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Porsche-Aktie: 2022 Gewinn-Rausch – das sollten Sie beachten

Inhaltsverzeichnis

Schauen Sie sich einmal diese Zahlen zu 2022 an:

  • Mercedes-Benz: 14,6 Prozent
  • VW (alle Marken): 8,1 Prozent
  • Porsche: 18 Prozent

Sie werden es schon ahnen. Hier geht es um die sogenannte operative Umsatzrendite, die angibt, wie viel operativer Gewinn vom Umsatz hängen bleibt. Die Kennzahl gibt also Aufschluss über die Profitabilität eines Unternehmens. Und wie Sie sehen können, stellt Porsche seinen Premium-Konkurrenten Mercedes, vor allem aber seine Schwestermarken aus dem VW-Imperium deutlich in den Schatten.

Die Kennzahl ist ein Ergebnis des kürzlich veröffentlichten Geschäftsberichts von Porsche. Kurzum: Das Zahlenwerk offenbart erneut die beachtliche Gewinnmaschinerie der Stuttgarter VW-Tochter – und das selbst in Zeiten hoher Inflation. Denn Porsche kann die gestiegenen Kosten über höhere Preise relativ einfach an die zahlungskräftige Kundschaft weitergeben.

So gut lief es 2022 für Porsche

Aber schauen Sie selbst: Porsche erzielte im letzten Jahr ein operatives Konzernergebnis von 6,77 Milliarden Euro, was einem Plus von 27,4 Prozent entspricht. Die operative Umsatzrendite stieg von 16 auf die oben erwähnten 18 Prozent. Der Umsatz verbesserte sich um 13,6 Prozent auf 37,6 Milliarden Euro.

Porsches Resilienz wird auch mit Blick auf die Verkaufszahlen deutlich. So stieg der Absatz der Premium-Autos in 2022 um 2,6 Prozent auf 309.884 Exemplare. Trotz der hohen Inflation, der allgemeinen Konsumsorgen und der anhaltenden Probleme in den Lieferketten konnte Porsche also mehr Autos verkaufen als 2021. Zum Vergleich: Die auf Volumenautos spezialisierte Volkswagen-Kernmarke musste im letzten Jahr einen Absatzrückgang von 6,8 Prozent hinnehmen.

Was Sie in Zukunft erwarten dürfen

Porsche jedenfalls sieht das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht. Anfang 2023 hatte das Management den sogenannten „Road to 20“-Plan vorgelegt. Dieser sieht vor, die Umsatzrendite langfristig auf mehr als 20 Prozent anzuheben. Finanzchef Lutz Meschke will hierfür noch einmal alles auf den Prüfstand stellen: angefangen beim Produktangebot über die Preissetzung bis hin zur Kostenstruktur.

2023 soll sich die Rendite indes zwischen 17 und 19 Prozent einpendeln. Für den Konzernumsatz prognostiziert Meschke eine Spanne von 40 bis 42 Milliarden Euro. Bei den Erlösen erwartet Porsche also in jedem Fall also ein Wachstum.

Allerdings, und das sollten Sie als Anleger berücksichtigen, ist eine Umsatzsteigerung im Kontext steigender Preise erwartbar. Entscheidend ist, wie viel von diesem Umsatz am Ende in (operativen) Gewinn umgewandelt werden kann. Entsprechend ist die Rendite-Prognose mit Unsicherheiten behaftet.

Software-Probleme bremsen aus

Großen Wert will das Management übrigens auf die Schlüsselbereiche Software und Batterietechnologie legen. Über die Tochter Cellforce forciert Porsche künftig eigene Hochleistungsbatterien für seine Stromer. Ähnliche Pläne verfolgen auch die meisten anderen großen Autobauer, was deren Abhängigkeit von Lieferanten verringert und Planungssicherheit schafft.

Bei der Software hingegen musste Porsche zuletzt Abstriche machen. Wegen Problemen bei der VW-Software-Tochter Cariad  hatte Porsche den Marktstart des elektrischen „Macan“ von 2023 auf 2024 verschoben. Offenbar hat Cariad Probleme, die benötigte Software für Elektroautos der nächsten Generation zu entwickeln. Und das betrifft nicht nur Porsche, sondern auch andere VW-Marken wie Audi oder Bentley.

