SouthState will Mitbewerber Independent Bank übernehmen

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Gestern habe ich Ihnen darüber berichtet, dass im US-Energiesektor aktuell eine massive Konsolidierungswelle läuft. Gleiches trifft auch auf die US-Regionalbanken zu. Der amerikanische Bankensektor ist im letzten Jahr durch den Zusammenbruch von drei mittelgroßen Kreditgebern massiv unter immensen Druck geraten.

Dies hat einen deutlichen Anstieg der Übernahmeaktivität im US-amerikanischen Regionalbankenbereich ausgelöst. So hat die in Kansas City ansässige UMB Financial Corp und der in Denver ansässigen Mitbewerber Heartland Financial vor wenigen Wochen eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet.

Am Pfingstmontag gaben nun auch die Regionalbanken SouthState Corp und Independent Bank Group bekannt, dass sie zukünftige gemeinsame Wege gehen wollen und eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet haben.

Laut dieser Vereinbarung will der regionale Kreditgeber SouthState Corp den kleineren Rivalen Independent Bank Group für etwa 2 Mrd. US-Dollar (USD – entspricht etwa 1,84 Mrd. Euro) übernehmen.

Doch bevor ich Ihnen weitere Details aus der Übernahmevereinbarung erläutere, möchte ich die in Deutschland eher unbekannten US-Regionalbanken kurz vorstellen.

Die Regionalbanken im Kurzporträt

SouthState Corporation ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in Winter Haven, Florida (etwa 300 km nordwestlich von Miami). Die SouthState Bank, eine landesweit tätige Tochtergesellschaft des Unternehmens, bietet mehr als einer Million Kunden in Florida, Alabama, Georgia, North und South-Carolina und Virginia Lösungen in den Bereichen Privat- und Geschäftskundengeschäft, Hypotheken und Vermögensverwaltung an.

Das Unternehmen beschäftigt aktuell etwa 5.200 Mitarbeiter. SouthState hat in 2023 einen Jahresumsatz von gut 1,7 Mrd. USD erzielt. Das Einkommen vor Steuern belief sich auf 631 Mio. USD.

Die Independent Bank Group, Inc. ist eine Bankholding mit Hauptsitz in McKinney, Texas (Großraum Dallas). Über ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Independent Bank, die unter dem Namen Independent Financial firmiert, bietet die Independent Bank Group ihren Kunden in Texas und Colorado ein breites Spektrum an Bankdienstleistungen an.

Die Independent Bank Group beschäftigt etwa 1.500 Mitarbeiter, die im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von gut 507 Mio. USD erwirtschaftet haben. Das Einkommen vor Steuern lag bei 52,3 Mio. USD.

Details aus der Übernahmevereinbarung

Laut Übernahmevereinbarung soll der Deal im Rahmen eines Aktientauschs durchgeführt werden. Konkret bietet SouthState den Aktionären der Independent Bank Group 0,60 SouthState-Stammaktien für jede ihrer Aktien an.

Auf Grundlage des Schlusskurses der SouthState-Aktie am 17.05.2024, dem letzten Börsentag vor Bekanntgabe des Deals, entspricht das Angebot einem Wert von 48,51 USD pro Aktie.

Die Offerte beinhaltet eine Übernahmeprämie von 10,4%. Das Übernahmeangebot bewertet Independent Bank mit einem Gesamtwert von rund 2 Mrd. USD. Durch die Übernahme erweitert SouthState seine Aktivitäten auf Texas und Colorado, wo das Bankhaus bisher nicht vertreten war.

So reagierte die Börse

Am 20.05.2024, dem ersten Börsentag nach Bekanntgabe des Deals, sprang der Kurs der Independent Bank-Aktie an der Nasdaq um 7,6% auf 47,30 USD. Damit lag der Kurs nur noch geringfügig unter den von SouthState gebotenen 48,51 USD. Es spricht also vieles dafür, dass die Anleger von einer problemlosen Abwicklung der Übernahme ausgehen.

Der Kurs der SouthState-Aktie verlor am 20.05.2024 an der New Yorker Börse NYSE jedoch leicht an Boden. Er sank an diesem Tag um 1,2% auf 79,87 USD. Offensichtlich sind die Investoren der Meinung, dass SouthState zu viel für die Übernahme des kleineren Mitbewerbers auf den Tisch blättern muss.

So soll es weitergehen

Sowohl die Aktionäre der Independent Bank Group als auch der SouthState Corporation müssen dem Deal zustimmen. Danach müssen auch die zuständigen Aufsichtsbehörden noch grünes Licht für die Transaktion geben.

Drei Direktoren der Independent Bank, darunter CEO David Brooks, werden nach Abschluss der Transaktion in den Vorstand von SouthState wechseln. Die Transaktion soll voraussichtlich bis zum Ende des 1. Quartals 2025 abgeschlossen werden.