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American Express  – gute Karten an Wall-Street

Inhaltsverzeichnis

Zu den Aktien im Dow Jones-Index, die jüngst besonders gut gelaufen sind, gehört American Express (Amex). Der Kreditkartenkonzern profitiert stark von der neu erwachten Lust auf Geschäfts- und Ferienreisen sowie Freizeitaktivitäten.

Kreditkartenkunden bescheren Amex 30 % mehr Umsatz

Nie zuvor haben die Besitzer von Amex-Karten so viel Geld ausgegeben wie im ersten Halbjahr 2022, speziell im zweiten Quartal. Und das nicht nur in den USA sondern weltweit. Der Wegfall vieler Corona-Beschränkungen hatte, wie es  Amex-Chef Stephan J. Squeri, Ende Juli beschrieben hat, eine „robuste Aufholjagd der globalen Reise- und Unterhaltungsbranche“ zur Folge. Und damit auch der Kreditkartenzahlungen – zumal viele Kunden richtig heiß sind auf die die sogenannten Membership Rewards-Punkte, also auf die Goodies von Cashback Kreditkarten.

Im April überstiegen die Ausgaben für Reisen und Unterhaltung erstmals wieder das Vor-Corona-Niveau. Die Umsätze des Finanzriesen schnellten in diesem Umfeld  im ersten Halbjahr um 30 % auf 25,1 Milliarden Dollar nach oben. Dabei hat das Tempo im Jahresverlauf zugenommen: Im zweiten Quartal allein erzielte American Express  einen Umsatz von 13,4 Milliarden Dollar. Er war damit gut 14 % höher als im ersten Jahresviertel.

Das starke Wachstum resultierte jedoch nicht allein aus den erhöhten Ausgaben der bestehenden Karteninhaber. Vielmehr konnte Amex allein im zweiten Vierteljahr 3,2 Millionen neue Karten ausgeben. Die Kundenbasis hat sich also deutlich verbreitert.

Gewinne hinken wegen Sondereffekten den Umsätzen hinterher

Dass der Gewinn dem Umsatzsprung nicht folgen konnte, liegt vor allem an den Rückstellungen für Kreditausfälle. Im zweiten Quartal des Vorjahres hatte American Express nach dem Wiederanlaufen der Wirtschaft Rückstellungen in Höhe von 606 Millionen Euro aufgelöst, da die Risiken geringer eingeschätzt worden waren. Das hat seinerzeit den Gewinn deutlich steigern helfen.

Im zweiten Vierteljahr 2022 hat der Kreditkartenanbieter dagegen vorsorglich 410 Millionen Euro zurückgestellt. Deshalb ist der Jahresüberschuss mit 1,96 Milliarden Dollar um gut 300 Millionen niedriger als vor Jahresfrist ausgefallen. Berücksichtigt man jedoch die unterschiedlichen Rückstellungen – die Differenz macht gut eine Milliarde Dollar aus – sieht das Bild beim operativen Gewinn schon ganz anders aus.

Nach dem für viele Analysten überraschend starken ersten Halbjahr hat American Express sein Umsatzziel für das Gesamtjahr 2022 deutlich angehoben. Statt bisher 18 bis 20 % Zuwachs erwartet das Management nun ein Plus von 23 bis 25 %.

Aktie legt binnen eines Monats um 16 % zu

Dies generell zunehmenden Reise- und Entertainment-Aktivitäten sowie der optimistische Ausblick haben American Express zu einem Highflyer an der Wall Street werden lassen. Die Aktie hat binnen eines Monats um gut 16 % auf 163 Dollar zugelegt und damit deutlich besser abgeschnitten als der Dow Jones mit knapp 7 % Plus.

Das hat sicher auch Investmentlegende Warren Buffet gefreut. Denn in seiner Holding Berkshire Hathaway ist Amex die Aktie mit dem dritthöchsten Anteil. Die meisten Analysten sehen weiteres Kurspotenzial. Laut der Website von CNBC raten 16 Experten zum Kaufen und 12 zum Halten. Nur einer sieht eine Underperformance. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 180 Dollar.