Was macht die Aktie und die Dividende?

Die Porsche AG ist seit Ende September 2022 separat an der Börse gelistet. Die Aktie ist indes nicht zu verwechseln mit der VW-Dachgesellschaft „Porsche Automobil Holding SE“, die von den Familien Porsche und Piech kontrolliert wird.

Der Börsengang des Autobauers war jedenfalls ein gelungener Schachzug und brachte dem Unternehmen, aber auch Volkswagen und der Porsche SE enorme Erträge ein. Die Porsche AG kann dieses Geld nun nutzen, um weitere Wachstumskräfte freizusetzen – vor allem mit Blick auf die wichtige Elektromobilität.

Wie Sie im Chart sehen, ist die Dax-Aktie bis dato eine Erfolgsgeschichte, auch wenn das Papier zwischenzeitlich Federn lassen musste (Stand: 14.03.2023, 9:30 Uhr):

Quelle: www.aktienscreener.com

Die Rückgänge im März haben allerdings auch mit der allgemeinen Unsicherheit am Aktienmarkt infolge des Zusammenbruchs der US-amerikanischen Silicon Valley Bank (SVB) zu tun. Blendet man das aus und berücksichtig die langfristige Profit-Perspektive von Porsche, ist die Aktie meiner Meinung nach immer noch ein interessantes Investment.

Für 2022 schlägt der Vorstand derweil eine Dividende für die Vorzugsaktionäre von 1,01 Euro vor. Das entspricht mit Blick auf den aktuellen Aktienkurs einer Rendite von knapp 1 Prozent (Kursstand: 14.03.2023, 9:30 Uhr). Die Ausschüttung soll wenige Tage nach der Hauptversammlung am 28. Juni erfolgen. Klar: Die Rendite ist nicht gerade das Gelbe vom Ei, das Management kündigte jedoch für 2023 und darüber hinaus höhere Ausschüttungsquoten an.

Debatte um E-Fuels: Risiko für Porsche

Trotzdem offenbart der Premium-Autobauer langfristige Risikofaktoren. Im Mittelpunkt: die Zweigleisigkeit bei der Zukunftsstrategie. So setzt Porsche neben Elektroautos auch auf die sogenannten E-Fuels, also auf synthetische Kraftstoffe, die in Verbrennerfahrzeugen genutzt werden können.

In Chile hatten die Stuttgarter Ende 2022 eine Pilotanlage zur Produktion dieser Kraftstoffvariante eröffnet, die per Strom aus Wasser und Kohlenstoffdioxid hergestellt wird. Kommen im Strommix erneuerbare Energien zum Einsatz, bieten die E-Fuels erhebliche Klimavorteile im Vergleich zu klassischen Verbrenner-Treibstoffen. Auf der anderen Seite sind die E-Fuels wegen der vielen Zwischenschritte nicht gerade energieeffizient.

In Europa jedenfalls läuft derzeit eine Debatte über die Sinnhaftigkeit der E-Fuels – angefeuert von der FDP und unterstützt von Porsche. Die Frage ist: Sollen Verbrennerautos auch nach 2035 in der EU neu zugelassen werden dürfen, wenn sie synthetische Kraftstoffe tanken?

Noch ist unklar, wie das politische Tauziehen ausgehen wird (Stand: 14.03.2023, 9:30 Uhr). Als Porsche-Anleger sollten Sie jedenfalls auf einen Erfolg der E-Fuels setzen, einfach weil das Unternehmen bereits hohe Summen in die entsprechende Forschung, Entwicklung und Produktion investiert hat. Zudem würden die E-Fuels dazu beitragen, dass das Vorzeigemodell der Stuttgarter, der 911er, als reine Verbrennerversion erhalten bleiben kann – inklusive des bei vielen Kunden so geschätzten Motorsounds.

Mein Fazit für Sie

Unterm Strich bleibt Porsche meiner Meinung nach eine interessante Investment-Story. Das Traditionsunternehmen verfügt weltweit über eine starke Reputation sowie Kundenbindung und ist sehr solide finanziert und hoch profitabel. Diese Stärken kann Porsche in das neue Zeitalter der Mobilität bringen und Ihnen als Anleger lukrative Renditechancen verschaffen.