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Mode-Aktien im Jahr 2023: Worauf Sie jetzt achten sollten!

Inhaltsverzeichnis

Erinnern Sie sich noch an die Zahlen von H&M zum dritten Geschäftsquartal 2022? Kurzum: Die Quartalsbilanz war verheerend, vor allem in Sachen Profit. Der Nettogewinn krachte zwischen Juni und Ende August um knapp 89 Prozent in sich zusammen.

Der Grund: Unter anderem wegen der hohen Energie- und Frachtkosten musste der Modehändler erhebliche Kostensteigerungen beim Einkauf von Waren hinnehmen. Und diese Zusatzbelastungen gab der Konzern nicht vollständig an die Endkunden weiter, um die Nachfrage nicht einbrechen zu lassen.

McKinsey-Studie zeichnet düsteres Bild

Das Beispiel H&M verdeutlicht die prekäre Lage der Modebranche. Aber das Schlimmste steht offenbar noch bevor. Zu diesem Schluss ist nun die Beratungsfirma McKinsey & Company gekommen.

Die Branche steuert demnach auf einen Abschwung zu. Der neuen Studie zufolge rechnen rund 56 Prozent der Verantwortlichen in der Modebranche mit einer Verschlechterung der Bedingungen. Und das obwohl sich die Branche nach der Corona-Flaute zunächst schnell erholt hatte.

Laut McKinsey war der globale Umsatz der Modeindustrie 2021 um 21 Prozent gegenüber 2020 gestiegen. In der ersten Jahreshälfte 2022 reichte es demnach noch für ein Plus von 13 Prozent.

Luxus vs. Casual: Die zwei Welten der Modebranche driften weiter auseinander

Für 2023 sehen die Experten hingegen eine differenzierte Entwicklung. So soll das Wachstum der Modebranche im Luxussegment immerhin von 5 bis 10 Prozent reichen. Für den Rest der Branche dürften die Geschäfte aber stagnieren oder gar negativ ausfallen

Ähnlich wie in der Autobranche können die Luxus-Modefirmen die Inflation wesentlich besser wegstecken, da deren Kundschaft Preissteigerungen eher mitgehen kann als etwa die Kunden von H&M.

Der deutsche Konzern Hugo Boss beispielsweise, der eher auf den gehobenen Einzelhandel abzielt, konnte zuletzt seinen Gewinn steigern und sogar die Prognose erhöhen. Noch besser sieht es bei den absoluten Edelmarken wie Gucci oder Yves Saint Laurent aus. Der dahinterstehende, französische Konzern Kering verdient daran trotz aller Krisen immer noch prächtig. Und auch der Luxus-Primus LVMH (u.a. Louis-Vuitton) meldete kürzlich eine dynamische Nachfrage gerade im Modebereich.

McKinsey betont, dass Haushalte mit niedrigerem Einkommen ihre Ausgaben für nicht unbedingt notwendige Anschaffungen wie Mode noch deutlicher einschränken werden. Haushalte mit höherem Einkommen hingegen bleiben demnach von der Krise weit weniger betroffen.

Potenzial im Nahen Osten – Risiken in Europa und China

Aber auch mit Blick auf die Regionen sehen die Experten signifikante Unterschiede. So dürfte die Branche zum Beispiel im Nahen Osten relativ gut durch das nächste Jahr kommen. Laut der Studie verbinden 88 Prozent der von McKinsey befragten Mode-Führungskräfte die Region mit ähnlichen oder sogar vielversprechenderen Wachstumsaussichten für 2023 im Vergleich zum Vorjahr.

In Europa hingegen seien die Aussichten wegen der hohen Inflation und der drohenden Rezession in einigen Märkten stark eingetrübt. Und auch in Sachen China zeigt sich McKinsey pessimistisch und betont den erwarteten Wirtschaftsrückgang im nächsten Jahr.

Dort sollen die strengen Corona-Maßnahmen nun zwar gelockert werden. Doch die westliche Modebranche steht in der Volksrepublik unter erheblichem politischen Druck vonseiten der Kommunistischen Partei, die ihre Bevölkerung viel lieber in heimischer Bekleidung sehen will.

H&M will 1.500 Stellen streichen

Für H&M ist das keine gute Nachricht. Der Konzern ist neben den USA vor allem in Europa und China tätig. Deshalb muss der Modehändler jetzt aufs Bremspedal drücken. Bereits im September hatte H&M ein Kostenprogramm angekündigt. Vor wenigen Tagen konkretisierte das Management nun eine Maßnahme: Demnach sollen rund 1.500 Stellen gestrichen werden.

Die Sparmaßnahme soll in der zweiten Jahreshälfte 2023 wirksam werden und ab dann eine jährliche Einsparung von 2 Milliarden Schwedischen Kronen bewirken. Das sind umgerechnet 180 Millionen Euro. Für die betroffenen Mitarbeiter mag das zwar eine bittere Pille sein, für die seit Februar strauchelnde Aktie hingegen sind die Stellenstreichungen immerhin ein Lichtblick.

Wichtige Termine stehen an

Ohnehin ist bei der H&M-Aktie nicht alles schlecht. Durch sein umfangreiches US-Geschäft profitiert das Unternehmen von günstigeren Wechselkurseffekten, wenn der US-Dollar abwertet. Und eben eine solche Entwicklung deutet sich derzeit an, auch weil die US-Notenbank Fed bei der anstehenden Zinssitzung am 13. und 14. Dezember wohl das Tempo drosseln wird.

Wichtig für Sie als Anleger: Neben der Fed-Sitzung steht für H&M in dieser Woche noch ein weiterer bedeutender Termin an. Am 15. Dezember will der Modekonzern aktuelle Verkaufszahlen veröffentlichen. Wir dürfen also gespannt sein.