Smartsheet schlägt Erwartungen – Aktie hebt ab

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Im aktuellen Börsenjahr hinkt die Smartsheet-Aktie (-7%) dem Technologieaktienindex Nasdaq (+14%) hinterher. Dabei konnten die Aktie nach den gerade vorgelegten Zahlen wieder einiges an Boden gut machen. Nachdem die Erwartungen übertroffen und das Unternehmen mit einer soliden Prognose aufwarten konnte, zogen die Papiere in den letzten beiden Handelstagen kräftig um 17% an.

Smartsheet: Profiteur der Pandemie

Gegründet wurde das in Bellevue (Washington) ansässige Unternehmen im Jahr 2005. Mittlerweile beschäftigt der Konzern rund 3.200 Mitarbeiter und bedient Kunden in mehr als 190 Ländern.

Smartsheet bietet eine Cloud-basierte Plattform zur Koordination und Ausführung von Projektarbeiten. Als Software-as-a-Service Provider entwickelt Smartsheet Lösungen für die Zuweisung von Aufgaben, der Verfolgung von Projektfortschritten oder die Verwaltung von Kalendereinträgen. Auch können Dokumente leicht geteilt und freigegeben werden. Man kann sich Smartsheet als Alternative zu Microsofts Excel mit deutlich verbesserten Funktionen zur Zusammenarbeit in Projekten vorstellen. Das Ziel solcher Workflow Management Software ist es, Arbeitsprozesse effizienter und übersichtlicher zu gestalten.

Dabei verdient Smartsheet sein Geld über ein Abo-Modell, bei dem auf monatlicher Basis ein fester Betrag – bei einer in der Regel jährlichen Zahlung – als Umsatz generiert wird. Rund 95% der Umsätze werden durch solche Subskriptionen erzielt, womit das Geschäft eine gute Planbarkeit erreicht.

Smartsheet weiter mit hohem Wachstum – Umsatz steigt um 20%

Mit seiner Positionierung zeigte Smartsheet auch zuletzt beachtliche Wachstumsraten: Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um 19,6% auf 263 Millionen Dollar. Damit konnten die Analystenschätzungen um 4,8 Millionen Dollar übertroffen werden.

Ebenfalls beeindruckend: Die sogenannte Net Retention Rate (NRR) lag bei 114% und damit weiter deutlich oberhalb der 100%-Marke. Dabei handelt es sich um eine der wichtigsten Kennziffern in der Analyse von Subskriptions-Geschäftsmodellen. Zum Hintergrund: Die NRR besagt, wie sich der Umsatz mit Bestandskunden im Zeitablauf verändert und wird berechnet als Umsatz der Vorperiode minus “Churn Rate” (Umsatz, der durch Kundenverluste oder geringere Preise fehlt) zuzüglich der “Expansion Rate” (zusätzlicher Umsatz mit diesen Kunden durch Nutzungssteigerung, Upsell, Preiserhöhungen).

NRR-Werte über 100% bedeuten ein Wachstum des Umsatzes mit der Bestandskundschaft und sind gleichzeitig ein Hinweis auf hohe Kundenzufriedenheit.

Kundenakquise läuft auf Hochtouren

Die Kunden buchen offenbar immer größere Abo-Pakete bei Smartsheet. So kletterte im abgelaufenen Dreimonatszeitraum die Anzahl der Kunden mit einem Vertragsvolumen von mehr als 100.000 Dollar um 26% auf 1.970. Bei Kunden mit einem Auftragsvolumen von über 50.000 Dollar konnte der Konzern ein Plus von 20% auf inzwischen 4.028 Kunden verzeichnen.

Smartsheet nähert sich Gewinnzone

Gleichzeitig schnitt Smartsheet bei der Gewinnentwicklung besser ab. Am Ende stand ein Verlust von 8,8 Millionen Dollar in den Büchern des Konzerns. Das war weniger als im vergleichbaren Vorjahresquartal (-29,8 Millionen Dollar).

Der bereinigte Gewinn konnte mit 32 Cent je Aktie ebenfalls die Erwartungen der Wallstreet-Banker deutlich schlagen. Die Analysten waren im Vorfeld lediglich von 27 Cent je Anteilschein ausgegangen.

Weiter deutliches Wachstum im Visier

Für das laufende Geschäftsjahr ist Firmenboss Mark Mader zuversichtlich und hat einen Umsatz zwischen 1,116 bis 1,121 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Das entspricht einem Umsatzplus von 16% bis 17%. Gleichzeitig soll der bereinigte Gewinn zwischen 1,22 und 1,29 Dollar je Aktie liegen. Das wiederum liegt deutlich über den bisherigen Schätzungen 1,06 und 1,13 Dollar je Aktie

Fazit: Die Smartsheet-Aktie zog nach den Zahlen deutlich an. Ob die Aktie allerdings langfristig profitiert, wird sich erst noch zeigen müssen. Das Bewertungsniveau (Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e: 35) impliziert bereits einiges an Vorschusslorbeeren. Laut Marketwatch.com raten von 20 Analysten, die sich mit der Aktie beschäftigen, 16 zum Kauf der Papiere. Die übrigen Banker stufen die Aktie als Halteposition ein. Das Durchschnittskurzsiel aller Analysten liegt mit 51,66 Dollar rund 17% über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag.