Sunoco schluckt NuStar für 7,3 Milliarden Dollar

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Sunoco LP, ein US-amerikanischer Tankstellenbetreiber, nimmt die Übernahme des Pipeline- und Tankstellenunternehmens NuStar Energy LP in Angriff – Kostenpunkt rund 7,3 Milliarden Dollar. Damit soll das Geschäft auf breitere Beine gestellt und zudem ein wichtiger Teil seiner Lieferkette aufgekauft werden.

Der Aktienkurs von Nustar zog direkt nach der Meldung um 19% an, während die Papiere von Sunoco erst einmal auf Tauchstation gingen (-7%).

Sunoco – Tankstellen-Riese mit Tradition

Bevor wir auf die Details des Deals kommen, möchte ich Ihnen den Käufer Sunoco LP gerne erst einmal näher vorstellen: Hinter Sunoco verbirgt sich ein US-amerikanisches Unternehmen für Erdölprodukte und -dienstleistungen mit Hauptsitz in Dallas, Texas. Die Geschichte des Unternehmens geht zurück auf das Jahr 1886, als das Unternehmen The Sun Company gegründet wurde. Seitdem hat sich das Unternehmen zu einem der führenden Anbieter von Treibstoffen und petrochemischen Produkten weltweit entwickelt.

Das Unternehmen betreibt Raffinerien und Pipelines, um Rohöl und andere petrochemische Produkte zu transportieren und weiter zu verarbeiten. Sunoco ist auch in der Lage, seine Produkte an Endverbraucher durch seine Tankstellenkette (rd. 10.000 in den USA) zu verkaufen.

Sunoco bietet über 7 Milliarden Dollar für NuStar

Nun will Sunoco sein Geschäft erweitern und bietet den Stammaktionäre von NuStar 0,4 Sunoco-Aktien für jede NuStar-Stammaktie. Das entspricht einem Aufschlag von 31,9% gegenüber dem letzten Schlusskurs vor der Übernahme. Einschließlich übernommener Schulden hat der Aktiendeal ein Wert von rundn 7,3 Milliarden Dollar.

Die Unternehmen erklärten, dass der Deal von den Aufsichtsräten beider Unternehmen genehmigt wurde.

Durch den Zusammenschluss sollen Synergien in Höhe von 150 Millionen Dollar bis zum dritten Jahr nach Abschluss des Deals erzielt werden. Angepeilt ist, dass die Transaktion im zweiten Quartal 2024 final über die Bühne geht.

NuStar mit großem eigenen Pipelinenetz

Der Hintergrund des Deals: Der Zukauf soll den Rohöltransport und die Lagerung für Sunoco, einen der größten unabhängigen Kraftstoffhändler in den USA, erweitern. NuStar Energy betreibt ein Pipelinenetz von rund 15 288 km Länge sowie 63 Terminals und Speicheranlagen. In diesen Anlagen werden verschiedene Stoffe gelagert und vertrieben, darunter Rohöl, raffinierte Produkte, erneuerbare Brennstoffe, Ammoniak und Spezialflüssigkeiten. Die Anlagen von NuStar, zu denen Pipelines und Terminals für Öl, Chemikalien, Ammoniak und andere kraftstoffbezogene Produkte gehören, befinden sich hauptsächlich im Mittleren Westen und an der Westküste.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr, das bei NuStar bis zum 30. September lief, erwirtschafte der Konzern bei einem Umsatz von 1,68 Milliarden Dollar einen Nettogewinn in Höhe von 200 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Der Käufer Sunoco kam bei einem Jahresumsatz von 25,72 Milliarden Dollar auf einen Gewinn von 397 Millionen Dollar.

Übernahme stellt Geschäft auf breitere Beine

Nach Angaben von Sunoco zielt die Übernahme darauf ab, das Geschäft zu diversifizieren, die Größe zu erhöhen und die Vorteile der vertikalen Integration durch den Zusammenschluss zweier stabiler Unternehmen zu nutzen.

Der Kauf von NuStar soll Sunoco also helfen, sich breiter aufzustellen. Das bedeutet, dass mehr eigene Terminals genutzt und die Kosten für die Kraftstoffversorgung optimiert werden sollen. Außerdem kann Sunoco so seine Präsenz in weiteren Teilen der USA ausbauen.