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Nio-Aktie: Kooperation mit Shell – Batterietauscher kommen nach Europa!

Inhaltsverzeichnis

Hand aufs Herz: Haben Sie schon einmal von dem Unternehmen Better Place gehört? Wahrscheinlich nicht. Denn der große Durchbruch blieb der Firma verwehrt. 2013 verschwand Better Place dann wegen horrender Verluste von der Bildfläche.

Better Place: Batterietauscher erwiesen sich als Rohrkrepierer

Dabei hatte das Start-up durchaus ein interessantes Konzept in petto: nämlich Batteriewechsel-Stationen. Die Idee ist simpel: Ist der Akku eines Elektroautos leergelaufen, soll dieser einfach und schnell gegen eine volle Batterie ausgetauscht werden. Das spart Zeit für die Fahrer.

Doch die Umsetzung war alles andere als simpel: Die Batterietauscher von Better Place waren schlicht und ergreifend zu groß, zu teuer und technisch noch nicht ausgereift. Und nicht zuletzt steckte die Elektromobilität Anfang der 10er Jahre noch in den Kinderschuhen, weshalb der Bedarf überschaubar war.

Nio führt das Konzept weiter – mit Erfolg

Das jedoch hat sich inzwischen geändert. Zwar spielt Better Place hier keine Rolle mehr – umso mehr aber ein interessantes Unternehmen aus China: der junge Elektroautobauer Nio. Die Chinesen haben in den letzten Jahren das Konzept von Better Place weiterentwickelt und marktfähig gemacht.

So sind die Batteriewechsel-Stationen von Nio bedeutend günstiger. Bei den Anlagen handelt es sich um relativ kleine Boxen, die ohne großen Aufwand nahezu überall aufgestellt werden können. Am grundlegenden Prinzip hat Nio indes nichts geändert.

Fahrer von Elektroautos steuern ihr Fahrzeug vor eine solche Box. Anschließend setzt sich ein Mitarbeiter von Nio hinters Steuer und manövriert den Stromer in die Anlage. Dort entfernt ein automatisierter Greifarm die entleerte Batterie und ersetzt sie durch eine aufgeladene. Der Vorgang dauert nur wenige Minuten.

Mega-Ausbau geplant, auch in Europa

Natürlich ist das Ganze nur dann sinnvoll, wenn Nio möglichst viele dieser Stationen aufbaut. Ansonsten müssten die Fahrer lange Strecken zurücklegen, um ihre Batterie austauschen zu lassen. Nio plant deshalb im Reich der Mitte einen gigantischen Ausbau seiner Tausch-Infrastruktur. So sollen allein im Jahr 2021 700 neue Wechselstandorte hinzukommen. Bis 2025 sollen es 3.000 neue Anlagen sein.

Längst geht es dabei nicht mehr nur um China. Bis Mitte der 20er Jahre peilt Nio den Aufbau von 1.000 Stationen außerhalb der Volksrepublik an. Die Batterietauscher könnten also auch bald in Europa zu sehen sein. Um das zu bewerkstelligen, brauchen die Chinesen natürlich etablierte Partner.

Nio schließt sich mit Shell zusammen

Nun hat Nio einen solchen Helfer gefunden. Namentlich: Shell. Zunächst wollen die beiden Partner vor allem in China gemeinsam neue Wechselstationen errichten und betreiben. Schon im nächsten Jahr peilen Shell und Nio aber auch die Expansion nach Europa an, wo der Ölkonzern ein engmaschiges Tankstellennetz betreibt.

An diesen schier unzähligen Standorten könnten künftig also Wechselboxen von Nio aufgebaut werden. Dadurch würden sich die Chinesen eine beachtliche Präsenz schaffen und den hiesigen Lade-Anbietern das Fürchten lehren – nicht zuletzt, da die Batterietauscher herstellerübergreifend funktionieren sollen.

Dass die Wechselboxen nach Europa kommen werden, passt jedenfalls zur Strategie von Nio. Im laufenden Jahr ist das Unternehmen mit seinen Elektroautos bereits in Norwegen gestartet. In den kommenden Jahren sollen die chinesischen Stromer auch in anderen Ländern wie Deutschland ausgerollt werden. Umso besser, dass man dann auch bei der Ladeinfrastruktur ein Wörtchen mitreden wird.

Neue Wechselboxen-Version

Übrigens: Vor einigen Monaten hatte Nio die „Power Swap Station 2.0“ präsentiert. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Boxen, die täglich 312 Batteriewechsel durchführen kann.

Die Ursprungsvariante kommt pro Tag auf rund 100 Wechselvorgänge. Zudem sind die neuen Anlagen vollautomatisiert – einschließlich automatischem Parken. Dadurch kann Nio Personalkosten einsparen. Inzwischen sind in China einige der neuen Wechselboxen bereits in Betrieb.

Mein Fazit für Sie

In China sind die Batterietauscher von Nio längst Alltag. In Europa könnte das Unternehmen dank der Hilfe von Shell ebenfalls beachtliche Erfolge erzielen. Die Kooperation mit dem Ölkonzern ist jedenfalls der bislang wichtigste Meilenstein bei der Expansion der Wechselstationen.

Doch nicht nur das: Nio ist auch mit seinen Elektroautos auf Erfolgskurs. Im November konnte man den Absatz der Stromer erneut massiv steigern – um mehr als 100 Prozent. Zwar sind die absoluten Verkaufszahlen im Vergleich zu Branchengrößen wie Tesla noch sehr gering. Das Wachstum aber ist gigantisch. Vor allem in Europa gibt es für Nios Stromer noch reichlich Luft nach oben.

Mit Blick auf diese lukrativen Chancen ist die Aktie noch recht günstig bewertet – vor allem im Vergleich zu jungen westlichen E-Autofirmen wie Lucid oder Rivian. Analysten sprechen der Nio-Aktie laut Marketscreener im Schnitt ein Kursziel zu, das mehr als 50 Prozent über dem Niveau von Mittwoch liegt.

Nio könnte für Sie also einen Blick wert sein.