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Riesen-Potenzial: Daimler Truck revolutioniert LKW-Markt!

Inhaltsverzeichnis

Elektrisch angetriebene LKWs galten bisher vor allem für die Kurzstrecke als interessant. Dieses Vorurteil will der deutsche Hersteller Daimler Truck nun widerlegen.

„eActros LongHaul“: Daimlers Elektro-LKW für die Langstrecke

Vielleicht haben Sie es auch schon in den Medien gelesen: Die Stuttgarter haben im Rahmen der IAA Transportation vor wenigen Tagen das neue Modell „eActros LongHaul“ vorgestellt. Der Batterie-Truck soll 2024 serienreif sein und mit einer Ladung stattliche 500 Kilometer weit fahren können. Die Stuttgarter wollen in dem „LongHaul“ gleich drei große Akkupacks verbauen mit einer kumulierten Kapazität von 600 Kilowattstunden.

Die Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) sollen sich in deutlich unter 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen lassen. Neben der Reichweite bewirbt Daimler Truck den LKW vor allem wegen dessen Langlebigkeit. So soll der „eActros LongHaul“ auf eine Laufleistung von 1,2 Millionen Kilometern in zehn Betriebsjahren kommen. Damit würde der E-Truck seinem Diesel-Pendant in nichts nachstehen, was Logistikfirmen zum Kauf bewegen dürfte.

Batterie-Truck löst bei Experten Begeisterung aus

Bei Experten kommt der reichweitenstarke Batterie-LKW übrigens sehr gut an. So hatte Daimler erst kürzlich bekannt geben, dass der „eActros LongHaul“ den „2023 Truck Innovation Award“ gewonnen habe. Die aus Fachjournalisten bestehende Jury begründete die Auszeichnung mit der LFP-Batterietechnologie, der neuen E-Achse und nicht zuletzt mit der hohen Entwicklungsgeschwindigkeit.

Apropos LFP: Die Lithium-Eisenphosphat-Zellen gelten am Markt derzeit als Hoffnungsträger. So setzt zum Beispiel auch Tesla auf diese Variante der Lithium-Ionen-Batterien. Ein Grund: LFP-Akkus sind länger haltbar und haben nahezu kein Feuerrisiko.

Der wichtigste Aspekt aber liegt woanders. So brauchen LFP-Batterien kein Kobalt und Nickel. Und eben diese Metalle sind sehr teuer. Die Autobranche sieht in der LFP-Technologie also die Möglichkeit, die Kosten für Elektrofahrzeuge nachhaltig zu reduzieren. Zudem kann man auf das umstrittene Metall Kobalt verzichten, dessen Förderung gerade in Afrika teils unter menschenrechtswidrigen Bedingungen abläuft.

Amazon will den „LongHaul“ testen

Nun zurück zu Daimler: Tatsächlich haben die Stuttgarter bereits Interessenten für den „eActros LongHaul“ an der Angel. So will unter anderem der E-Commerce-Gigant Amazon den E-Truck schon im ersten nächsten Jahr im Realbetrieb testen – und zwar in Deutschland. Hierfür sollen entlang der A2 zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen neue Ladesäulen installiert werden.

Amazon jedenfalls zeigte sich begeistert von dem Reichweiten-Potenzial des Akku-Sattelschleppers. Der Tech-Konzern will bis 2040 klimaneutral werden und setzt dafür unter anderem auf die Dekarbonisierung seines Transportgeschäfts. Für Daimler ist das Vertrauen eines solch zahlungskräftigen Interessenten wie Amazon wiederum ein wichtiger Ritterschlag.

Wasserstoff: Daimler Truck fährt zweigleisig

Der „eActros LongHaul“ könnte den LKW-Verkehr auf der Langstrecke also revolutionieren. Nun müssen die Tests zeigen, ob die ambitionierten Versprechungen der Stuttgarter auch in der Realität gültig sind.

Ohnehin setzt Daimler Truck in diesem Bereich nicht nur auf eine Karte. Im Rahmen der IAA Transportation hat sich der Konzern auch dem Wasserstoff-Antrieb gewidmet. So konnten Besucher öffentlichkeitswirksam in einem solchen Brennstoffzellen-LKW mitfahren und sich von dessen Praxistauglichkeit überzeugen.

Brennstoffzelle bietet Vorteile – aber auch Risiken

Daimler arbeitet derzeit an Wasserstoff-Trucks, die mit einer einzigen Tankladung auf eine Reichweite von rund 1.000 Kilometern kommen sollen. Das wäre in etwa doppelt so viel wie beim Elektro-LKW „LongHaul“. Gerade im Schwerlastverkehr ist der Wasserstoff deshalb durchaus interessant.

Denn: Um eine hohe Reichweite bei reinen E-Trucks zu erzielen, müssen wie oben erwähnt mehrere sehr schwere Batterien verbaut werden. Die Wasserstofftanks wiederum sind zwar voluminöser, aber deutlich leichter, was eine höhere Nutzlast für den Warentransport und eine höhere Reichweite ermöglicht. Zudem lassen sich Wasserstofftanks schneller befüllen.

Das Problem: Damit die Brennstoffzelle klimatechnisch überhaupt Sinn macht, muss der Wasserstoff per Elektrolyse aus Öko-Strom gewonnen werden. Der entsprechende Markt steckt allerdings noch in den Kinderschuhen und dürfte auch von der Schwerindustrie (Stichwort: grüner Stahl) stark nachgefragt werden. Beobachter rechnen also damit, dass es um ökologischen Wasserstoff künftig einen regelrechten Kampf geben wird.

Mein Fazit für Sie

Dass Daimler Truck hier zweigleisig fährt, ist für die Aktie meiner Meinung nach ein sehr gutes Signal. Niemand kann derzeit mit absoluter Sicherheit voraussagen, ob sich der Batterieantrieb oder die Brennstoffzelle im Schwerlastverkehr durchsetzen – oder ob beide Technologien nebeneinander existieren werden. Die Stuttgarter sichern sich also gegen alle Eventualitäten ab.