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Powercell Sweden – saft- und kraftlos

Inhaltsverzeichnis

Der Hersteller von Brennstoffzellen-Systemen Powercell Sweden hat im dritten Quartal 2022 seinen Umsatz deutlich gesteigert, aber beim Ergebnis je Aktie die Erwartungen klar verfehlt. Die Aktie gerät unter Druck.

Kursrutsch unter die 10 Euro-Marke

Die Zeiten, als die Aktie von Powercell im Zuge des Wasserstoff-Hypes einen  beeindruckenden Gipfelsturm erlebte, sind längst vorbei. Von Januar 2020 bis Januar 2021 hatte sich der Kurs der schwedischen Aktie fast verdreifacht und mit über 45 Euro den bisherigen Rekordwert erreicht. Seither ging es mit kurzen Zwischenerholungen nur noch bergab. Und die heutigen Quartalszahlen haben die einstige Mode-Aktie sogar unter die 10-Euro-Marke gedrückt.

Beim Umsatz konnte Powercell Sweden, das 2008 aus dem Volvo-Konzern ausgegliedert worden war, noch einigermaßen überzeugen. Er kletterte gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um immerhin 23 % auf 55,6 Millionen Schwedische Kronen (SEK). In Euro umgerechnet sind das aber gerade einmal recht bescheidene 5 Millionen. Gegenüber dem Vorquartal bedeuten die Verkäufe allerding einen Rückschritt, denn da hatte der Brennstoffzellen-Spezialist noch 57,3 Millionen SEK erlöst.

Verlust je Aktie mehr als verdoppelt

Ziemlich düster sieht es dagegen auf der Ertragsseite aus. Der Verlust je Aktie fiel mit 0,37 SEK mehr als doppelt so hoch aus wie ein Jahr zuvor mit 0,17 SEK. Und auch die Analystenerwartungen, die bei 0,21 SEK gelegen hatten, wurden weit verfehlt. Ein Teil der drastischen Einbußen war zwar einem Sondereffekt infolge von Abfindungszahlungen zuzuschreiben, aber auch im „normalen“ Geschäft sind Gewinne noch in weiter Ferne. In den ersten neun Monaten 2022 hat sich die Ertragslage von Powercell ebenfalls verschlechtert: der Verlust je Aktie war mit 1,15 SEK höher als ein Jahr zuvor mit 0,97 SEK.

Ein Großauftrag weckt langfristig Hoffnungen

Relativ gut sieht es dagegen beim operativen Cashflow aus. Hier waren die Abflüsse mit 11 Millionen SEK deutlich geringer als ein Jahr zuvor mit 40 Millionen SEK. Auch bei den neuen Bestellungen gibt es Lichtblicke: Anfang Oktober konnte das Unternehmen, an dem der Bosch-Konzern eine Beteiligung hält, einen Großauftrag über rund 1,5 Milliarden SEK (rund 137 Millionen Euro) ergattern, für den ab 2024 die Lieferung von 5000 Brennstoffzellen-Stacks geplant ist. Allerdings steht der Auftrag noch unter dem Vorbehalt, dass der Kunde ZeroAvia die Zulassung für sein Projekt erhält. Die Powercell-Aktie rutschte nach den Zahlen um über 6 % auf Kurse um 9,70 Euro ab. Im Jahresvergleich ergibt das ein Minus von fast 50 %.