Redcare Pharmacy-Aktie: Es ist kompliziert
Der Kurs der Redcare Pharmacy-Aktie ist nach der Präsentation der vorläufigen Geschäftszahlen deutlich eingebrochen und notiert aktuell bei etwa 67 Euro (Stand: 8. Januar 2026, ca. 8 Uhr). Damit hat das Papier auf Jahressicht rund 45 Prozent verloren – die Redcare Pharmacy-Aktie gehörte zu den größten Verlierern im MDAX in 2025.
Für Anleger ergibt sich nach den frischen Zahlen ein sehr uneinheitliches Bild. Auf der einen Seite hat sich die Dynamik zuletzt teilweise abgeschwächt und das eigene Wachstumsziel für 2025 wurde knapp verfehlt. Auf der anderen Seite hat das Papier von Redcare Pharmacy in den letzten Quartalen trotz erheblich gesteigerter Umsätze und mehr Kunden stark eingebüßt. Die Analysten sehen hier auch nach der jüngsten Enttäuschung meist noch deutlich höhere Kursziele.
Dynamik bei rezeptfreien Medikamenten enttäuscht
Im letzten Quartal von 2025 hat der Online-Apothekenhändler nach vorläufigen Zahlen mit 794 Millionen Euro etwa 18 Prozent mehr Umsatz erzielt. Auf das Gesamtjahr gesehen liegt das Umsatzplus damit bei 24 Prozent – knapp unter der eigenen Zielsetzung von 25 Prozent. Insgesamt landete der Umsatz bei rund 2,9 Milliarden Euro.
Die Zahl der Kunden konnte Redcare Pharmacy in 2025 von 12,5 Millionen auf 13,9 Millionen steigern. Das Wachstum ist unterm Strich sehr ordentlich. Vor allem in Q4 zeigte sich allerdings eine abgeschwächte Dynamik im Bereich der rezeptfreien Medikamente. Hierbei wurden die Erwartungen im Vorfeld verfehlt, was zu einer enttäuschenden Reaktion an den Börsen geführt hat.
Redcare Pharmacy-Aktie: Nachlassende Dynamik vs. Chancen
Mit der leicht enttäuschenden Entwicklung im vierten Quartal hat der Konzern Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Fraglich ist nun, ob sich die nachlassende Dynamik bei rezeptfreien Medikamenten fortsetzen wird. Und falls ja, ob das durch die Wachstumsaussichten bei rezeptpflichtigen Medikamenten ausgeglichen werden kann.
Anleger sollten bedenken: Die Redcare Pharmacy-Aktie hat in den letzten Quartalen bereits sehr deutlich verloren – im Hinblick auf die strukturellen Wachstumschancen vielleicht zu viel. Die Analysten sehen weiterhin meist Kursziele über der Marke von 100 Euro. Nach den vorläufigen Umsatzzahlen haben beispielsweise Barclays (130 Euro) oder die Baader Bank (175 Euro) ihre Ziele bestätigt. Wichtig dürfte nun unter anderem der Ausblick auf das Jahr 2026 werden.