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Quartalsergebnisse US-Aktien – Warm anziehen

Inhaltsverzeichnis

Analysten sind sich einig: Die in der kommenden Woche beginnende Bilanzsaison für das dritte Quartal 2022 wird für die US-Börsen – und damit auch für die globalen Aktienmärkte – richtungsweisend sein. Die Gewinnschätzungen für die Aktien des S&P 500 sind im Vorfeld bereits reduziert werden – dennoch drohen Ertragsenttäuschungen.

Enttäuschte Erwartungen lassen die Kurse purzeln

Einen Vorgeschmack auf die Nervosität an der Wall Street haben bereits einige Unternehmen gegeben, die ihr Geschäftsquartal nicht Ende September beendet haben, sondern schon im August. Als Nike und Adobe im vorigen Monat schlechtere Ergebnisse als erwartet geliefert und dazu noch den Ausblick kassiert haben, stürzten beide Aktien ab und büßten im zweistelligen Prozentbereich ein.

Anleger müssen deshalb darauf gefasst sein, dass schwache Daten zu ungewöhnlich hohen Kursverlusten führen können. Im Abwärtstrend von Aktienmärkten verzeihen Anleger und Analysten eben Enttäuschungen viel weniger als in freundlichen Börsenzeiten.

Noch Ende Juni, als die Sommerrallye gerade begonnen hatte, lagen nach den Berechnungen  des US-Datenanbieters Refinitiv  I/B/E/S die durchschnittlichen Analystenschätzungen für die Unternehmen aus dem S&P 500 bei einem Gewinnplus von 11,4 % gegenüber dem Vorjahr. Ohne die Aktien aus dem Energiebereich waren es immerhin noch 6,2 %.

Inzwischen sind die Prognosen auf 4,5 % Gewinnanstieg insgesamt reduziert worden. Das ist relativ ungewöhnlich, weil in den vergangenen Quartalen die Erwartungen im Vorfeld der Zahlen meistens angehoben worden sind – laut Refinitiv I/B/ES sechsmal in den letzten acht Quartelen.

Ohne Energieaktien droht bei den Erträgen ein Minus

Für den Index ohne die klotzig verdienenden Energiewerte ist der Rückgang noch dramatischer. Die Schätzungen für die Ergebnisse liegen aktuell bei minus 2 %. Das wäre, wenn die Prognosen eintreffen, nun schon das zweite Minus der US-Aktien ex Energie in Folge. Und so etwas passierte an der Wall Street in den vergangenen 15 Jahren nur zweimal: in der Finanzkrise 2008/2009 und in der Corona-Krise 2020, also den Zeiträumen mit den heftigsten Kursverlusten an den Börsen der USA und weltweit.

Nicht nur wegen diesem möglichen schlechten Omen werden die Akteure an den Aktienmärkte die Quartalszahlen diesmal besonders kritisch unter die Lupe nehmen. Denn die Unsicherheit ist groß, wie sich die stark steigenden Lohnkosten, die hohen Energiepreise, der starke Dollar, die gestiegenen Zinsen und die immer noch anhaltenden Lieferkettenprobleme auf die Unternehmensergebnisse auswirken werden. Und aus den Zahlen und vor allem aus den Ausblicken der Manager lässt sich dann auch einigermaßen abschätzen, welchen Pfad  die amerikanische Wirtschaft in den kommenden Quartalen voraussichtlich einschlagen wird.

Bilanzsaison beginnt mit Blackrock, JP.Morgan & Co

Die Bilanzsaison an der Wall Street startet am 12. Oktober mit PepsiCo, dann folgen in den Tagen danach die meisten großen US-Finanzkonzerne mit Blackrock und  JP. Morgan an der Spitze. Da die Geldhäuser am besten über die Situation ihrer Kunden Bescheid wissen sollten, erwarten die Märkte von deren Quartalszahlen erste wichtige Aufschlüsse über den Zustand der gesamten US-Wirtschaft, der amerikanischen Börsen und der Aktienmärkte weltweit.