Schlösser von ASSA ABLOY – ein unterschätztes Investment?

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Ein Hersteller von Schlössern und Sicherheitssystemen verdient Ihre Aufmerksamkeit. Das Business klingt für Sie nicht gerade sexy? Mag sein, aber ein Blick auf die Rendite könnte Ihre Meinung vielleicht ändern.

Es geht um ASSA ABLOY (WKN: A14TVM), ein Unternehmen, das 1994 aus der Fusion von ASSA in Schweden und ABLOY in Finnland hervorging. Seitdem ist aus einem kleinen regionalen Unternehmen ein internationaler Marktführer geworden. Mit einem Börsenwert von 25 Milliarden Dollar ist das Unternehmen die sechstwertvollste Firma an der schwedischen Börse. Auf 12 Milliarden Umsatz seit dem Börsengang 1994 kommt eine Milliarde Gewinn. Das Geschäft ist also äußerst profitabel.

Chart ASSA ABLOY, Quelle Aktien Screener Investor Verlag

Warum das Geschäft mit Schlössern und Schließsystemen lukrativ ist

Es gibt verschiedene Gründe, warum das Business mit Schlüsseln, Schlössern und Schließsystemen attraktiv ist.

Von Vorteil für ASSA ABLOY ist, dass die Installation aufwendig ist. Unternehmen wechseln deshalb selten den Partner. Wenn ASSA ABLOY einen Kunden gewinnt, wird dieser also in der Regel zum Stammkunden. Das gilt vor allem für Firmenkunden, die praktischer Weise bei ASSA ABLOY 75 % des Umsatzes ausmachen. Erst im zweiten Quartal haben die Schweden den Auftrag für 5.000 Türen eines amerikanischen Einzelhändlers und für 6.000 Kartenlesegeräte eines Finanzkonzern bekommen. Die Kartenlesegeräte werden zudem mit einer passenden Software ausgestattet.

Alleine diese beiden Aufträge werden ASSA ABLOY in den kommenden Jahren viel Geld bringen, denn die Zusammenarbeit ist nach der Installation der Türen oder Kartenlesegeräte längst nicht beendet. Dann beginnt das lukrative After-Market-Geschäft. Tatsächlich generiert ASSA ABLOY damit zwei Drittel des Umsatzes, also mit Instandhaltung, Austausch oder Upgrade.

Clevere Übernahmen pushten den Umsatz

Als Anlegerin oder Anleger sollten Sie zudem wissen, dass der Markt der Schlösser und Schließsysteme mit vielen lokalen Anbietern stark fragmentiert ist. Seit 2012 hat ASSA ABLOY rund 150 andere Firmen übernommen und damit rund 3 Milliarden Dollar an Umsatz dazu gewonnen. Für gelungene Übernahmen scheinen die Schweden ein Händchen zu haben, denn diese machen die Hälfte des kompletten Wachstums aus. Die Kapitalrentabilität liegt bei 11% – ein Zeichen dafür, dass die Übernahmen zu einem akzeptablen Preis stattgefunden haben. Wäre der Wert der Kapitalrentabilität deutlich niedriger, wäre dies ein Warnzeichen für zu teure Übernahmen.

Für zusätzliches Wachstum könnte die zunehmende Digitalisierung sorgen. Alte, mechanische Schlösser, die noch in vielen Firmen existieren, müssen über kurz oder lang durch moderne, digitale Lösungen ersetzt werden. Zudem werden aktuell nur 15 % des Umsatzes in Entwicklungsländern gemacht – hier könnte ASSA ABLOY expandieren.

10 % jährliches Wachstum, 2 % Dividendenrendite

Das Unternehmen selbst prognostiziert 10% Wachstum für die kommenden Jahre. Mit einem erwarteten KGV von 18 ist die Aktie kein Schnapper, aber dafür gibt es ein hochwertiges Business mit einem soliden Burgraben. Zusätzlich profitieren Investoren von 2% Dividendenrendite.

Ein Blick auf das Unternehmen lohnt auf jeden Fall. Entscheiden Sie dann, ob die Aktie etwas für Ihr Depot sein könnte.