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Starbucks – lauwarmer Kaffee?

Inhaltsverzeichnis

Die Starbucks-Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr waren eher Kaffee-schwarz als Café au Lait. Bei der Aktie tut sich momentan nicht viel. Ist das eine gute Kaufgelegenheit?

Zahlen nicht gerade berauschend

Das Geschäftsjahr 21/22 der Kaffeehaus-Kette endete am 2. Oktober 2022. Deshalb legte der Konzern kürzlich die Zahlen für das letzte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr vor. Aber der Reihe nach.

In den letzten drei Monaten stieg der Umsatz immerhin um 3,3 Prozent auf 8,41 Milliarden US-Dollar. Auf der Gewinnseite hingegen gab es einen Einbruch um rund 50 Prozent auf knapp 880 Millionen Dollar bzw. 0,76 Dollar je Aktie im Vergleich zum Vorjahr. Die gute Nachricht: Analysten hatten mit spürbar weniger Umsatz gerechnet und mit einem deutlich stärkeren Gewinnrückgang. Dies ist wohl mit ein Grund dafür, dass die Starbucks Aktie (WKN: 884437) eben nicht zu Kaffeemehl pulverisiert wurde.

Ein weiterer Grund dafür mag sein, dass die Zahlen für das gesamte Geschäftsjahr 21/22 durchaus zuversichtlich stimmen. So wuchsen die Umsatzerlöse um 11 Prozent auf gut 32 Milliarden Dollar, und der Gewinn je Aktie gab – ebenfalls im Vergleich – um „nur“ 20 Prozent auf 2,83 US-Dollar nach.

Expansion und mehr Dividende

Ob man nun die Kaffee-Spezialitäten (kein Mensch blickt da noch durch) mag oder nicht – das Unternehmen scheint ein solides Investment, längerfristig betrachtet. Die Fantasie für die Aktie resultiert zum einen aus der weiteren Expansion der Franchise-Kette. Momentan betreibt das im Jahr 1971 gegründete Unternehmen rund 34.000 Cafés, teils eigene und teils an Franchise-Nehmer lizenzierte. Bis zum Jahr 2030 sollen es 50.000 sein.

Nicht unbedeutsam für eher ertragsorientierte Investoren ist auch, dass das Unternehmen 2,12 Dollar Dividende je Anteilsschein ausschüttet – in diesen Tagen 0,52 Dollar für das vorangegangene Quartal. Zum Vergleich: Für das gesamte Jahr 2012 erhielten die Eigentümer 0,42 US-Dollar Gewinnbeteiligung. Seitdem hat sich also die Dividende mehr als vervierfacht.

Andererseits: Auf kürzere Sicht sind die Risiken nicht zu übersehen. Zwar hat Starbucks mittlerweile das Vor-Corona-Niveau in punkto Umsatz wieder erreicht. Doch nach wie vor gibt es aufgrund der Null-Covid-Politik nicht zu unterschätzende Probleme in der Volksrepublik China. Gerade dieser Markt wuchs vor Covid mit einem vergleichsweise großen Tempo.

Starbucks Aktie jetzt kaufen?

Die Papiere haben Investoren in der Vergangenheit sicher einige Freude bereitet. In zehn Jahren betrug das kumulierte Plus nahezu 400 Prozent. Alles andere als lauwarmer oder gar kalter Kaffee.

Im laufenden Jahr, das bekanntlich alles andere als einfach ist, schwächte sich der Aktienkurs spürbar ab. Momentan notiert die Aktie bei rund 97 US-Dollar, somit deutlich unter dem historischen Hoch von knapp 120 Dollar zu Beginn des Jahres. Meine Meinung: Starbucks ist eine bekannte Marke und ein mehr als nur solider Konsumwert. Auf dem derzeitigen Kursniveau können längerfristig orientierte Investoren ein paar Stücke einsammeln.