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Micron Technology – Krisenmodus wegen schwacher Nachfrage

Inhaltsverzeichnis

Der US-amerikanische Technologie-Konzern Micron Technology – einer der weltweit größten Halbleiterhersteller – muss zum Beginn des Geschäftsjahres einen Umsatzeinbruch hinnehmen und rutscht in die Verlustzone.

Umsatz beinahe halbiert

Im Vergleich zum Vorjahresquartal reduzierte sich der Umsatz von Micron in dem am 1. Dezember 2022 beendeten ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023 um 46,9 Prozent auf 4,1 Milliarden US-Dollar (umgerechnet knapp 3,85 Milliarden Euro). Die Bruttomarge des im S&P 500 und im NASDAQ-100 notierten Konzerns rutschte von 46,4 auf 21,9 Prozent ab.

Verantwortlich für den Umsatzeinbruch ist in erster Linie eine deutliche Abschwächung der globalen Nachfrage als Folge von Inflation, steigenden Zinsen, der weiterhin schwelenden Corona-Situation in China und geopolitischen Unsicherheitsfaktoren.

Unternehmenschef Sanjay Mehrotra verweist zudem auf das schwerwiegendste Angebots-Nachfrage-Ungleichgewicht seit 13 Jahren. Als Reaktion darauf sollen neben generellen Sparanstrengungen etwa 10 Prozent der rund 48.000 Stellen im Unternehmen gestrichen werden, zudem soll die Angebotsmenge reduziert werden.

Verluste im erwarteten Rahmen

Nachdem Micron im Vorjahreszeitraum aufgrund der damals hohen Nachfrage bei wegen des Chipmangels knappem Angebot einen hohen Betriebsgewinn von gut 2,6 Milliarden Dollar vermelden konnte, wurde im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres ein Verlust in Höhe von 209 Millionen Dollar verzeichnet. Das Nettoergebnis fiel von plus 2,3 Milliarden auf minus 195 Millionen Dollar, woraus sich ein Verlust je Aktie von 0,18 Dollar nach einem Gewinn von 2,04 Dollar ein Jahr zuvor ergibt (jeweils nach GAAP-Bilanzierung).

Nach der bereinigten Non-GAAP-Berechnung sieht es ein wenig besser aus: So ergibt sich ein Betriebsverlust von 65 Millionen Dollar bei einem Nettoverlust von 39 Millionen Dollar und einem Ergebnis je Aktie von minus 0,04 Dollar. Branchenanalysten hatten im Vorfeld mit leicht besseren Werten gerechnet.

Ausblick lässt schwieriges Jahr erwarten

Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2023 erwartet das Management von Micron in vielen seiner Schlüsselmärkte eine weitere Verschärfung der kritischen Situation. Demnach wird beim Umsatz ein Wert zwischen 3,6 und 4 Milliarden Dollar anvisiert und somit ein weiterer Rückgang prognostiziert. Die Bruttomarge soll zwischen 5 und 10 Prozent (GAAP) respektive 6 und 11 Prozent (Non-GAAP) liegen, und beim Ergebnis je Aktie wird mit einem Verlust von 0,69 bis 0,89 Dollar (GAAP) beziehungsweise 0,52 bis 0,72 Dollar (Non-GAAP) gerechnet. Die Umsatzprognose liegt etwas höher als von Experten im Schnitt berechnet, der erwartete Verlust je Aktie fällt dafür deutlich höher aus als gedacht. Trotz dieses wenig vielversprechenden Ausblicks hat in einer ersten Reaktion auf die Zahlen Credit Suisse die Kaufempfehlung mit dem bisherigen Kursziel von 66 Dollar bestätigt. Dennoch lag die Micron-Aktie im Minus.