+++ GRATIS Online-Sendung: Money Movement - Der neue Börsenstammtisch für Anleger | am 06.02., 18 Uhr +++

TCS – Indischer Softwareriese wächst weltweit kräftig

Inhaltsverzeichnis

Der weltweit tätige indische Software- und Unternehmensberatungs-Riese Tata Consultancy Services (TCS) hat in den letzten drei Monaten 2022 seinen Wachstumskurs mit gebremstem Tempo fortgesetzt und Umsatz und Gewinn weiter gesteigert.

Finanzsektor ist die wichtigste Kundengruppe

TCS ist vor allem als Beratungs- und Softwarespezialist in der Finanzbranche tätig, hat aber auch zahlreiche Kunden in anderen Sektoren. Banken und Versicherungsunternehmen zählen zu den wichtigsten Kundengruppen, wobei das Wachstum außerhalb Indiens besonders stark in den USA und Großbritannien ausfällt.

Die im Bombay notierte Aktie hat in den letzten zwölf Monaten unter deutlichen Schwankungen seitwärts tendiert, zuvor aber kräftig zugelegt und nach dem Corona-Crash vom März 2020 den Kurs zeitweise mehr als verdoppeln können.

Im Dreimonatszeitraum von Anfang September 2022 – dem dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2023 – haben die Umsätze die Analystenerwartungen merklich übertroffen, die Gewinne dagegen blieben unter den Schätzungen. Aber der Reihe nach.

Starkes Wachstum in Nordamerika und Großbritannien

In Indischen Rupien (INR) sind die Erlöse von Tata Consultancy Services um 13,5 % geklettert, in US-Dollar um 8,4 % auf 7,08 Milliarden Dollar. Im Marktkonsens hatten die Experten einen Umsatz von 6,97 Milliarden Dollar prognostiziert. Besonders deutlich zugelegt hat das Geschäft in Nordamerika und Großbritannien mit einem Wachstum von 15,4% sowie in Lateinamerika mit 14,5%. In Kontinentaleuropa nahmen die Erlöse um 9,7% und in Indien um 9,1% zu und damit wesentlich schwächer.

Von den Branchen sticht das hohe Expansionstempo im Einzelhandel mit 18,7% und im Gesundheitswesen mit 14,4% hervor. Angetrieben wurde das Wachstum insbesondere von der starken Nachfrage nach Cloud-Lösungen und Datensicherheit.

Gewinnmarge wegen hoher Personalkosten unter Druck

Nicht so gut sah es mit den Gewinnen im traditionell schwächsten Quartal des Jahres aus. Die Software- und Beratungsbranche leidet seit längerem unter einem erheblichen Margendruck, hervorgerufen auch durch massiv steigende Personalaufwendungen. Entsprechend ging die operative Umsatzmarge  im Vorjahresvergleich um 0,5 Prozentpunkte auf 24,5% zurück.

Gegenüber dem Vorquartal gab es jedoch eine Verbesserung um 0,5 Prozentpunkte. TCS steuerte zwar mit einem Personalabbau den Kostensteigerungen entgegen; allerdings nahm die Zahl der Mitarbeiter nur um rund 2200 auf knapp 614 000 aus 153 verschiedenen Ländern ab.

Ergebnis je Aktie klettert nur minimal

Dank des Umsatzwachstums erreichte der operative Gewinn dennoch mit 1,74 Milliarden Dollar einen neuen Rekord und war 6,7% höher als ein Jahr zuvor. Das Nettoeinkommen kletterte dagegen nur um 1,2% auf 1,32 Milliarden Dollar. Entsprechend ging es auch beim Ergebnis je Aktie mit 36 Cents nur um einen Cent nach oben. Die Anleger erhalten eine Quartalsdividende von 75 Rupien pro Aktie. Record Day ist der 17.1., Ausschüttungstag der 3.2.2023.

TCS hat seine  Quartalszahlen erst nach dem Börsenschluss in Bombay veröffentlicht. In Handel zuvor hatte die Aktie unter hohen Umsätzen um 3,4 % auf rund 3320 Rupien zugelegt.