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Renault-Aktie: Jetzt ist das Russland-Desaster perfekt!

Inhaltsverzeichnis

Jahrelang haben sich westliche Unternehmen in Russland eine goldene Nase verdient. Doch seit Beginn der völkerrechtswidrigen Invasion Putins in das Nachbarland Ukraine hat sich das schlagartig geändert. Auf einmal war und ist das Geschäftemachen in Russland verpönt.

Nach Angaben der „Yale School of Management“ haben inzwischen mehr als 750 Unternehmen angekündigt, ihren Betrieb in Russland zumindest teilweise einzuschränken. Viele Konzerne haben dem Land derweil gar komplett den Rücken gekehrt.

Das hat Auswirkungen auf die Börse. Schauen Sie: Jene Börsenfirmen, die in Russland besonders aktiv waren oder sind, werden vom Kapitalmarkt hart abgestraft. Schließlich steht deren Bilanz jetzt auf der Kippe.

Renaults Russlandfreundschaft

Auch in der Autobranche zeigt sich das mehr als deutlich. Allen voran: bei Renault. Kein anderer ausländischer Autobauer war in Russland so aktiv wie Renault. Entsprechend krachte der Aktienkurs der Franzosen wegen des Ukraine-Kriegs wesentlich stärker ein als der der Konkurrenz.

Das Renault-Papier verlor zwischen Mitte Februar und Mitte März rund 40 Prozent. Bei der Volkswagen-Aktie etwa belief sich das Minus im gleichen Zeitraum auf „nur“ 16 Prozent, bei Stellantis auf 18 Prozent und bei Mercedes-Benz auf 13 Prozent.

Das Avtovaz-Fiasko

Besonders bitter: Renault ist nicht nur mit seinen eigenen Produktionsstätten und Autos in Russland vertreten. Der Konzern hält auch eine Beteiligung am größten russischen PKW-Hersteller, an Avtovaz. Hierzulande ist der Autobauer mit Sitz in Toljatti vor allem durch die Modellreihe „Lada“ bekannt, die bis 2020 auch in Deutschland verkauft wurde.

Die Renault Group hatte sich in den letzten beiden Jahrzehnten regelmäßig neue Anteile an Avtovaz gesichert. 2016 dann übernahm man die Merhheit an dem russischen Unternehmen.

Nun haben die Franzosen den Russen Lebewohl gesagt. Wie aus Medienberichten hervorgeht, stößt Renault seinen 68-prozentigen Anteil an dem „Lada“-Hersteller ab – zu einem symbolischen Preis von einem einzigen Rubel. Für die Franzosen ist das ein Desaster sondergleichen, hatte man doch hohe dreistellige Euro-Millionensummen in den russischen Partner investiert. Nun bekommt man dafür umgerechnet rund einen Eurocent heraus.

Renault gibt sein Werk in Moskau ab

Doch das Avtovaz-Fiasko ist nicht die einzige Tragödie, die Renault im Rahmen des Ukraine-Kriegs erleiden muss. Mitte März hatte der Autogigant angekündigt, seine eigene Produktion in Moskau auf Eis zu legen. Jetzt wollen die Franzosen das Werk an die dortige Stadtverwaltung übergeben.

Wie hoch die Abschreibungen sind, die Renault wegen Avtovaz und dem Werk in Moskau hinnehmen muss, ließ man bis dato offen. Fakt ist: Das Desaster dürfte tiefe Löcher in die Bilanz der Franzosen reißen.

Q1: Umsatzeinbußen im Russland-Geschäft

Das zeigt sich im Ansatz bereits anhand der Umsatzzahlen zum ersten Quartal 2022. So krachte der kumulierte Umsatz von „Renault Russia“ und Avtovaz in den ersten drei Monaten des Jahres um 15,7 Prozent ein.

Klar: Die Chip-Verknappung und die allgemeinen Nachwehen der Corona-Pandemie sind ebenfalls Belastungsfaktoren, die nicht unterschätzt werden sollten. Der Einbruch des Russland-Geschäfts aber spricht Bände.

Immerhin: Die Renault Group konnte in Q1 konzernweit beim Absatz der Elektroautos stark zulegen. Das alleine dürfte allerdings kaum reichen, um die Sorgen der Aktionäre auszuräumen.

Mein Fazit für Sie

Entsprechend schwierig gestaltet sich aktuell die Einstufung der Aktie. Da nicht bekannt ist, welche konkreten finanziellen Folgen der Ukraine-Krieg für Renault haben wird, lässt sich eine Aussage über den Aktienkurs und dessen Entwicklung derzeit kaum seriös treffen.

Fazit: Das Renault-Papier ist aktuell mit einem sehr hohen Risiko verbunden und allenfalls erfahrenen Tradern zu empfehlen, die nach einem schnellen und wagnisreichen Rendite-Abenteuer suchen.