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Stellantis-Aktie: Jahresbilanz am Mittwoch – das müssen Sie jetzt wissen!

Inhaltsverzeichnis

Die Berichtssaison an der Börse läuft auf Hochtouren – und es wird richtig spannend. Am Mittwoch ist der europäische Autobauer Stellantis an der Reihe. Kurz vor dem Offenbarungseid zum Geschäftsjahr 2021 wollen wir uns heute den Konzern einmal genauer anschauen.

Zunächst ein paar Fakten für Sie zur Einordnung

Stellantis ist ein relativ junger Konzern, dennoch einer der führenden Autohersteller der Welt. Das Unternehmen entstand Anfang 2021 durch die Fusion von Fiat Chrysler (FCA) mit Peugeot (PSA). Unter dem Dach von Stellantis sind insgesamt 14 Marken vereint. Darunter: Fiat, Chrysler, Peugeot , Jeep, Dodge, Lancia, Alfa Romeo, Maserati, Vauxhall und nicht zuletzt der deutsche Hersteller Opel.

Stellantis ist also das, was man mit Fug und Recht als Autoimperium bezeichnen kann. Kaum ein anderer Konzern kommt in Sachen Absatz und Umsatz an die Stärke dieser Holdinggesellschaft heran.

Q3 2021: Chip-Krise belastete Absatz und Umsatz

Entsprechend groß sind die Erwartungen an Stellantis. Am Mittwoch wird sich zeigen, ob der Konzern diesen gerecht werden kann. Einfach wird es jedenfalls nicht. Denn auch Stellantis wird von der Chip-Krise und Produktionsausfällen heimgesucht.

Im dritten Quartal 2021 krachte der Absatz um 27 Prozent ein – der Umsatz gab um 14 Prozent auf 32,6 Milliarden Euro nach. Dass sich die Erlöse weniger stark verschlechterten als die Verkaufszahlen, ist durchaus positiv zu bewerten. Der Konzern begründet das übrigens damit, dass man wegen der Halbleiter-Verknappung mehr teurere Modelle abgesetzt habe.

Interessant ist aber der Blick auf das Gesamtjahr. Schließlich will Stellantis hierzu am Mittwoch neue Zahlen veröffentlichen. Im Herbst hatte die Autoholding betont, dass sich die Versorgungslage mit Chips im Oktober etwas erholt habe, sodass sich der Absatz leicht verbessern könnte. Trotzdem senkte man die Wachstumsprognose 2021 für Nordamerika wie für Europa auf jeweils 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wachstum ja – großes Wachstum nein

Das dürfte die Überschrift für die anstehende Jahresbilanz sein. Immerhin: In Sachen Profitabilität hatte man sich im Herbst zuversichtlich gezeigt. So soll die Umsatzrendite des vergangenen Jahres bei rund 10 Prozent liegen. Das wäre mehr als zum Beispiel der Konkurrent Volkswagen (7,5 %) angepeilt hatte.

Allerdings machte Stellantis klar, dass sich eine unerwartete Verschlimmerung der Halbleiter-Krise im vierten Quartal negativ auf die Jahresbilanz auswirken könnte. Sollte der Konzern am Mittwoch seine Prognosen verfehlen, wäre das für die Aktie jedenfalls eine Belastung. Das sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, insofern Sie kurz vor einer Zahlenpräsentation investieren wollen.

Stellantis-Aktie: Analysten sehen Kurspotenzial

Die Marktexperten jedenfalls sind aktuell optimistisch gestimmt. Die meisten großen Bankhäuser schreiben der Aktie starkes Kurspotenzial zu – teilweise im 50-Prozent-Bereich.

Der Analyst George Galliers von Goldman Sachs etwa hatte am 16. Februar das Kursziel für Stellantis von 26 auf 27 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen. Galliers erwartet, dass der Autobauer am Mittwoch über ein starkes zweites Geschäftshalbjahr berichten und beim bereinigten operativen Ergebnis positiv überraschen werde.

Der Ausblick für das laufende Jahr 2022 dürfte laut dem Experten konservativ ausfallen und die bisherige Entwicklung fortschreiben. Galliers rechnet übrigens erst Anfang März mit größeren Kursbewegungen der Aktie. Am 1. März will Stellantis seinen Kapitalmarkttag abhalten.

Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf die Nachrichtenlage

Stellantis hat in den letzten Monaten zukunftsweisende Ankündigungen gemacht. Wie die Wettbewerber investiert auch der Mehrmarkenkonzern kräftig in die Elektromobilität. Bis 2030 will man 30 Milliarden Euro in neue Elektro-Modelle und Softwarelösungen stecken. Zu Beginn des nächsten Jahrzehnts will man in Europa 70 Prozent des Absatzes mit sogenannten „Low Emissions Vehicles“ erbringen – in den USA sollen es 40 Prozent sein.

Stichwort Software: Hier kooperiert Stellantis mit namhaften Partnern aus der Tech-Branche. Erst kürzlich hatte man eine Kooperation mit dem Auftragsfertiger Foxconn geschlossen. Zusammen wollen die Unternehmen Halbleiter für die Autobranche herstellen. Stellantis sichert sich dadurch Zugriff auf diese begehrten Komponenten. Das bedeutet: Planungssicherheit.

Gleichzeitig will man das margenstarke Geschäft mit softwaregestützten Produkten voranbringen. Diese gelten in modernen Autos als Zünglein an der Waage. Bis 2026 soll der Jahresumsatz mit Softwareprodukten rund 4 Milliarden Euro erreichen, 2030 sollen es schon 20 Milliarden sein.

Mein Fazit für Sie

Sie sehen also: Langfristig ist Stellantis auf einem guten Wege. Der Konzern deckt wichtige Zukunftsthemen wie Elektromobilität und Software  ab. Auch in den nächsten Jahrzehnten dürfte die Autoholding also ein führender Player der Branche bleiben. Nun aber steht erst einmal die Jahresbilanz am Mittwoch an. Wir dürfen gespannt sein.