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Tesla Motors: Tesla Aktie: Gut in Schwung oder überbewertet?

Alternative Energien, Solaranlagen, Elektroautos – man würde mit diesen Schlagworten nicht unbedingt Donald Trump assoziieren. Doch diese Bereiche bilden die elementaren Geschäftsfelder von Tesla. Und Tesla ist durchaus ein Unternehmen nach Trumps Geschmack.

Tesla baut seine Gigafactory in Nevada – und greift mit seinen Elektrofahrzeugen etablierte Autobauer rund um den Planeten an. Vor allem japanische und deutsche Konzerne fürchten den neuen Konkurrenten, den sie zu lang belächelten und nicht so recht ernstnehmen wollten.

Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Spätestens wenn in der zweiten Jahreshälfte die Produktion des Model 3 startet, wird der Druck auch auf hiesige Dax-Konzerne spürbar ansteigen.

Musk bestätigt ehrgeizigen Zeitplan

Dass es bei diesem ehrgeizigen Zeitplan bleiben soll, hat Tesla-Chef Elon Musk erst vor wenigen Tagen bestätigt im Rahmen der Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen. Demnach soll die Fertigung im Juli beginnen, die Serienproduktion des ersten Tesla-Fahrzeugs für die breiten Massen ist ab September geplant.

Mit dem Erfolg des Model 3 steht und fällt die Zukunft von Tesla. Mit einem Einstiegspreis von 35.000 Dollar spielt das Auto in einer deutlich niedrigeren Preisklasse als die bisherigen Modelle und greift die Konkurrenz direkt an – die zum Teil noch nicht mal am Markt ist. Der i3 aus dem Hause BMW ist zwar bereits etabliert, führt in der Flotte des Premiumherstellers jedoch eher ein Nischendasein. Vergleichbare Elektroautos von Audi, Mercedes und Porsche werden erst zwischen 2018 und 2020 erhältlich sein.

Bis dahin sieht sich Tesla längst als Massenlieferant. Für 2018 peilt das Unternehmen den Verkauf von rund 500.000 Fahrzeugen an. Bis 2020 soll dann die Marke von einer Million geknackt werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 lag das angepeilte Ziel bei gerade einmal 80.000 Fahrzeugen – und nicht einmal das wurde erreicht.

Ganz nach Trumps Geschmack

Was zurückhaltenden Beobachtern größenwahnsinnig vorkommen mag, ist genau der Ehrgeiz, der den neuen US-Präsidenten Trump beeindruckt. Auch er denkt gern in Superlativen und hochgesteckten Zielen. Kein Wunder also, dass er sich Musk als Wirtschaftsberater ins Boot geholt hat.

Und Tesla könnte davon durchaus profitieren – immerhin werden durch die neuen Produktionsstätten und die gigantischen Absatzziele Jobs in der darbenden US-Automobilindustrie geschaffen. Auch das ist ganz nach Trumps Geschmack.

Ganz nach dem Geschmack der Anleger fielen unterdessen die Quartalszahlen aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat Tesla seinen Umsatz um satte 88 Prozent steigern können auf 2,3 Milliarden US-Dollar. Zwar standen unterm Strich immer noch rote Zahlen. Doch die Verluste konnten deutlich eingedämmt werden und gingen zurück von gut 320 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf rund 121 Millionen Dollar.

Tesla Aktie: zu heiß gelaufen?

Dementsprechend profitierte auch die Tesla Aktie, die in den vergangenen Wochen bereits kräftig zugelegt hat und durch die Bilanzpräsentation neuen Schwung erhielt. Seit Mitte November hat sich das Papier um rund 50 Prozent verteuert und am 15. Februar ein neues Jahreshoch markiert bei 287,39 Dollar.

Analysten sind jedoch skeptisch und halten die Tesla Aktie nach der Rally für deutlich überbewertet. Das Risiko einer Kurskorrektur halten sie für recht hoch – und behielten mit dieser Einschätzung zuletzt auch Recht. Ende vergangener Woche verzeichnete der Kurs einen Knick um rund 5 Prozent. Wohin die Reise in Zukunft geht, entscheidet sich nicht zuletzt in diesem Jahr – durch das Model 3.

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Über den Autor Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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