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Ebay mit blauem Auge davongekommen

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Onlinehandelsplattformen zählten zweifelsohne zu den größten Gewinnern in der Pandemie. Wer zuhause blieb und zudem Ausgaben für Reisen, Restaurant- oder Kinobesuche sparte, ließ sich nicht selten zu einer ausgiebigen digitalen Shoppingtour hinreißen.

Sinkende Kaufkraft trifft Onlinehändler

In diesem Jahr ist davon allerdings nur noch wenig zu spüren. Das liegt zum einen wohl daran, dass seit dem Frühjahr die meisten pandemiebedingten Einschränkungen entfallen sind und der Gang in die Innenstädte wieder einfacher möglich geworden ist.

Zum anderen aber, und das dürfte der weitaus einflussreichere Faktor sein: Die höchsten Inflationsraten seit mehr als 4 Jahrzehnten schnüren die Kaufkraft privater Haushalte ab. Weil vor allem Lebensmittelpreise und Energiekosten gestiegen sind, bleibt wenig Geld zum Shoppen übrig.

Ebay mit Umsatz- und Gewinnrückgang

Das bekommen auch die großen Onlinehändler zu spüren, die eine Plattform für private und gewerbliche Drittanbieter zum Vertrieb bereitstellen. So verzeichnete Ebay im zurückliegenden Quartal einen Umsatzeinbruch um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf nur noch rund 2,4 Milliarden US-Dollar. Der Gewinnrückgang fiel mit 7 Prozent sogar noch deutlicher aus, der bereinigte Gewinn belief sich auf 552 Millionen Dollar. Auch die Nutzerzahlen insgesamt entwickelten sich rückläufig.

Dass die Ebay Aktie nach Vorlage derart schwacher Zahlen dennoch kräftig zulegen konnte, liegt vor allem daran, dass Beobachter ein noch verheerenderes Ergebnis befürchtet und erwartet hatten. Um zeitweise 10 Prozent schoss die Ebay Aktie in die Höhe nachdem klar war, dass die Kalifornier mit einem einigermaßen verkraftbaren blauen Auge davongekommen waren.

Weihnachtsgeschäft bietet kaum Hoffnung auf Verbesserung

Der Ausblick gibt jedoch nur wenig Anlass zum Optimismus. So rechnet Ebay auch im Schlussquartal nur mit geringfügigen Umsatzverbesserungen, die Erlöse sollen sich nach Einschätzung des Unternehmens zwischen 2,4 und 2,5 Milliarden Dollar bewegen und somit das Niveau vom 3. Quartal kaum übersteigen. Das ist insofern bemerkenswert, als das Schlussquartal mit den Rabattaktionen rund um den Black Friday und dem Weihnachtsgeschäft normalerweise deutlich stärker abschneidet.

Doch Ebay ist mit seinen trüben Aussichten nicht allein. Auch Konkurrent Amazon befürchtet in diesem Jahr ein eher maues Weihnachtsgeschäft. Mit einer Umsatzprognose zwischen 140 und 148 Milliarden Dollar blieb Amazon weit hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die Aktie brach infolgedessen um zeitweise 20 Prozentpunkte ein. Im 3. Quartal hatte Amazon Umsätze von gut 127 Milliarden Dollar erwirtschaftet und einen Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar verbucht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte damit der Umsatz zwar um 15 Prozent zulegen, der Gewinn entwickelte sich hier jedoch bereits rückläufig.

Anleger hatten im bisherigen Jahresverlauf wenig Freude an ihren Investments in Ebay oder Amazon Aktien: Die Ebay Aktie verbrannte seit Anfang Januar etwa ein Drittel des Kapitals, bei Amazon fiel der Kurseinbruch mit rund 40 Prozent sogar noch dramatischer aus.