TKMS Aktie: Südkoreanische Attacke auf Milliarden-Auftrag

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Während die operative Entwicklung beim frisch börsennotierten Marineschiffbauer TKMS weiterhin solide verläuft, sorgt ein aggressiver Vorstoß der Konkurrenz aus Fernost für Unruhe im Vorfeld der Hauptversammlung. Die TKMS Aktie, die sich seit dem Börsengang im Oktober 2025 stark entwickelt hatte, konsolidiert aktuell auf hohem Niveau.

Kampf um Kanada: Hanwha Ocean setzt TKMS unter Druck

Das dominierende Thema auf den Fluren der anstehenden Hauptversammlung ist weniger der solide Quartalsbericht, sondern die geopolitische Gemengelage um das „Canadian Patrol Submarine Project“. Wie aus Regierungskreisen in Ottawa verlautet, hat das südkoreanische Konsortium um Hanwha Ocean seine Bemühungen massiv intensiviert, den Zuschlag für den Ersatz der veralteten Victoria-Klasse-U-Boote zu erhalten.

Für TKMS steht viel auf dem Spiel: Das Auftragsvolumen dürfte riesig ausfallen. Die Südkoreaner werben aggressiv mit einem Zeitvorteil und versprechen eine Auslieferung der ersten Einheiten bis zu zwei Jahre früher als die europäischen Wettbewerber. Diese Nachricht belastete den Kurs in den letzten Handelstagen spürbar (die TKMS Aktie notiert aktuell bei knapp 94 Euro), da Anleger eine Verwässerung der sicher geglaubten Marktposition bei konventionellen U-Booten fürchten.

Operative Lichtblicke: „BlueWhale“ und Margen-Disziplin

Ungeachtet der Vertriebssorgen liefert TKMS operativ ab. Ein wichtiger Meilenstein für die technologische Zukunftsfähigkeit wurde gestern (25.02.2026) in Eckernförde erreicht: Die offizielle Übergabe des autonomen Unterwasserfahrzeugs (AUV) „BlueWhale“ an die Deutsche Marine. Das System, entwickelt in Kooperation mit IAI und der TKMS-Tochter Atlas Elektronik, unterstreicht die Transformation vom reinen Stahlbauer zum Systemhaus für maritime Datenhoheit.

Auch die Zahlen für das erste Quartal 2025/2026 (Stichtag 11.02.2026) bestätigen den Kurs der Verselbstständigung. Mit einem Umsatz von 545 Mio. EUR und einem bereinigten EBIT von 26 Mio. EUR liegt die Marge in einem für den Schiffbau robusten Bereich. Die „Zeitenwende“ in der deutschen Verteidigungspolitik schlägt sich zunehmend in abgerechneten Umsätzen nieder, nicht mehr nur im Auftragsbestand.

Sondereinflüsse und Dividendenfantasie

Die Struktur des Unternehmens als AG & Co. KGaA bietet dem Management zwar Schutz vor feindlichen Übernahmen, rückt aber die Kapitaleffizienz in den Fokus institutioneller Investoren. Positiv wird am Markt die klare Kommunikation zur Gewinnverwendung aufgenommen: Ab dem Geschäftsjahr 2025/2026 plant TKMS eine Ausschüttungsquote von 30 bis 50 Prozent. Für einkommensorientierte Anleger, die den Sektor bisher oft als reine Wachstumsstory ohne Cash-Flow-Rückfluss sahen, ist dies ein wichtiges Signal der Reife.

Gleichzeitig bleibt der Konsolidierungsdruck hoch. Das unverbindliche Übernahmeangebot für die benachbarte German Naval Yards Kiel (GNYK) zeigt, dass CEO Oliver Burkhard die „Europa-Konsolidierung“ notfalls im eigenen Vorgarten beginnt, um Skaleneffekte gegen die Konkurrenz aus Asien zu heben.

Fazit für Anleger der TKMS Aktie

Die TKMS-Aktie befindet sich in einer spannenden Bewährungsprobe nach dem erfolgreichen Börsendebüt.

  • Chancen: Die fundamentale Bewertung ist angesichts der gefüllten Auftragsbücher und der beginnenden Dividendenpolitik moderat. Gelingt die Integration von Atlas Elektronik in neue autonome Systeme wie „BlueWhale“, erschließt TKMS hochmargige Service-Umsätze jenseits des reinen Plattformbaus.
  • Risiken: Der „Korea-Faktor“ darf nicht unterschätzt werden. Sollte Kanada sich gegen das deutsche Design entscheiden, droht eine Neubewertung der langfristigen Wachstumskurve. Zudem bleibt die Lieferkette für Spezialstahl und Elektronik ein Inflationstreiber.

TKMS Aktie, Quelle: https://aktienscreener.com/

Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.