Twitter: Warum der Vogel nicht mehr so gut fliegt

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Das Symbol von Twitter kennen Sie. Der Vogel von Twitter ist aber regelrecht abgestürzt und hat jetzt enorme Schwierigkeiten, wieder richtig durch zu Starten. In der Spitze stand Twitter kurz nach dem Börsengang vor vier Jahren bei 73,31 US$ und sank bis auf 14 US$ im vergangenen Jahr.

Jack Dorsey und Biz Stone, die beiden Gründer von Twitter, sind jetzt wieder an Board und wollen ihr Unternehmen wieder zum Fliegen bringen.

Mehr Nutzer, weniger Umsatz

Die Quartals Zahlen von Twitter fielen deutlich besser aus als zunächst erwartet. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg stärker, als in den vergangenen Quartalen. Weltweit wuchs der Kurznachrichtendienst im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6% auf 328 Millionen Nutzer.

Auch bei den täglichen Nutzern legte Twitter deutlich zu, hier stieg die Zahl um rund 14%.

Das Problem ist aber: Trotz des Nutzerwachstums ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8% auf 548 Mio. US$ gesunken.

Neue Ideen: 24 Stunden Nachrichtenstream

Um Twitter-Seiten interessanter zu machen, schloss Twitter eine Menge Verträge im Sport-, Nachrichten- und Entertainment-Bereich ab. So können jetzt zum Beispiel Baseball-Spiele der MLB, ein 24-Stunden Nachrichtenstream von Bloomberg oder Sendungen von Live Nation übertragen werden.

Dieses Angebot beschränkt sich jedoch zur Zeit nur auf die USA. Ähnliche Kooperationen soll es auch in Europa geben. Anleger und Chefs von Twitter müssen hoffen, dass diese Idee funktionieren und damit mehr Nutzer für sich gewinnen kann. Sonst wird der Twitter-Vogel wohl kaum abheben.

Die neuen Ideen sind allerdings nicht sonderlich originell.

Eindeutiges Analysten-Urteil: Verkaufen

Das Analysten-Urteil ist jedenfalls eindeutig: Von 38 Analysten, welche Twitter verfolgen, stufen lediglich vier die Aktie als Kauf, 11 raten zum Verkauf, drei meinen untergewichten, was einem Verkaufsrating gleichkommt.

Interessant auch: Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt bei 15,20 US$. Das hat Twitter schon erreicht. Das höchste Kursziel liegt übrigens bei 25 US$ – eine einsame Analysten-Meinung.

Gewinnabsturz von -31%

Denn die Börsenbewertung ist alles andere als günstig. Zwar ist Twitter der Sprung in die Gewinnzone gelungen, das KGV ist auf Basis der Gewinnschätzung für 2018 mit über 47 einfach zu hoch. Das kann sich ein Branchenführer wie Amazon erlauben.

Aber Twitter ist eben nicht Branchenführer, auch wenn das Unternehmen täglich durch die Twitter-Botschaften von Trump in den Medien ist.

Im Vergleich zu 2016 sind Umsatz und Gewinn sogar rückläufig. Der Gewinn pro Aktie lag 2016 bei 0,57 US$, im nächsten Jahr werden aber mit 0,57 US$ über -31% weniger erwartet. Das sind nicht gerade die besten Kaufargumente.