Roku: Highfligher aus den USA! Für Sie interessant?

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Während der Fußball Europameisterschaft im Sommer war das klassische Fernsehen noch einmal gefragt. So sahen rund 27,36 Millionen Menschen live die Niederlage der deutschen Mannschaft gegen England in der ARD. Der Marktanteil lag bei 75 Prozent.

Das ist beachtlich, aber nicht mehr üblich, denn vor allem junge Deutsche konsumieren kaum noch traditionelles Fernsehen, sondern stellen sich mithilfe von Streamingdiensten ihr ganz eigenes Programm zusammen.

Während den Corona-Lockdowns in den vergangenen eineinhalb Jahren erlebten die Streaming-Angebote einen regelrechten Boon, weil viele aus Langeweile mehr vor der Glotze hockten. Netflix, Disney+ oder Amazon Prime erfreuten sich zunehmender Beliebtheit.

Jetzt will mit Roku ein neuer Streamingdienst den deutschen Markt erobern. In den USA zählt Roku mit einem Betriebssystem, das speziell fürs Fernsehen entwickelt wurde, schon länger zu den führenden TV Streaming-Plattformen und wird an der Börse als Highflyer gehandelt.

Die Roku-Software steckt in einem kostengünstigen Gerät, welches vergleichbar mit dem Amazon Firestick ist. Nutzer können damit auf Netflix, YouTube oder andere Streamingdienste zugreifen. Suchen, Entdecken und auch ein Vergleich der Preise ist möglich. Roku lizensiert das Betriebssystem an verschiedene Gerätehersteller, sodass Fernseher in Kanada, den USA und Mexiko oft schon mit vorinstallierter Roku-Software verkauft werden.

Wie Roku Geld verdienen will

Die Lizenzen sowie der Verkauf der Hardware machen allerdings im Geschäftskonzept von Roku nur einen kleinen Teil aus. Im Mittelpunkt steht vor allem die Plattform zur Gewinnung und Bindung von Kunden. Streamingdienste können hier Filme und Serien bewerben.

Roku sichert sich also zum einen Werbeeinnahmen und wird zum anderen an Abo-Abschlüssen oder anderen Transaktionen beteiligt. Zum Nachteil für Roku ist, dass nur wenige Streamingdienste das Angebot benötigen und in Anspruch nehmen. 2020 waren die drei größten Streaming-Anbieter für 50 Prozent aller über die Plattform gestreamten Stunden verantwortlich.

Kein Wunder, dass Netflix und Co. nur wenig an Roku abgeben. Schließlich braucht Roku die Streamingdienste mehr als umgekehrt.

Ob Roku tatsächlich durchstarten wird, hängt also vor allem davon ab, ob ein Weg aus der Abhängigkeit weniger Streamingdienste gelingt.

Eine Möglichkeit dazu bietet der hauseigene Streaming Channel, der im Gegensatz zu Netflix und anderen Streamingdiensten kostenlos ist und stattdessen über Werbung finanziert wird. Der einfache Zugang zu Inhalten soll viele Zuschauer anlocken. Die hohe Kundenanzahl soll dann wiederum das Interesse der Werbekunden steigern und damit auch die Werbeeinnahmen erhöhen.

Vorteile gegenüber Platzhirsch Amazon Fire TV Stick

In Deutschland punktet der Roku-Stick mit einem günstigen Preis für 4K-Streaming und AirPlay 2-Support. Letzterer ermöglicht Appel-Nutzern, Inhalte vom Handy auf den Fernseher zu spiegeln. Mit dem Amazon Fire TV Stick ist dies nur mit Android-Handys möglich. Außerdem kommt die aufgeräumte Roku-Oberfläche gut an.

Der Umsatz der Plattform lag im zweiten Quartal bei rund einer halben Milliarde US-Dollar und hat sich damit mehr als verdoppelt. Laut eigenen Angaben von Roku gibt es weltweit 55 Millionen aktive Accounts und das, obwohl Roku in vielen internationalen Märkten noch gar nicht aktiv ist.

Viele Analysten schätzen das Wachstumspotenzial als hoch ein. Bisher ist die Aktie äußerst gut gelaufen. Wer zum Eröffnungskurs 1.000 US-Dollar investierte, besitzt inzwischen mehr als 20.000 US-Dollar.

Mehr als 70% Gewinn

In den letzten 12 Monaten legte die Aktie mehr als 70 Prozent zu, gab aber auch um 30 Prozent nach. Eine Investition ist also nichts für schwache Nerven. Außerdem ist die Aktie recht teuer. Die Marktkapitalisierung liegt bei über 40 Milliarden US-Dollar, obwohl das Unternehmen 2020 keine 2 Milliarden US-Dollar Umsatz machte.

Streamingdienste zählen zu den Gewinnern der Corona-Krise. Jetzt macht ein neuer Anbieter mobil. Eine interessantes Investment?