SFC Energy – Brennstoffzellen-Pionier mit rasantem Wachstum

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Der Anbieter von Brennstoffzellen SCF Energy hat im ersten Halbjahr 2022 einen kräftigen Umsatzsprung vollführt,  aber beim operativen Gewinn die Vorjahreswerte verfehlt.

Produktionskapazitäten sollen verdoppelt werden

SFC Energy bezeichnet sich selbst als einen Pionier der Brennstoffenzellen-Technologie. Gegründet wurde das Unternehmen, das bis 2010 als SFC Smart Fuel Cell firmierte,  im Jahr 2000 in Brunnthal bei München. Der Börsengang erfolgte 2007, im Juli dieses Jahres hat sich SFC mit einer Kapitalerhöhung von gut 56 Millionen Euro frisches Geld besorgt. Damit sollen unter anderem zusätzliche Forschungs- und Entwicklungsschritte finanziert und das Expansionstempo mit einer Verdoppelung der Produktionskapazitäten für Wasserstoff- und Methanol-Brennstoffzellen erhöht werden.

Dabei war das Wachstum im ersten Halbjahr 2022 bereits vielversprechend: Der Konzernumsatz erhöhte sich um 22,6 % auf 38,2 Millionen Euro und die Auftragseingänge erreichten dank einiger großvolumiger Bestellungen mit 72,5 Millionen  Euro ein stolzes Plus von über 60 %. Erfreulich ist, dass sich das Expansionstempo im zweiten Quartal mit einem Umsatzzuwachs von 43,2 % auf 20,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorquartal noch einmal deutlich beschleunigt hat. SFC Energy bestätigte damit weitgehend die vorläufigen Zahlen vom 24. August 2022.

Gewinne hinken den Umsatzzuwächsen hinterher

Weniger gut lief es dagegen bei den Gewinnen. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) fiel um fast 10 % auf 3,1 Millionen Euro. Unternehmenschef Peter Podesser führt das im Wesentlichen auf die Gründe zurück, die seit längerem fast alle Unternehmen belasten: gestörte Lieferketten sowie gestiegene Preise für Transport und Vorprodukte.

Allerdings betrachtet er diese Einflüsse als temporär. SFC Energy habe mit Preisanpassungen, sprich: Preiserhöhungen, Vorratsaufbau und verkürzten Lieferwegen Maßnahmen ergriffen, um die Profitabilität wieder spürbar steigern zu können. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich dank geringerer Sonderbelastungen auf plus 3 Cents gegenüber minus 30 Cents ein Jahr zuvor.

Der Brennstoffzellen-Spezialist, der auch in den Niederlanden, Rumänien und Kanada Produktionsstandorte unterhält, hat deshalb auch sein Gewinnziel für das Gesamtjahr 2022 bestätigt. Podesser verortet es beim bereinigten EBITDA allerdings in einer ungewöhnlich breiten  Spanne von 6,0 bis 9,1 Millionen Euro. Der Umsatz soll zwischen 75 und 83 Millionen Euro erreichen und damit deutlich mehr als 2021 mit gut 64 Millionen Euro.

Analysten sehen noch viel Kurspotenzial

Die Aktie reagierte auf die Halbjahreszahlen im frühen Handel  mit einem Aufschlag um gut 2 % auf Kurse zwischen 23,50 und 24 Euro. Die Notierung liegt damit noch weit unter den Spitzenkursen von 35 Euro im November 2021, aber über dreimal so hoch wie im Corona-Tief vom März 2020. Die Analysten, die SFC beobachten, halten einen Anstieg in die Nähe der Höchststände für wahrscheinlich. Ihre Kursziele bewegen sich zwischen 28 Euro und 37 Euro.