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Adobe: Teure Figma-Übernahme schwächt Aktienkurs

Inhaltsverzeichnis

Bei Betrachtung der vergangenen Woche fiel neben der Gewinnwarnung von FedEX vor allem die Nachrichtenlage bei der Softwareschmiede Adobe ins Auge.

Da konnte man für das Q3 noch richtig gute Zahlen vermelden, Rekordumsatz von 4,43 Mrd. Dollar, Umsatzwachstum 13 %, eine Bruttomarge von 87,6% und trotzdem schmierte die Aktie ganz gewaltig ab.

Was war geschehen?

Zeitgleich mit der Veröffentlichung des Zahlenwerks, gab das Unternehmen aus Delaware auch noch bekannt, das auf Softwaretools zum Erstellen von Webdesigns spezialisierte Unternehmen FIGMA übernehmen zu wollen.

So weit so gut, bis auf den Preis, denn der soll 20 Mrd. Dollar betragen, geteilt in Bargeld und Aktien. Das wiederum kam bei den Aktionären wohl nicht so richtig gut an, erzielte Figma doch im vergangenen Jahr gerade mal einen Umsatz von 400 Mio. Dollar und Adobe zahlt jetzt das 50-fache als Kaufpreis, nachdem das Unternehmen allerdings 2020 gerade mal auf 2 Mrd. Dollar und 2021 auf 10 Mrd. Dollar geschätzt wurde.

Man muss den Plan im Großen und Ganzen betrachten

Nun muss allerdings zugutegehalten werden, dass Figma zumindest einige prominente Großkunden mitbringt, wie Airbnb, Google, Spotify, Netflix und Twitter. Diese Bestandskunden bescheren der Company zumindest einen positiv operativen Cashflow bei einer Bruttomarge von 90%.

So muss man wohl hier den Plan hinter dem Plan berücksichtigen und verstehen. Adobe geht es bei der Übernahme natürlich um die Zukunftsperspektiven für den Bereich der kollaborativen Design- Plattformen wie auch der Unterstützung und Stärkung der eigenen Cloud Plattform.

Zudem der Markt für Figma und seine Lösungen bis zum Jahr 2025 mit einem Wert von 16,5 Mrd. Dollar geschätzt und taxiert werden.

Analysten senken die Daumen, raten aber nicht zum Verkauf

Somit also sicherlich interessante Zukunftsaussichten, auch wenn die Übernahme in der Tat als teuer zu bezeichnen ist. Eine Einschätzung, die auch von zahlreichen Analystenhäusern genauso gesehen wird, zudem natürlich noch erschwerend hinzukommt, dass sich der Kauf negativ auf den Gewinn bei Adobe niederschlagen könnte und das Gewinnwachstum für 2023 eher in Grenzen verlaufen sollte.

Verständlich also, dass zahlreiche Analystenhäuser nach Bekanntgabe der Übernahme in erster Reaktion die Daumen und Kursziele senkten, allerdings keine Verkaufsempfehlung abgaben!

So viele Übernahmen hat der Konzern bereits abgeschlossen

Wenn man jetzt mal auf Adobe und die Vergangenheit schaut, dann hat der Konzern seit 1990 über 55 Übernahmen getätigt, die vor allem in den Bereichen Content in Schrift, Video und Sprache gerichtet waren, um so praktisch ein eigens Ökosystem aufzubauen.

Die Nachfrage an Softwarelösungen durch Blogger, Influencer und Agenturen wurden in den letzten Jahren immer größer und Adobe war eines der ersten Unternehmen welches bereits 2013 von Lizenzen zu Abonnements umstellten und im Nachgang mit dieser Strategie den richtigen Riecher bewiesen haben.

Übertriebene Kursreaktion

Bei Betrachtung der Aktie, hat sich diese in 10 Jahren ordentlich nach oben katapultiert, von 24,42 Euro auf im Hoch bei 615,20 Euro im November 2021. Der Ausverkauf von letzter Woche ließ die Papiere schließlich am Freitag bei 293,90 Euro schließen. Allein die Verkaufswelle der Aktionäre nach der Übernahmenachricht hat ADOBE einen Börsenwert von 29 Mrd. Dollar gekostet, eine Reaktion die als durchaus übertrieben gewertet werden kann.

Sollten sich also die Pläne und Ideen zur Übernahme in den nächsten Jahren als positiv beweisen, hätte Adobe auch hier wieder die richtige Nase gehabt und die Aktionäre zu Unrecht die Papiere auf den Markt geworfen. Was jedoch ohnehin angesichts der Marktstellung und der guten Perspektiven der Fall ist.

Nur wer wirklich nach einem schlechten Omen sucht, wird im Unternehmensnamen Figma auch das englische Wort „figment“ (Spinnerei) entdecken, aber das zu unterstellen wäre wohl ein wenig übertrieben und den Plänen von Adobe sicherlich nicht entsprechend.

Hoffen wir diese Woche auf keine weiteren solcher Ereignisse.