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Richemont – China verhindert noch bessere Zahlen

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Der in der Gemeinde Bellevue im Kanton Genf beheimatete Luxusgüterkonzern Richemont konnte seine Umsätze im Weihnachtsquartal trotz Problemen im pandemiegeplagten China weiter steigern.

Wachstum auf allen Vertriebswegen

In dem am 31. Dezember 2022 abgeschlossenen dritten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 gelang es Richemont, den Umsatz im Vergleich zum bereits starken Vorjahresergebnis um 8 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro zu verbessern. Damit wurden die durchschnittlichen Erwartungen von Branchenanalysten jedoch recht deutlich verfehlt, die bei etwa 5,7 Milliarden Euro lagen.

Währungsbereinigt ergibt sich bei dem Uhren- und Schmuckkonzern ein Plus von 5 Prozent, ohne den Einfluss des wegen des Ukraine-Krieges aufgegebenen Russland-Geschäfts wären es 7 Prozent. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres erreichte Richemont ein Wachstum von 18 Prozent.

Die bereinigten Umsätze erhöhten sich sowohl im Einzelhandel als auch im Online-Retailgeschäft um je 6 Prozent auf 3,72 Milliarden respektive 391 Millionen Euro. Die Großhandels- und Lizenzeinnahmen stiegen um 1 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro. Bei den Unternehmensbereichen ergab sich im Schmuckgeschäft (u.a. Cartier) ein Wachstum von währungsbereinigten 8 Prozent auf 3,72 Milliarden Euro, wogegen die spezialisierten Uhrmacher (u.a. Piaget und IWC) wegen des schwachen China-Geschäfts einen Rückgang um 5 Prozent auf 952 Millionen Euro hinnehmen mussten. Die übrigen Verkäufe (vor allem Mode und Accessoires) erreichten ein Plus von 6 Prozent auf 729 Millionen Euro.

Umsatz steigt in allen Regionen außer Asien-Pazifik

Stark fiel das Wachstum in Japan aus, wo der Umsatz auch wegen der Aufhebung der Covid-Restriktionen Mitte Oktober um 30 Prozent (währungsbereinigt sogar 43 Prozent) auf 477 Millionen Euro anstieg. In Europa ging es unter anderem wegen höherer Touristenzahlen vor allem aus den USA und dem Mittleren Osten um 17 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro nach oben, wobei die Geschäfte in Frankreich, Italien und der Schweiz besonders gut liefen.

Im Bereich Mittlerer Osten und Afrika betrug das Umsatzplus – begünstigt von der viele Besucher anlockenden Fußball-WM in Katar – 20 Prozent (währungsbereinigt 10 Prozent) auf 428 Millionen Euro und auf dem amerikanischen Kontinent 16 Prozent (währungsbereinigt wegen des starken US-Dollars nur 3 Prozent) auf 1,32 Milliarden Euro.

Ein Minus von 7 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro ergab sich lediglich in der Region Asien-Pazifik, was auf die erhebliche Störung der Retail-Geschäfte in China als Folge der hohen Covid-Infektionszahlen mit zahlreichen Lockdowns und Personalengpässen zurückzuführen ist.

Aktie dreht ins Plus

Die Richemont-Aktie startete nach den auf den ersten Blick enttäuschenden Zahlen im Minus, drehte allerdings schnell ins Plus und liegt im späten Vormittagshandel gut 2 Prozent höher bei etwa 140 Schweizer Franken. Grund dafür dürfte sein, dass der Rückschlag beim Umsatz wegen der inzwischen weitgehend aufgehobenen Corona-Beschränkungen in China als vorübergehend betrachtet wird. Auch die Bestätigung der „Outperform“-Einschätzung durch die kanadische Bank RBC und eine Erhöhung des Kursziels durch die Analysten von Morgan Stanley haben sicher nicht geschadet.