Catalyst Pharmaceuticals: Kaufen statt Forschen
Das 2002 in Florida gegründete biopharmazeutische Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und Vermarktung innovativer Therapien für Menschen mit seltenen, neuro-muskulären und neurologischen Krankheiten fokussiert. Dabei verfolgt man eine ganz besondere Strategie: Catalyst erwirbt Medikamente bzw. die jeweiligen Lizenzen von bereits in der Entwicklung befindlichen Wirkstoffe, was die Zeit bis zur Zulassung beträchtlich reduziert.
Kauf der Wirkstoffe spart eine Menge Zeit und reduziert Risiken
Die Entwicklung neuer Medikamente ist ein sehr langwieriger, i.d.R. 12 bis 15 Jahre dauernder, teurer und mit hohem Risiko verbundener Prozess. Viele Forschungsprojekte scheitern bereits in frühen klinischen Studienphasen. Je näher die Zulassung rückt, desto geringer das Risiko eines Scheiterns.
Das brachte das Unternehmen auf die Idee, Medikamente bzw. die jeweiligen Lizenzen von bereits in der Entwicklung befindlichen Wirkstoffen einzukaufen, statt selbst die gesamte Entwicklungsphase zu übernehmen.
Catalyst erwarb die Rechte an Firdapse von BioMarin im Jahr 2012, sechs Jahre später folgte die Zulassung. Damit konnte die Entwicklungszeit im Vergleich zu einer vollständigen Eigenentwicklung um mehr als die Hälfte verkürzt werden. Firdapse ist das wichtigste Medikament des Unternehmens und wird zur Behandlung des Lambert-Eaton-Myasthenie-Syndroms (LEMS) eingesetzt. LEMS ist eine seltene neuromuskuläre Erkrankung, die oft mit kleinzelligem Lungenkrebs auftritt.
Die beiden anderen Medikamente wurden in einem späteren Entwicklungsstadium eingekauft, bei Agamree erfolgte die Zulassung noch im Jahr des Erwerbs. Darauf dürfte auch die zukünftige Strategie des Unternehmens hinauslaufen.
Beständiges Wachstum mit hohen Gewinnmargen
Catalyst Pharmaceuticals ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen und konnte zudem die Gewinne überproportional zu den Umsätzen steigern. Inzwischen liegt der Nettogewinn bei über einem Drittel des Umsatzes, das ist schon eine ansehnliche Gewinnmarge. Das liegt u.a. am Fokus auf Medikamente gegen seltene Krankheiten (Orphan Drugs), die neben regulatorischen Vorteilen einen geringeren Wettbewerb mit höheren Preisgestaltungsmöglichkeiten bieten.
Auch wenn das Wachstumstempo mit zunehmender Größe etwas abnimmt, erwarten Analysten für die kommenden Jahre weiterhin zweistellige jährliche Zuwächse.
Aktie ist moderat bewertet
Mit einem aktuellen Börsenwert von 2,67 Mrd. US-Dollar wird die Aktie derzeit mit dem 4,4-Fachen des Umsatzes sowie knapp dem 13,5-Fachen des Gewinns bewertet. Das erscheint in Anbetracht des Wachstums sehr moderat.
Natürlich ist auch die Strategie von Catalyst nicht risikofrei. Sollte ein gerade erst gekaufter Wirkstoff in einer klinischen Studie enttäuschen, wäre das ein herber Rückschlag, der sich entsprechend negativ auf die Aktie auswirken würde. Bislang hat das Management diesbezüglich ein gutes Händchen bewiesen. Man darf gespannt sein, ob dies auch in Zukunft gelingt.