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Pinterest trotzt schwachem Werbemarkt und steigert Umsätze

Inhaltsverzeichnis

Nach Vorlage der Geschäftszahlen wurde die Pinterest-Aktie wachgeküsst und ging mit einem zweistelligen Kursplus aus dem Handel. Der Grund: Sowohl bei der Umsatz- als auch bei der Gewinnentwicklung konnte der soziale Netzwerkbetreiber die Erwartungen der Analysten übertreffen.

Wie waren die Zahlen im Detail? Was können Anleger in den kommenden Monaten erwarten und wie schätzen die Analysten das Kurspotenzial von Pinterest ein?

Fotoplattform mit Netzwerkeffekt

Pinterest ist ein sozialer Internetdienst im Bereich Foto-Hosting. Über die Plattform (online oder App) können Benutzer Bilder hochladen, diese in Kategorien und bestimmte Themen einteilen und mit anderen Benutzern teilen. Auf diese Weise haben User die Möglichkeit, Interessantes, Inspirierendes oder Nützliches auf ihrer virtuellen Pinnwand zu speichern und mit Kommentaren zu versehen oder auf Pinnwänden anderer Nutzer zu entdecken.

Derzeit nutzen weltweit über 440 Millionen Nutzer monatlich Pinterest, um in über 175 Milliarden Inhalten aus diversen Themengebieten wie Kochen, Reisen, Hochzeit, Feste, Mode, Inneneinrichtung, Garten, Sport u.v.a. zu suchen.

Geld verdient Pinterest hauptsächlich über Werbeanzeigen auf der Plattform, insbesondere mit sogenannten Promoted Pins. Hierbei handelt es sich um Kreativbeiträge in dem sozialen Netzwerk, die von Werbetreibenden erstellt worden sind. Produkte oder Dienstleistungen stehen im Fokus, die gegen Geld erworben werden können. Als Plattformbetreiber erhält das soziale Netzwerk beim Verkauf verlinkter Produkte einen Umsatzanteil.

Pinterest weiter auf dem Wachstumspfad

Im dritten Quartal war Pinterest weiter auf dem Wachstumspfad, wenn auch mit deutlich geringerer Dynamik als noch im Vorjahr: Die Umsätze kletterten um 8,2% auf 685 Millionen Dollar in die Höhe. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2021 erzielte der Technologiekonzern noch ein Umsatzwachstum von 52%.

Bei den Nutzerzahlen sah es wie folgt aus: In den USA ging die Zahl der monatlich aktiven Nutzer von 98 auf 95 Millionen (-3%) zurück. International erhöhte sich die Nutzerzahl minimal um 2 Millionen auf 230 Millionen, während in Europa monatlich 120 Millionen Kunden auf das Netzwerk zugriffen (Q3 2021: 119 Millionen). In Summe ergab sich damit im Jahresvergleich ein hauchdünnes Plus bei den Nutzerzahlen von 1 Millionen auf nunmehr 445 Millionen.

Am Ende erzielte Pinterest ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 77 Millionen Dollar in den Büchern. Das wiederum lag deutlich um 62% unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Ein Grund sind neben deutlich höheren Betriebsausgaben auch die Ausgaben für Forschung & Entwicklung, die mittlerweile bei 24% der Gesamtumsätze liegen (vs. 19% in Q3 2021).

Lukrative Nutzer in den USA

Unterdessen gelingt es Pinterest aber immer besser, Kapital aus jedem einzelnen Nutzer zu schlagen. Interessant: Obwohl nur gut ein Fünftel (21,3%) der Nutzer aus den USA stammen, war der Heimatmarkt für 83,9% der Gesamtumsätze verantwortlich. Je Nutzer erzielte Pinterest in Nordamerika & Canada einen Umsatz von 6,13 Dollar (vs. 5,32 Dollar im Vorjahresquartal). Zum Vergleich: In Europa waren Nutzer mit einem Umsatz von 72 Cent deutlich weniger lukrativ. Im Rest der Welt erzielte das Unternehmen sogar nur 11 Cent je Nutzer, allerdings lag das deutlich um 38% über dem Vorjahresniveau.

Prognose besser als befürchtet

Für das laufende Quartal stellt das Pinterest-Management ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Für das Gesamtjahr erwartet der US-Konzern einen Umsatz von 2,82 Milliarden Dollar (+9 %). Allerdings stellt die Konzernführung die Anleger auf sinkende Gewinnmargen ein.

Analysten sehen keinen Grund zum Einstieg

Fest steht, dass sich Pinterest im aktuell herausfordernden Umfeld (Stichworte Bremseffekte bei Werbeausgaben) deutlich besser schlägt als manch anderer Tech-Konzern (bspw. Snap, Meta). Dies alleine überzeugt aber noch nicht die Finanzanalysten: Drei Viertel der Wallstreet Banker gibt dem Titel nur ein Haltevotum. Zudem liegt das durchschnittliche Kursziel aller 31 Analysten mit 26,40 Dollar (Quelle: Marketwatch.com) nur geringfügig über dem aktuellen Kursniveau (24,49 Dollar).

Das könnte auch an der stolzen Bewertung liegen. Auf Basis der Konsensschätzungen von 59 Cent Gewinn je Aktie in 2022 wird die Aktie immer noch mit 42fachen Kurs-Gewinn-Verhältnis bewertet. Das scheint im momentan wackeligen Börsenumfeld nicht auszureichen, damit die Analysten zum Einstieg blasen.