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Sartorius – Schock nach der Gewinnwarnung

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So etwas nennt man wohl „kalt erwischt“. Mitten in eine kräftige Kurserholung des DAX-Werts Sartorius Vorzüge platzte am Wochenende eine drastische Gewinnwarnung. Klar, dass die Notierung zu Wochenbeginn abrauchte.

Aktie weit vom Höchststand entfernt

Der Laborausrüster für die Pharmaindustrie hatte während der Corona-Pandemie enorm von seinen Technologien für die Impfstoffherstellung profitiert, die ihnen von den Pharmaunternehmen aus den Händen gerissen wurden. Der Aktienkurs war von Februar 2020 bis Ende 2021 regelrecht explodiert – von gut 200 Euro auf bis zu 625 Euro. Die Aufnahme der Sartorius Vorzüge  in den DAX war der Lohn dafür.

Innerhalb eines halben Jahres stürzte die Notierung dann aber in die Region um 300 Euro ab und tendiert in den 12 Monaten seither unter starken Schwankungen seitwärts. In den letzten drei Wochen hatte sich der Kurs von gut 310 Euro  immerhin wieder auf 356 Euro hoch gehangelt, also um knapp 15%. Diese Rallye ist nun vorbei, der Aktienkurs fällt deutlich.

Jahresprognose einkassiert

Denn der Vorstand des Göttinger Unternehmens, der noch vor zwei Monaten bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal 2023 Optimismus verbreitet hatte, zog die Notbremse und kassierte seine Jahresprognose

Als Grund nennt Sartorius einen „länger als erwartet andauernden Lagerbestandsabbau bei Biopharma-Kunden nach der Coronavirus-Pandemie sowie eine relativ geringe Investitionstätigkeit auf Seiten der Kunden“. Deshalb erwartet der Vorstand in der zweiten Jahreshälfte eine schwächere Umsatzentwicklung als bisher kommuniziert. Zu allem Übel soll auch noch die Profitabilität weit unterhalb der bisherigen Prognose liegen.

Umsatz und Gewinnmarge sollen kräftig sinken

Beim Konzernumsatz geht Sartorius jetzt für das Gesamtjahr 2023 von einem Rückgang „im niedrigen bis mittlere Zehner-Prozentbereich“ aus. Bisher hatte das Management noch ein Umsatzplus „im unteren einstelligen Prozentbereich“ prognostiziert. Dieser nun erwartete Einbruch der Verkaufserlöse soll zudem mit einer deutlich geringeren operativen Gewinnmarge (EBITDA) von „etwa 30%“ einhergehen. Das ist massiv weniger als zuvor veranschlagten. Sartorius hatte ursprünglich noch eine EBITDA-Marge in etwa der Vorjahreshöhe von 33,8% angepeilt.

Wenn man nun die Umsatzdifferenz und die Gewinndifferenz zwischen der ursprünglichen Prognose und der nun gestutzten Voraussage zusammen nimmt, kommt man auf einen sehr viel niedrigeren operativen Gewinn (EBITDA) als bisher erwartet. Angenommen, das Umsatzminus beläuft sich –  relativ optimistisch gerechnet – auf „nur“ 12% statt auf 3% Plus, würde der Umsatz von bisher erwarteten 4,3 Milliarden auf 3,67 Milliarden Euro fallen.

Bei einer EBITDA-Marge von 30% statt 33,5% würde das bedeuten, dass die Gewinnerwartung von rund 1,45 Milliarden Euro auf eine Größenordnung von 1,1 Milliarden Euro zurückgeht, also um nahezu ein Viertel.

Kurseinbruch um 14% auf das Vorjahresniveau

Da verwundert es nicht, dass die Sartorius-Vorzugsaktie im Mittagshandel um rund 14% auf Kurse um 305 Euro eingebrochen ist. Sie hat damit wieder ziemlich genau das Niveau erreicht, auf dem sie vor einem Jahr notiert hatte. 

Einige Banken haben sofort auf  die Gewinnwarnung reagiert. UBS und JPMorgan haben die Kursziele auf 470 Euro bzw. 415 Euro gestutzt, ihre Kaufempfehlung aber beibehalten. Berenberg hat das Kursziel bei 448 Euro und die Empfehlung bei Halten belassen. Der relative Optimismus der Analysten mag damit zusammenhängen, dass Sartorius seine mittelfristigen Planungen nicht verändert hat, sondern weiterhin nur mit einem kurzfristigen Knick in der Wachstumskurve rechnet.