum Jahresende ist für Buffett Schluss
Warren Buffett, für viele der größte Investor aller Zeiten, hat zahlreiche Aktionäre zu Millionären gemacht. Wer Ende der 1960er-Jahre für nur 1.000 Dollar bei Buffetts Beteiligungsgesellschaft eingestiegen ist, verfügt heute über Anteile im Wert von rund 18 Mio. Dollar.
Im Schnitt ist der Buchwert von Warren Buffetts Beteiligungen um annähernd 20% pro Jahr gestiegen. Und das über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahrhundert. Eine sensationelle Leistung! Der S&P 500 kommt inklusive der Dividenden nur auf eine Rendite von knapp 10%.
Zum Jahreswechsel übernimmt Greg Abel die Leitung der Beteiligungsgesellschaft. Der kanadische Manager habe seine Erwartungen übertroffen, so Buffett. „Ich kann mir niemanden vorstellen, dem ich lieber Ihre und meine Ersparnisse anvertrauen würde“, schrieb der 95-Jährige in seinem Brief an die Aktionäre.
Berkshire investiert in Alphabet
In den vergangenen Quartalen war Berkshire Hathaway Netto-Verkäufer. Dies geht aus dem jüngsten Bericht hervor, in dem Großinvestoren in den USA einmal pro Quartal ihre Käufe und Verkäufe offenlegen müssen. Im dritten Quartal ist der Cash-Berg der Beteiligungsgesellschaft auf den neuen Rekordwert von 382 Mrd. Dollar angewachsen. Das sind 31% des gesamten Kapitals.
Ihren Anteil an Apple hat die Beteiligungsgesellschaft weiter reduziert. Demnach hat Berkshire die Zahl der Anteile von 280 auf 238,2 Mio. Aktien gesenkt. Mit einem Wert von 60,7 Mrd. Dollar ist der iPhone-Hersteller jedoch nach wie vor die größte Position im Aktien-Portfolio.
Die bedeutendste Veränderung: Berkshire hat sich an der Google-Mutter Alphabet beteiligt. Mit 17,85 Mio. Aktien im Wert von 4,3 Mrd. Dollar war der Tech-Riese Ende September die zehntgrößte Position im Aktien-Portfolio. Aus meiner Sicht passt dieses Investment sehr gut zu Berkshire. Trotz der zuletzt starken Kursentwicklung ist Alphabet noch halbwegs vernünftig bewertet und verfügt zudem in vielen Bereichen über eine starke Marktposition.

Quelle: www.aktienscreener.com
Langfristiger Aufwärtstrend setzt sich fort
Nach der Ankündigung von Buffetts Abschied hatte die Berkshire-Aktie eine längere Schwächephase durchlaufen und bis zum Korrekturtief im August um bis zu 16% korrigiert. Seitdem hat die Notierung wieder angezogen. Das Vertrauen der Anleger scheint allmählich zurückzukehren.
Nachdem der Aktienkurs längere Zeit im Bereich der 200-Tage-Linie seitwärts gependelt war, gelang zuletzt der nachhaltige Anstieg über den gleitenden Durchschnitt, der den mittelfristigen Trend anzeigt. Dieser verläuft aktuell bei 494 Dollar.
Damit spricht viel für eine Fortsetzung des imposanten langfristigen Aufwärtstrends. Die Chancen stehen gut, dass das Allzeithoch bei 542 Dollar schon bald in Angriff genommen werden kann. Falls Sie in der aktuellen, etwas turbulenteren Börsenphase ein eher defensives Langfristinvestment suchen, ist die Berkshire-Aktie auf jeden Fall ein möglicher Kandidat.