PayPal – Turnaround oder Takeover?

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Welch ein Absturz!! Vor rund fünf Jahren noch kostete die PayPal Aktie um die 300 US-Dollar. Heute praeter propter gerade mal 15 % des damaligen Werts. Kürzlich meldete der Pionier aller Zahlungsdienstleister Umsatz und Gewinn für das 4. Quartal des vergangenen Jahres. Beide Werte lagen unterhalb der Schätzungen, waren somit enttäuschend. Übernahmegerüchte und Übernahmespekulationen sorgten zum Leidwesen der Aktionäre nicht für ein Kursfeuerwerk, eher für ein Strohfeuer. Doch schauen wir uns die Zahlen etwas näher an.

Q4 hinter den Erwartungen

Der US-amerikanische Finanzdienstleister erreichte im 4. Quartal des Jahres 2025 einen Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar. Die Analysten-Schätzungen waren mit 8,80 Milliarden Dollar spürbar höher. Vergleichbares beim bereinigten Gewinn. Dieser betrug in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres 1,23 US-Dollar, die Analysten-Schätzungen lagen im Schnitt bei 1,28 US-Dollar.

Die verfehlten Erwartungen wiegen umso schwerer, da wir hier vom Weihnachtsquartal sprechen. Traditionell für Finanzdienstleister wie Kreditkartenunternehmen, aber auch PayPal die stärkste Zeit im Jahr. Denn spätestens Anfang November startet das weltweite Weihnachts-Shopping – mit zunehmender Tendenz online. Bevorzugt werden die Einkäufe dann in der Tat mit Visa & Eurocard sowie auch über PayPal bezahlt.

Hinzu kommt, dass PayPal schon seit längerem neue Geschäftsfelder erschließt. Etwa das sogenannte Branded Checkout – übersetzt: der markeneigene Bezahlvorgang im Online-Handel. Und auch im Internet-Glücksspiel hat PayPal zumindest einen Fuß in der Tür, da Netz-Zocker ihre Einsätze und Gewinne über den Zahldienstleister abwickeln können.

Übrigens: Wer in Deutschland Glücksspiel im Internet anbietet, muss über eine Lizenz auf Grundlage des Glückspielstaatsvertrags verfügen. Spieler, insbesondere sobald sie Zahlungen über PayPal abwickeln, sind gut beraten, vor dem Zocken Informationen über die Deutsche Online Casino Lizenz einzuholen. Ansonsten drohen ggf. Strafen.

Beim Branded Checkout-Geschäft betrug das Wachstum nur noch 1 Prozent nach 6 Prozent im Vergleichszeitraum. PayPal spürt die Konkurrenz der Web-Mammuts deutlich. Allen voran Apple Pay und Google Pay, doch auch neue Fintech-Konkurrenten setzen dem US-Pionier der Bezahlanbieter erheblich zu.

Neuer CEO & Übernahmespekulation bei PayPal

Für Unruhe sorgt auch die Nachricht des CEO-Wechsels. Am 1. März übernimmt Enrique Lores, bislang Chef von HP. Der bisherige Vorstandschef Alex Chriss muss gehen. Auf längere Sicht möglicherweise eine gelungene Aktion, frei nach dem Motto: Neue Besen kehren gut. Gegebenenfalls läutet ein Strategiewechsel durch den neuen CEO den möglichen Turnaround der PayPal Aktie ein.

Spekulationen, dass der Zahldienstleister Stripe den Konkurrenten PayPal übernehme, sorgten für einen Kursschub. Ob am Takeover-Gerücht tatsächlich etwas dran ist, wird sich noch zeigen.

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Die Performance-Bilanz der Anteilsscheine ist erschreckend. Über fünf Jahre ergibt sich ein kumulierter Verlust auf Dollar-Basis von rund 80 Prozent, auf Sicht von 12 Monaten ein Minus von um die 40 Prozent. Allein in den vergangenen zehn Jahren zeigt sich ein geringfügiges Plus von gut 7 Prozent, was unter dem Strich eine verschwindend geringe Durchschnittsrendite ergibt. Dabei ist das aktuell geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das laufende Geschäftsjahr mit knapp 8,5 gar nicht so übel. Meine Meinung: Dezidiert risikobewusste Investoren können jetzt mit einer kleinen Tranche einsteigen – darauf hoffend, dass der neue CEO das Ruder herumreißt oder aber PayPal doch noch übernommen wird.