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Aktien : Neuer Rekord: DAX-Unternehmen wollen für 17,7 Milliarden Euro eigene Aktien nachkaufen

Es ist nicht zu leugnen. Die Börsen haben seit Jahresanfang einen holprigen Start hingelegt. Technologie-Aktien und insbesondere Small Caps wurden teilweise bis zu 50% abgestraft. Vor diesem Hintergrund hat sich der deutsche Leitindex noch recht wacker geschlagen, auch wenn hier kurzfristig ein Abwärtstrend dominiert.

DAX-Konzerne nutzen Korrektur zum Kauf eigener Aktien

Doch was machen die DAX-Konzerne? Sie nutzen die Korrektur, um im großen Stil eigene  Aktien zurückzukaufen. So hat das Handelsblatt in einer aktuellen Analyse berechnet, dass die im DAX notierten Unternehmen fast für Aktienrückkäufe ausgeben wollen. Das ist ein neuer Rekord.

Alter Rekord von 2008 übertroffen

Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 2008. Kurz nach dem Ausbruch der Finanzkrise hatten die DAX-Konzerne über 16,9 Milliarden Euro für den Kauf eigener Aktien verwendet. Besonders aktive Rückkäufer waren in den letzten Jahren Adidas und Allianz. Adidas ist auch bei den größten Rückkäufern dabei. Ebenfalls zu den Top-10 gehören Linde, BASF, Deutsche Telekom, Siemens, Heidelberg Zement und Hello Fresh.

Staatliche Coronahilfen kassieren und dann eigene Aktien zurückkaufen?

Aktienrückkaufprograme haben immer wieder Kritik hervorgerufen. Beispiel Adidas. Der Sportartikelhersteller hat während der Pandemie staatliche Coronahilfen erhalten, über 1.200 der insgesamt 7.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und gibt jetzt wieder 4 Milliarden Euro für den Rückkauf eigener Aktien aus. Das passt nicht gut zusammen, und lässt sich auch nicht schlüssig begründen. Denn offenbar hat Adidas zu viel Geld und nicht zu wenig.

Auch das sehe ich kritisch

Ein weiterer Faktor, den ich ebenfalls kritisch sehe: Man kann sich schon die Frage stellen, ob man Milliardenbeträge nicht sinnvoller in neue Technologie und bessere Produkte investiert, als im großen Stil eigene Aktie zurückkaufen.

Fazit: Aktienrückkauf-Programme sind ein zweischneidiges Schwert. Zumindest können sie in der Korrektur dazu beitragen, dass sich die Kurse wieder stabilisieren. Und grundsätzlich ist es ein gutes Zeichen, wenn das Management von seinem eigenen Unternehmen überzeugt ist. Dennoch: Investitionen halte ich für sinnvoller.

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Über den Autor
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Volkmar Michler

Volkmar Michler ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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