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Roblox kämpft mit deutlich nachlassender Wachstumsdynamik

Inhaltsverzeichnis

Die rasante Talfahrt der Roblox-Aktie scheint zwar vorerst beendet, aber richtige Jubelstimmung dürfte bei den Anlegern wohl kaum aufkommen. Seit dem Jahrestief im Mai bei knapp unter 24 Dollar haben die Roblox-Papiere zwar ein Drittel zugelegt, aber auf Zwölfmonatssicht liegt die Aktie immer noch 75% im Minus. Es ist also höchste Zeit, mal wieder einen Blick auf die Aktie des ehemaligen Anlegerlieblings zu werfen.

Roblox – die etwas andere Spieleplattform

Bevor wir auf die aktuelle Geschäftsentwicklung kommen, möchte ich Ihnen das Unternehmen erst einmal näher vorstellen. Die Plattform wurde von den Entwicklern David Baszucki und Erik Cassel entwickelt und im Februar 2006 veröffentlicht.

Das Geschäftsmodell von Roblox ist vielschichtig. Es kombiniert klassische Computerspielelemente mit Social Media und zielt insbesondere auf Kinder und jüngere Jugendliche ab. Diese können sich über die Plattform vernetzen, sich über die Chatfunktion austauschen und zugleich diverse Spiele spielen und vor allem auch selbst entwickeln.

Wie Geld verdient wird

Roblox ist ein Free-to-play-Spiel. Während es viele kostenfrei verfügbare Spiele auf der Plattform gibt, haben Nutzer diverse Möglichkeiten, ihre selbst erstellten Inhalte für die virtuelle Währung Robux anzubieten. Roblox selbst verkauft auch Spielzeuge und virtuelle Sammlerstücke innerhalb des Spiels. Darüber hinaus werden auch Abo-Mitgliedschaften angeboten.

Neben der größeren Menge an Robux, die ein Abonnent für die monatliche Zahlung erhält, hat dieser auch Zugriff auf exklusive Inhalte und mehr Rechte beim Verkauf von eigenen Entwicklungen. Zum Hintergrund: Roblox führte erst 2013 das Auszahlungsprogramm Developer Exchange (bekannt als DevEx) ein. Durch DevEx haben die Entwicklerinnen und Entwickler die Möglichkeit, ihre Spiele zu monetarisieren, indem sie Ingame-Gegenstände wie Upgrades, Ausrüstung oder Zubehör anbieten. Diese können mit einer virtuellen Währung Robux gekauft werden. Entwicklerinnen und Entwickler sind dann in der Lage, die verdienten Robux gegen echtes Geld einzulösen.

Profiteur der Corona-Krise mit deutlich nachlassender Wachstumsdynamik

Mit seiner Positionierung konnte Roblox in den zurückliegenden Jahren enorm wachsen: Allein von 2018 bis 2021 kletterten die Umsätze von 325 Millionen Dollar auf 1,9 Milliarden Dollar. Allerdings sind die Wachstumsraten zuletzt deutlich abgeflacht.

Im dritten Quartal erhöhten sich die Umsätze „nur“ noch um 2% auf 517,7 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Im vergangenen Geschäftsjahr lag das Umsatzwachstum noch bei 107%. Unter dem Strich rutschte der Spielespezialist tiefer in die roten Zahlen. Am Ende stand ein Quartalsverlust von 301,9 Millionen Dollar nach 77 Millionen Dollar im vergleichbaren Vorjahreszeitraum in den Büchern.

Beinahe 58 Millionen Nutzer

Für einen Lichtblick sorgten aber die veröffentlichten Nutzerzahlen: Die durchschnittliche Anzahl der täglich aktiven Nutzer (DAUs) erhöhte sich um 24% auf 58,8 Millionen. In Summe verbrachte die Nutzer 13,4 Milliarden Stunden auf der Spiele-Plattform. Das entspricht einem Plus von 20% zum Vorjahr.

Durchwachsene Perspektiven für die kommenden Monate

Eine genaue Prognose für den weiteren Jahresverlauf präsentierte das Roblox-Management leider nicht. Aber die Konzernführung rechnet für die „absehbare Zukunft“ mit weiteren Nettoverlusten. Höhere Ausgaben und eine deutliche abgebremste Nachfrage machen dem Unternehmen zu schaffen. Auf der einen Seite lässt der Pandemie-bedingte Schub nach, auf der anderen Seite bremst die Konsumzurückhaltung auf der hohen Inflation die Nachfrage.

Viel Visibilität haben die Anleger derzeit bei Roblox also nicht. Auf Grund der anhaltenden Verluste sollten sich Investoren daher weiterhin auf eine hohe Schwankungsbreite der Aktie einstellen.