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Alcoa – Quartalszahlen bestätigen hohe Analysten-Erwartungen nur zum Teil

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Von den bekannten Rohstoff-Engpässen in der Industrie ist Aluminium besonders stark betroffen. Die Quartalszahlen hinterlassen bei Investoren gemischte Gefühle.

Aluminiumpreis schnellte Anfang März nach oben

In den letzten beiden Jahren sorgten vor allem die pandemiebedingten Beschränkungen speziell in China für Aluminiummangel und stark steigende Preise. Anfang März ließ der Ukraine-Krieg den Aluminiumpreis auf einen Rekordstand hochschnellen. Seitdem ging es wieder um etwa 20 Prozent nach unten. Denn der russische Rusal-Konzern, zweitgrößter Aluminiumhersteller der Welt, ist stark von den westlichen Sanktionen betroffen und hat deshalb Probleme, an größere Mengen des Aluminium-Rohmaterials Bauxit zu kommen.

Zu den wichtigsten Bauxit-Lieferanten zählen nämlich Australien (das ein Exportverbot verhängt hat) und die Ukraine. Ein Profiteur dieser Lage ist der US-Konzern Alcoa, der ebenfalls zu den weltgrößten Aluminiumherstellern gehört. Seit Beginn der Pandemie konnte Alcoa seinen Aktienkurs ausgehend vom Tiefstand bei unter 6 Euro Ende März 2020 innerhalb von zwei Jahren auf zuletzt über 80 Euro vervielfachen.

Gewinn überrascht positiv, Umsatz negativ

Dementsprechend hoch waren die Erwartungen der Analysten an die Alcoa-Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2022 – Erwartungen, die nur teilweise erfüllt wurden. Negativ aufgenommen wurde an den Märkten die Umsatzentwicklung von Alcoa. Zwar konnte der Umsatz in Q1 gegenüber dem Vorjahr um beinahe 15 Prozent auf 3,29 Milliarden US-Dollar gesteigert werden, Branchenexperten hatten aber im Schnitt mit bis zu 3,5 Milliarden Dollar gerechnet.

Wichtigster Grund für das Verfehlen dieses Werts sind Lieferkettenprobleme, die sich stärker als gedacht auswirkten. Dafür lag der Gewinn je Aktie mit 3,06 Dollar nicht nur weit über dem des Vorjahres von 0,79 Dollar, sondern auch über den von den Analysten erwarteten 2,88 Dollar.

Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) ohne Sondereinflüsse stieg gegenüber dem Vorquartal vor allem wegen der höheren Aluminiumpreise um rund 20 Prozent auf 1,07 Milliarden Dollar. Das bedeutet mehr als eine Verdoppelung gegenüber den 0,52 Milliarden Dollar des Vorjahresquartals und ist außerdem ein Rekordwert in der Geschichte des Unternehmens.

Stabiler Ausblick trotz vielfältiger Unsicherheiten

Am 2. März 2022 verkündete Alcoa, wegen des Ukraine-Kriegs keine Geschäfte mehr mit russischen Unternehmen zu machen. Seitdem wird an der Umstellung der Bezugsquellen gearbeitet, die sich laut Management nicht signifikant finanziell auswirken soll. Zwar passt Alcoa die Prognose für die Bauxit-Lieferungen leicht nach unten an, rechnet aber mit einer unveränderten Menge an Aluminiumlieferungen.

Das Management erwartet für den Rest des Geschäftsjahres 2022 weiter steigende Aluminiumpreise, deren positive Auswirkungen aber durch höhere Energie- und Rohstoffkosten limitiert werden dürften. Zudem dämpft nach Ansicht von CEO Roy Harvey die generelle Unsicherheit wegen der steigenden Inflation, des Ukraine-Kriegs und der in China wieder aufflammenden Corona-Pandemie die Nachfrage nach Aluminium.

Der Aktienkurs von Alcoa reagiert auf die auf hohem Niveau leicht enttäuschenden Quartalszahlen im Vormittagsgeschäft mit einem recht deutlichen Abschlag von rund 4 Prozent auf etwa 75 Euro. Allerdings hielten sich die Verluste damit im Rahmen der gnerell nachgebenden Notierungen der großen Rohstoffkonzerne.