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Zoom Aktie: Umsatz im Auftaktquartal verdreifacht

Und es hat Zoom gemacht: Die Pandemie hat dem Videokonferenzanbieter zu unverhofftem Aufschwung verholfen, der auch im ersten Quartal 2021 noch nicht abgeflaut ist.

Ganz im Gegenteil: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich der Umsatz nahezu verdreifacht. Er stieg im Zeitraum von Januar bis Ende März um mehr als 190 Prozent auf gut 956 Millionen Dollar. Der Gewinn vervielfachte sich binnen eines Pandemiejahres von 27 Millionen Dollar im Auftaktquartal 2020 auf satte 227 Millionen Dollar im diesjährigen Berichtszeitraum.

Zoom Aktie im Plus

Mit diesen Zahlen konnte Zoom die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen. Anleger griffen kräftig zu, die an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Zoom Aktie stieg nachbörslich um rund 3 Prozent. Zuletzt kostete das Papier 325 US-Dollar und war damit etwa 50 Prozent mehr wert als noch vor einem Jahr.

Allerdings hatte sich die Aktie in den Sommermonaten extrem in die Höhe geschraubt auf zeitweise mehr als 580 Dollar. Dieses Niveau, das im Oktober seinen Höchststand erreichte, wird so schnell wohl nicht wiederkommen.

Grenzen des Wachstums erreicht?

Auch in Sachen Wachstum scheinen die Grenzen allmählich erreicht. Während der Pandemie profitierte Zoom massiv davon, dass etliche Unternehmen weltweit ihre Beschäftigten ins Home Office schickten und kurzfristig ein verlässliches Tool mit niedrigen Zugangshürden benötigten, um die Arbeitsabläufe zu koordinieren.

Doch auch jenseits der Bürolandschaft hat Zoom während der Pandemie etliche Neukunden gewinnen können. Ausgefallene Verwandtenbesuche wurden kurzerhand zum Online-Kaffeekränzchen umgestaltet, Sportkurse ins virtuelle Zoom-Meeting verlagert und dergleichen mehr.

Rückkehr zur Normalität – Problem für Zoom?

Mittlerweile aber schreitet die Impfkampagne voran, die Infektionszahlen sinken und nach und nach kehrt schrittweise immer mehr Normalität zurück. Damit finden zunehmend auch Sportkurse wieder vor Ort im Fitnessstudio statt, Freunde und Verwandte treffen sich persönlich statt virtuell und Mitarbeiter kehren an den Schreibtisch im Büro zurück.

Die Phase des rasanten Wachstums dürfte damit für Zoom vorüber sein oder sich zumindest abflachen. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzplus in einer Größenordnung von etwa 50 Prozent auf knapp 4 Milliarden Dollar – das ist immer noch weit mehr, als viele andere Firmen in diesen Zeiten vorzuweisen haben.

Hybrides Arbeiten: Wechselmodell mit Zukunft

Zumindest ein massiver Einbruch scheint zudem nicht zu drohen: Beobachter gehen davon aus, dass auch nach überwundener Pandemie in vielen Bereichen zumindest zeitweise Home Office Möglichkeiten weiterbestehen werden, sodass beispielsweise Wechselmodelle mit einzelnen Tagen vor Ort und anderen in Heimarbeit zur vielfach gelebten Praxis werden könnten.

Immerhin hat die Krise bewiesen, dass das Geschäft auch weiterläuft, wenn weite Teile der Belegschaft von zuhause aus arbeiten – wenngleich der persönliche Austausch an der einen oder anderen Stelle sicherlich gefehlt hat.

Viele Kunden werden bleiben

Für Zoom bedeutet das: Ein Großteil der neu gewonnenen Kunden wird wohl bleiben. Insbesondere Unternehmenskunden, die dank entsprechender Lizenzgebühren für den Hauptumsatz verantwortlich sind, werden die nun etablierten Strukturen kaum von heute auf morgen einstampfen, sondern darauf weiter aufbauen.

Die Konkurrenz wie etwa Microsoft Teams, aber auch Angebote von Cisco oder Google, muss Zoom nur bedingt fürchten. Ein kompletter Umzug von einer bestehenden auf eine gänzlich neue Umgebung schreckt viele Unternehmenskunden ab.

Pandemie als Türöffner

Einziger Knackpunkt: Die Preispolitik – hier darf Zoom seine Ansprüche nicht zu sehr in die Höhe schrauben, andernfalls würden alternative Angebote zunehmend attraktiver erscheinen. Um sich stärker in den Unternehmen zu verankern, will Zoom nun neben der Videokonferenz verstärkt auch die normale Telefonie in sein Angebot integrieren und beides verzahnen.

Als Türöffner jedenfalls hat sich die Pandemie für Zoom als großer Gewinn erwiesen. Die Zukunft wird zeigen, inwieweit Expansion und Wachstum darüber hinaus fortgesetzt werden können.

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Über den Autor
Felix-Reinecke
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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