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Renditechance: Warum dieser Auto-Helfer so interessant ist!

Inhaltsverzeichnis

Die Corona-Pandemie war für den deutschen Entwicklungsdienstleister Bertrandt ein Desaster sondergleichen. Wegen der erheblichen Einschnitte in Industrie und Autobranche krachten Umsatz und Ergebnis der baden-württembergischen Firma im Jahr 2020 in sich zusammen.

Inzwischen hat sich Bertrandt aber wieder gefangen und kann trotz der nun aktuellen Krisen positiv in die Zukunft blicken. Das gab der Konzern vor Weihnachten im Rahmen seiner Bilanzpräsentation bekannt.

Bertrandt beschleunigt technologischen Fortschritt der Autobranche

Bevor wir uns die neuen Zahlen anschauen, zunächst ein paar Hintergrundinfos für Sie: Die im schwäbischen Ehningen (Region Stuttgart) sitzende Firma hilft Autoherstellern und der Flugzeugindustrie bei der Entwicklung neuer Produkte. Geht es beispielsweise um das Design von Fahrzeugen, um die Elektronik oder um Umweltsimulationen greifen Kunden wie Volkswagen, Porsche, Mercedes oder BMW auf die Expertise der Schwaben zurück.

Im Prinzip deckt Bertrandt die gesamte Produktionskette von Automobilen und Flugzeugen mit Hilfsleistungen ab – und das seit knapp 50 Jahren. Hinzu kommen kaufmännische Dienstleistungen in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau, Energie und Medizintechnik.

Was das Unternehmen so interessant macht, ist dessen starke Zukunftsperspektive. Denn: Die Anforderungen zum Beispiel an Autos werden in den nächsten Jahren massiv zunehmen, sei es wegen der immer strengeren Umwelt- und Klimavorgaben, aber auch angesichts der Vernetzung (z.B. autonomes Fahren) und der Elektromobilität.

Bertrandt jedenfalls fokussiert sich im Vergleich zu den Autoherstellern schon wesentlich länger auf diese dynamischen Entwicklungen und kann seinen Kunden somit auf die Sprünge helfen. Die Schwaben tragen also dazu bei, den technologischen Fortschritt unter anderem in der Autobranche zu beschleunigen.

Geschäftsjahr 2021/22: endlich wieder auf der Spur

Nun zu den neuen Zahlen: Bertrandt erzielte im Geschäftsjahr 2021/22 (per Ende September 2022) einen Umsatz von 1,009 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 19 Prozent gegenüber dem vorherigen Fiskaljahr. Besonders stark: Der Ingenieursdienstleister konnte damit wieder an das Vor-Corona-Niveau anknüpfen (2018/19: 1.058 Mrd. €).

Aber auch beim Gewinn setzten die Schwaben Akzente. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdoppelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 41,66 Millionen Euro. Unterm Strich blieb ein Überschuss von immerhin 21,12 Millionen Euro hängen – nach 6,91 Millionen im Vorjahr.

Klar: Auch Bertrandt war zuletzt von höheren Energiekosten betroffen. Doch der Bedarf an Entwicklungshilfen in der Autobranche ist mit Blick auf die oben genannten technologischen Herausforderungen so groß, dass die Schwaben ihre Preise ohne größere Probleme erhöhen konnten. Dafür spricht, dass der Gewinn wesentlich stärker zunahm als der Umsatz.

Dividende soll massiv steigen

Das kommt auch Ihnen als Anleger zugute. Denn Bertrandt kündigte im Rahmen der Bilanzpräsentation eine gigantische Dividendenerhöhung an. So will das Management den Aktionären auf der Hauptversammlung am 22. Februar 2023 eine Dividende von 0,85 Euro pro Aktie vorschlagen.

Das wäre ein Plus von 215 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Berücksichtigt man den aktuellen Kurs (37,5 Euro am 20.12.2022), ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,27 Prozent. Das ist wahrlich noch längst keine überragende Rendite, aber immerhin ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zum Vorjahreswert (0,54 %).

Bertrandt macht vielversprechende Prognose

Und das Ende der Fahnenstange könnte noch längst nicht erreicht sein. Schauen Sie: Für das nun laufende Geschäftsjahr 2022/23 erwartet Bertrandt einen Anstieg der Erlöse um 60 bis 100 Millionen Euro. Der Konzern würde dadurch den Umsatzrekord aus der Vor-Corona-Zeit einstellen.

Gleichzeitig prognostiziert das Management eine EBIT-Marge zwischen 4,1 und 7 Prozent. Zum Vergleich: Im letzten Fiskaljahr erzielte man bei der Profitabilitätskennzahl einen Wert von 4,1 Prozent. Bertrandt dürfte also im besten Falle deutlich mehr operativen Gewinn aus dem Umsatz herausholen, was schließlich weitere Dividendenerhöhungen rechtfertigen würde.

Bertrandt-Aktie: mein Fazit für Sie

Wollen Sie in die Bertrandt-Aktie investieren, müssen Sie auf weiter steigende Entwicklungsausgaben der Autobranche wetten. Die europäischen Autohersteller investieren jedes Jahr Milliardensummen in die Entwicklung neuer Technologien und Produkte – Tendenz steigend. Davon profitiert Bertrandt grundsätzlich.

Entscheidend wird nun sein, wie hart die Rezession etwa in Deutschland im nächsten Jahr auf die Stimmung der Autokonzerne schlagen wird. Kommt es zu einem tiefgreifenden Konjunkturrückgang, müssten die Hersteller ihre Ausgaben reduzieren. Wobei der Rotstift zumindest bei den Entwicklungsbudgets wohl erst in einer wirklich verheerenden Lage  zum Einsatz käme, einfach weil es sich Volkswagen und Co. nicht leisten können, technologisch ins Hintertreffen zu geraten.

Ohnehin gibt es derzeit einige Signale, wonach die Rezession in Deutschland relativ milde ausfallen wird. Die Perspektive von Bertrandt ist also unterm Strich trotz der Krisen vielversprechend.  Das sehen übrigens auch einige Analysten so. Laut Marketscreener liegt das durchschnittliche Kursziel der Experten zur Bertrandt-Aktie mehr als 45 Prozent über dem Niveau vom 20. Dezember. Demnach könnte(!) der Kursverlust infolge des Ukraine-Kriegs übertrieben gewesen sein.