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Aktien: LSE Aktie: Neuer Chef, neues Glück?

2017 war für die Börsen ein Katastrophenjahr – zwar nicht unbedingt für die Anleger, denn die konnten, je nach Ausrichtung ihres Depots, satte Gewinne einstreichen. Doch für die Betreiber der Frankfurter wie auch der Londoner Börse war es ein Jahr zum Abhaken.

Lange hatten beide Unternehmen um eine Fusion gerungen, immer wieder kochte die Gerüchteküche hoch, die Verhandlungen liefen auf Hochtouren – bis der geplante Deal im Frühjahr 2017 final scheiterte. Die Wettbewerbshüter in Brüssel hatten einen Riegel vorgeschoben, das Vorhaben war geplatzt, das Chaos groß und die Schlagzeilen schlecht.

LSE und Deutsche Börse mit neuen Chefs

In der Folge mühten sich beide Beteiligten, die Wogen zu glätten, was letztlich auch an der jeweiligen Führungsspitze nicht spurlos vorbeiging. In Frankfurt trat Carsten Kengeter als Chef der Deutschen Börse Ende des Jahres nach nur zwei Jahren im Amt zurück, nachdem er monatelang wegen des Vorwurfs angeblicher Insidergeschäfte in der Kritik gestanden hatte. Seine Nachfolge trat Anfang des Jahres Theodor Weimer an.

In London verabschiedete sich Xavier Rolet ebenfalls Ende 2017 nach fast neun Jahren von der Spitze der London Stock Exchange (LSE) und somit ein Jahr früher als geplant: Angekündigt hatte er seinen Rückzug für Ende 2018. Hintergrund war ein Machtkampf zwischen dem aktivistischen Investor Christopher Hohn und dem Verwaltungsratschef Donald Brydon, der mit Ablauf seiner Amtszeit 2019 ebenfalls ausscheiden wird.

Seither leitete Finanzvorstand David Warren die Geschicke der LSE als Interimschef, bis vor wenigen Wochen endlich ein Nachfolger für Rolet gewonnen werden konnte: Mit David Schwimmer steht nun ein Investmentbanker von Goldman Sachs an der Spitze der Londoner Börse.

LSE Aktie: Strategische Herausforderungen

Schwimmers Aufgabe wird es nun erst einmal sein, die Führungsmannschaft nach den Turbulenzen des Vorjahres wieder auf eine gemeinsame Linie zu bringen. Darüber hinaus muss sich die LSE positionieren für die Zeit nach dem Brexit, der mit schnellen Schritten näher rückt und nach wie vor mehr Fragen als Antworten bereithält.

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Und auch in Frankfurt brechen neue Zeiten an. Hatte es im Zuge der Fusionspläne stets geheißen, beide Börsenplätze wären für sich allein genommen zu klein und unbedeutend, um langfristig im globalen Markt bestehen zu können, setzt die Deutsche Börse nun auf genau diese Strategie: Wachstum aus eigener Kraft.

Dafür sind zugleich Investitionen in bestehende Geschäfte als auch Kosteneinsparungen bis 2020 geplant. Die Erlöse sollen bis 2020 um mindestens 5 Prozent pro Jahr gesteigert werden, der Gewinn um 10 bis 15 Prozent, Sondereffekte ausgenommen. Weitere Details zur strategischen Ausrichtung der Deutschen Börse hat Weimer für den Investorentag am 30. Mai angekündigt.

Anleger haben die geplatzte Fusion mittlerweile offenbar verziehen: Die Aktie der Deutschen Börse bewegt sich auf Jahressicht gut 22 Prozentpunkte im Plus, die LSE Aktie zog mit rund 26 Prozent noch etwas kräftiger an.

 

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Über den Autor
Felix-Reinecke
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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