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Siltronic – Zahlen toll, Aktie nicht so

Inhaltsverzeichnis

Siltronic hat richtig tolle Zahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Die Aktie ist noch weit entfernt von früheren Kursregionen.

Was macht Siltronic?

Das Unternehmen wurde im Jahr 1968 gegründet und hat seinen Hauptsitz in München. Größter Anteilseigner ist derzeit mit gut 30 Prozent die Wacker Chemie AG. Siltronic zählt weltweit zu den größten und wichtigsten Herstellern sogenannter Wafer. Dies sind Siliziumscheiben, aus denen später Mikrochips hergestellt werden. Diese wiederum sind unabdingbar in der Mikro- und Nanotechnologie und werden eingebaut etwa in Mobiltelefonen, Computern, in der Autoelektronik und sogar in Windkraftanlagen.

Zahlen mit Goldrand

Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres stieg der Umsatz im Vergleich zum zweiten Quartal um 7,2 Prozent auf 474 Millionen Euro. Noch deutlicher war der Zuwachs in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – und zwar um knapp 30 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro. Spürbar profitieren konnten die Münchener vom gegenüber dem Euro starken US‑Dollar, der ordentlich Windfall-Profits generierte.

Deutlich nach oben sprang auch der Gewinn je Aktie. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres auf 3,32 Euro nach 2,66 Euro in den zweiten drei Monaten. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres verdiente das Unternehmen je Aktie 9,46 Euro – deutlich mehr also als jene 5,65 Euro je Aktie in den ersten drei Quartalen des Jahres 2021. Angesichts dieser Zahlen müsste die Aktie von Siltronic doch durch die Decke gegangen sein. Ist sie aber nicht!

Was macht die Siltronic Aktie?

Ich möchte nicht gleich von einem Trauerspiel sprechen. Aber bei näherem Hinsehen kommt die Kursentwicklung der Siltronic Aktie diesem schon arg nahe. Denn im laufenden Jahr haben die Papiere mehr als 40 Prozent an Wert eingebüßt. Auch hier ein ordentlicher Schluck aus der Pulle.

Positiv: Auf Monatssicht stiegen die Anteilsscheine (WKN: WAF300) um rund 20 Prozent. Der Trigger dürften die sehr guten Quartals- und 9-Monats-Zahlen gewesen sein. Aber dies ist nur ein schwacher Trost für Investoren, die kurz vor dem Jahreswechsel 21/22 noch gut 142 Euro für die Aktie gezahlt hatten. Denn momentan notieren die Papiere bei nahezu 80 Euro. Was jene erfreut, die Mitte Oktober zu rund 50 Euro eingestiegen waren.

Ja, wir sind in einer zyklischen Branche unterwegs. Hier sind, zumal in unruhigen Zeiten, Bewertungsabschläge oft gerechtfertigt. Doch wenn ich mir das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) anschaue, so könnte der Markt wirklich ein paar Tacken übertrieben haben. Denn Analysten schätzen das KGV für das laufende Geschäftsjahr auf gut 6 und für das kommende Geschäftsjahr auf knapp 8. Ich finde: Die Aktie ist momentan zu billig. Meine Meinung also: Spekulative und risikobereite Anleger können jetzt ein paar Stücke einsammeln.