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Luxus-Aktie schwimmt im Geld – das gefällt nicht jedem!

Inhaltsverzeichnis

Haben Sie auch diese Bilder im Fernsehen gesehen? Am Donnerstag sind Demonstranten in Paris in die Zentrale des Luxusgüterkonzerns LVMH in der Nähe des Arc de Triomphe eingedrungen und haben dort Feuerwerkskörper gezündet und lautstark ihren Unmut kundgetan.

Hintergrund ist die von Präsident Emmanuel Macron durchgepeitschte Rentenreform. Aber warum hat sich der Protest auch gegen LVMH gerichtet? Nun, gegenüber dem US-Sender CNN brachte es der französische Gewerkschaftsführer Fabien Villedieu auf den Punkt: „Wenn Macron Mittel zur Finanzierung des überarbeiteten Rentensystems benötigt, sollte er hierher kommen, um sie zu finden.“

Heiße Proteste vs. rekordhohe LVMH-Aktie

Einen Tag zuvor, am Mittwoch, hat der Konzern nämlich seine neusten Quartalszahlen veröffentlicht und wieder einmal gezeigt, dass Luxuswaren auch in Krisenzeiten das Nonplusultra sind. Es ist ein schier glänzendes Zahlenwerk, das LVMH seinen Anlegern abermals präsentierte.

Die LVMH-Aktie schoss daraufhin am Donnerstag und Freitagvormittag auf ein neues Rekordhoch, wie Sie im Chart[1] sehen können (Kursstand: 14.04.2023, 9:30 Uhr, Börse Stuttgart):

Seit Anfang 2022 legte der Titel somit um beachtliche 20 Prozent zu, trotz zwischenzeitlicher Einbrüche.

Doch zunächst: Was ist LVMH überhaupt?  

Die Moët Hennessy – Louis Vuitton SE hält die Rechte an rund 75 Marken, die in Tausenden Geschäften rund um den Globus verkauft werden und ist damit das größte Luxusgüterimperium der Welt. Den gesamten Umfang des französischen Konzerns an dieser Stelle aufzulisten, würde den Rahmen sprengen. Deshalb nur die wichtigsten Marken:

  • Moët & Chandon (Champagner)
  • Dom Pérignon (Champagner)
  • Louis Vuitton (Bekleidung und Lederwaren)
  • Marc Jacobs (Mode)
  • Dior (Bekleidung und Parfüms)
  • Bulgari (Parfüms und Schmuck)
  • Tag Heuer (Uhren)

So stark schlug sich der Konzern in Q1 2023

Im ersten Quartal 2023 hat LVMH seinen Umsatz um satte 17 Prozent auf rund 21 Milliarden Euro gesteigert. Damit lagen die Erlöse noch einmal eine Milliarde über den durchschnittlichen Analystenerwartungen. Die stärksten Zuwächse verzeichneten die Franzosen in der noch relativ kleinen Einzelhandelssparte. Hierüber betreibt LVMH seine Duty-Free-Shops der DFS-Gruppe sowie die Parfümeriekette Sephora. Die Sparte legte beim Umsatz um beachtliche 30 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zu.

LVMH profitiert hier unter anderem von der höheren Frequentierung der Flughäfen infolge der Corona-Lockerungen. Viele Fluggäste lassen sich an den Airports vor ihrem Abflug zu Spontankäufen hinreißen und greifen hierfür auf die DFS-Shops zurück. Gerade in Asien habe es nach Aufhebung der Virus-Maßnahmen einen deutlichen Aufschwung gegeben, betonte der Konzern.

Signifikant im Plus war auch das Geschäft mit Mode und Lederwaren, dessen Umsätze um 18 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro zulegten. „Fashion & Leather Goods“ war damit erneut die mit Abstand größte Sparte von LVMH, zu der unter anderem Louis Vuitton, Dior und Loewe gehören.

Etwas weniger Wachstum erzielten indes die Konzernbereiche rund um Parfüme und Kosmetik (+11 % auf 2,1 Mrd. €) sowie um Uhren und Schmuck (+11 % auf 2,6 Mrd. €). Schwächeerscheinungen gab es hingegen im Spirituosengeschäft „Wines & Spirits“, das nur um 3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zulegen konnte.

Zum Gewinn machte das Unternehmen am letzten Mittwoch indes keine Aussagen. Beobachter erwarten aber, dass der Profit in Q1 2023 ebenfalls deutlich zugelegt hat. Zumindest hatte LVMH noch im letzten Jahr an den höheren Erlösen ordentlich verdient – mit einem operativen Gewinnschub um  knapp ein Viertel auf rund 21 Milliarden Euro.

LVMH-Aktie: Analysten sehen immer noch Luft nach oben

„Luxus geht immer“. Diese alte Börsenweisheit hat sich erneut bewahrheitet. Während andere Konsumgüterunternehmen unter der Zurückhaltung der Verbraucher in Zeiten hoher Inflation leiden, kann LVMH auf seine zahlungskräftige Kundschaft zurückgreifen, die höhere Preise eher mitgehen kann.

Einige Analysten jedenfalls sind jetzt euphorisch gestimmt und schreiben der Aktie trotz der jüngsten Aufwärtsbewegungen weiteres Renditepotenzial zu.

So hat Zuzanna Pusz von der Schweizer Großbank UBS ihr Kursziel für die LVMH-Aktie von 955 auf 988 Euro angehoben. Das wäre gegenüber dem Kursstand vom Freitagvormittag (890 Euro, 14.04.2023, 9:30 Uhr) ein mögliches Plus von weiteren 10 Prozent. Noch optimistischer ist Natasha Brilliant von der Schweizer Bank Credit Suisse gestimmt, die ihr Kursziel von 960 Euro gar über die 1.000-Euro-Schwelle angehoben hat (1.005 €).

Nahezu alle Experten wiesen auf die solide Umsatzentwicklung hin und betonten die über den Erwartungen liegenden Zahlen. Chiara Battistini von der US-Bank JPMorgan  jedoch hat auch vorsichtige Töne angeschlagen, obwohl auch sie ihr Kursziel erhöhte (von 815 auf 900 €). Demnach hat LVMH in der Analysten-Telefonkonferenz nicht durchweg positive Signale gesendet. So scheine die Erholung in China nach dem Ende der dortigen No-Covid-Politik nicht so schnell abzulaufen, wie einige Optimisten bislang argumentiert hätten, schrieb Battistini in ihrer neuen Studie (via dpa-AFX).

Wie dem auch sei: Die lautstarken Proteste in und um der LVMH-Zentrale in Paris ließen die Anleger und die Analysten zunächst kalt.


[1] Quelle: www.aktienscreener.com