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Ludwig Beck – Oktoberfest sorgt für Boom bei Trachten

Inhaltsverzeichnis

Das auf Mode spezialisierte Münchener Kaufhaus-Unternehmen Ludwig Beck legt trotz der widrigen Rahmenbedingungen solide Quartalszahlen vor. Für die nähere Zukunft zeigt man sich angesichts der zunehmenden Kaufzurückhaltung der Konsumenten aber sehr vorsichtig.

Oktoberfest treibt Umsatz nach oben

Vom 1. Januar bis zum Ende des dritten Quartals des Geschäftsjahres am 30. September 2022 steigerte Ludwig Beck seinen Bruttoumsatz gegenüber dem noch teilweise von staatlichen Corona-Beschränkungen geprägten Vorjahreszeitraum um 41 Prozent auf 56,4 Millionen Euro. Davon wurden mit 22,4 Millionen Euro fast 40 Prozent im dritten Quartal erwirtschaftet, im Vergleich zum Vorjahresquartal ergab sich ein Umsatzplus von 13 Prozent.

Ein wesentlicher Treiber für dieses starke Quartal war die erst im März neu eröffnete Trachtenabteilung, deren Umsätze dank des erstmals seit Pandemie-Ausbruch wieder stattfindenden Oktoberfests laut Management sogar das Niveau von 2019 weit übertrafen.

Ergebnisse entwickeln sich positiv

Angesichts der deutlichen Umsatzsteigerung konnte Ludwig Beck in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2022 auch seinen Nettorohertrag erheblich verbessern. Mit einem Wert von 23,2 Millionen Euro gelang im Vorjahresvergleich ein Sprung um fast 53 Prozent nach oben. Die sonstigen betrieblichen Erträge halbierten sich auf 3,1 Millionen Euro, was in erster Linie mit deutlich höheren staatlichen Überbrückungshilfen im Vorjahr zu erklären ist.

Beim operativen Ergebnis (EBIT) gelang von Anfang Januar bis Ende September mit 1 Million Euro der Schritt in die Gewinnzone, nachdem 2021 noch ein kleines Minus von 0,4 Millionen Euro zu Buche stand. Der Nettoverlust wurde von 1,5 Millionen Euro auf 0,1 Millionen Euro deutlich reduziert, das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von -0,41 Euro ein Jahr zuvor auf -0,03 Euro.

Ukraine-Krieg und drohende Rezession – unsichere Zukunft

Obwohl Ludwig Beck die u.a. durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg getriebenen vielfältigen Unsicherheitsfaktoren von Lieferkettenproblemen bis zu einer drohenden Rezession in Europa bislang recht gut gemeistert hat, gibt sich das Management für die nähere Zukunft sehr vorsichtig. Entscheidend dafür, ob man die Ergebnisprognosen für das Gesamtjahr wird erfüllen können, sei das Schlussquartal, das für Ludwig Beck traditionell das umsatzstärkste Vierteljahr ist.

Und wie gut das ausfallen wird, ist angesichts der zunehmenden Kaufzurückhaltung der Kunden wegen der hohen Inflation und der pessimistischen gesamtwirtschaftlichen Aussichten ungewiss. Sollte es auch noch erneut zu Corona bedingten staatlichen Einschränkungen kommen, wäre die Prognose wohl kaum zu halten.

Die Ludwig Beck-Aktie entwickelte sich in diesem Jahr erheblich besser als der Markt und liegt trotz einiger Aufs und Abs in etwa auf dem Niveau von Anfang Januar. Auf die Quartalszahlen reagieren die Anleger im deutschen Vormittagshandel kaum, die Aktie liegt um weniger als 1 Prozent im Plus bei 27,40 Euro.