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SUSE – mittelfristig weniger Wachstum

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Dem Nürnberger Softwareunternehmen SUSE Software Solutions Germany, kurz SUSE, ist es im Abschlussquartal des schwierigen Geschäftsjahres 2022 gelungen, seine Verluste stark zu reduzieren. Gleichzeitig werden jedoch die mittelfristigen Umsatzziele gekappt, was die Aktie nach unten zieht.

Auftragswerte steigen wieder

Nachdem SUSE im dritten Quartal einen Rückgang des Auftragswerts hinnehmen musste, konnte der auf LINUX-Software spezialisierte SDAX-Konzern im am 30. Oktober 2022 beendeten vierten Quartal den Orderwert im Vorjahresvergleich wieder um 11 Prozent auf 138,3 Millionen US-Dollar steigern. Währungsbereinigt ergibt sich sogar ein Plus von 16 Prozent. Im gesamten Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich der Bestelleingang um 9 Prozent (währungsbereinigt 13 Prozent) auf 535,9 Millionen Dollar.

Gut lief es im vierten Quartal vor allem in den Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika sowie Nordamerika mit zweistelligen Wachstumsraten, während die Aufträge in den Bereichen Asien-Pazifik und Japan sowie Großchina leicht rückläufig waren.

Der Auftragswert bei den Kernprodukten verbesserte sich im vierten Quartal um 4 Prozent auf 102,4 Millionen Dollar, im Gesamtjahr ging es um 6 Prozent auf 429,1 Millionen Dollar nach oben. Erheblich dynamischer entwickelte sich das Geschäft mit den aufstrebenden Produkten, deren Auftragswert im vierten Quartal um 37 Prozent auf 35,9 Millionen Dollar anzog und im Gesamtjahr um 26 Prozent auf 106,8 Millionen Dollar.

Umsatz und operativer Gewinn legen zu

Beim bereinigten Umsatz hat sich SUSE im vierten Quartal, wie bereits im November in den vorläufigen Zahlen ermittelt, um 11 Prozent auf 170,3 Millionen Dollar verbessert. Im Gesamtjahr stieg der bereinigte Umsatz um 14 Prozent auf 657,8 Millionen Dollar. Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) machte im Abschlussquartal sogar einen Sprung um 37 Prozent auf 65,9 Millionen Dollar, von dem währungsbereinigt allerdings nur noch 17 Prozent übrigbleiben.

Im gesamten Geschäftsjahr 2022 betrug das Plus 14 Prozent (währungsbereinigt 8 Prozent) auf 241,9 Millionen Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum als Folge von Kostensenkungen kräftig von 31 auf 39 Prozent, im Gesamtjahr blieb sie stabil bei 37 Prozent.

Unter dem Strich schloss SUSE das vierte Quartal mit einem Mini-Verlust von 0,1 Millionen Dollar ab (nach minus 37,6 Millionen Dollar im Vorjahr), im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Verlust von 39,5 Millionen Dollar angesammelt. Gegenüber minus 207,6 Millionen Dollar im Jahr zuvor stellt das aber eine klare Verbesserung dar.

Mittelfristige Umsatzziele gekappt

Bei der Vorlage der Bilanz zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2022 hatte ein schwächerer Ausblick die Anleger geschockt und die schon zuvor arg gebeutelte Aktie noch einmal rund ein Drittel ihres Werts verlieren lassen. In den Monaten darauf erholte sich die Aktie wieder, doch nun sorgt eine erneut gekappte Prognose wiederum für rote Vorzeichen.

Während das Management bisher noch ein mittleres jährliches Umsatzwachstum von 20 Prozent angestrebt hatte, ist ein Wert im mittleren bis hohen Zehnerbereich das neue Ziel. Im Geschäftsjahr 2023 rechnet das Management mit einem bereinigten Umsatzplus von 11 bis 13 Prozent bei konstanten Wechselkursen. Die SUSE-Aktie liegt im deutschen Mittagshandel um gut 4 Prozent im Minus bei Kursen leicht unter 17,50 Euro.