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Amazon-Aktie: Lassen Sie sich von diesem optischen Trick nicht in die Irre führen

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Sprit, Lebensmittel, Ersatzteile – alles wird teurer. Nur die Amazon-Aktie nicht. Letzten Freitag ging Amazon mit 2.447 US$ aus dem Handel. Und plötzlich notiert die Aktie bei 123 US$. Ist das nicht toll! Da können Sie doch glatt mal ein paar Stück ordern, wo die Aktie des weltweit größten Online-Versandhändlers jetzt so schön billig aussieht.

„Endlich kann ich einsteigen“

Wer so argumentiert, hat die einfachsten Grundregeln der Börse und der Mathematik nicht verstanden. Das Wall Street Journal zitiert zum Beispiel Anleger, die jetzt endlich die Chance hätte, „eine Kernposition an diesem Unternehmen für mein Depot aufzubauen.“ Tatsächlich hat Unternehmen den ersten Aktiensplit seit 1999 durchgeführt, und zwar einen Split von 20:1.

Ein Aktiensplit ändert nichts an der Bewertung

Das bedeutet: Für eine alte Aktie bekommen Sie 20 neue Aktien. Dabei teilt sich der Aktienkurs durch 20. An der Bewertung ändert das aber nichts. Denn entsprechend wird auch der Gewinn je Aktie durch 20 geteilt. Auf Basis der Gewinnschätzung für 2023 wird Amazon mit einem KGV von 44 bewertet. Das aktuelle KGV liegt sogar bei 148 US$. Sorry, aber das nicht nun wirklich kein Schnäppchen. Hinzu kommt: Amazon hat in der laufenden Korrektur jetzt auch den 5-jährigen Aufwärtstrend gebrochen.

Erstaunliche Analysten-Einschätzung

Umso erstaunlicher ist das Urteil de Analysten. Laut Wall Street Journal empfehlen 47 von 51 Analysten Amazon zu kaufen bzw. aufzustocken, zwei raten zum Halten und zwei Analysten finden einen Verkauf besser. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt übrigens bei 175 US$, das höchste bei 212 US$.

Fazit: Wer einen Aktiensplit als Basis für seine Kaufentscheidung nimmt, hat nichts verstanden. So kann es sein, dass eine 200-US$-Aktie sogar deutlich niedriger bewertet ist als eine 20-US$-Aktie. Entscheidend ist die Bewertung.