LPKF mit solidem Start in das Geschäftsjahr 2024

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Der niedersächsische Laserspezialist LPKF Laser & Electronics SE ist nach eigenen Angaben planmäßig in das Geschäftsjahr 2024 gestartet. So lagen sowohl der in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres erzielte Umsatz als auch das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) im Prognosekorridor.

Bevor ich näher auf die neuesten Quartalszahlen der LPKF SE eingehe, möchte ich Ihnen das im B2B-Geschäft tätige und in der breiten Öffentlichkeit daher eher unbekannte Unternehmen kurz vorstellen.

Die LPKF Laser & Electronics SE im Kurzporträt

Die in Garbsen bei Hannover ansässige LPKF Laser & Electronics SE ist laut eigener Aussage ein führender Anbieter von laserbasierten Lösungen für die Technologieindustrie. Der Name des Unternehmens leitet sich von dem Begriff Leiterplatten-Kopierfräse, einem Produkt des Unternehmens, ab.

Als Laserspezialist verfügt LPKF über eine ausgewiesene Expertise auf den Gebieten Lasertechnologie, Präzisionsmechanik und Software. Lasersysteme der Niedersachsen werden für die Herstellung von Leiterplatten, Mikrochips, Automobilteilen, Solarmodulen und vielen weiteren Komponenten eingesetzt.

Die 1976 gegründete LPKF ist in mehr als 70 Ländern vertreten und hat 11 Niederlassungen in Europa, Asien und Nordamerika. Die rund 750 LPKF-Mitarbeiter haben im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 124,3 Mio. Euro erwirtschaftet. Der operative Gewinn (EBIT) lag bei 3,7 Mio. Euro.

Solide Geschäftszahlen im 1. Quartal 2024

Im Zeitraum Januar bis März 2024 erzielte LPKF einen Umsatz von 25,4 Mio. Euro. Das waren 26% mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Damit lag der im 1. Quartal 2024 erzielte Umsatz am oberen Rand der Prognose, die von einem Quartalsumsatz zwischen 23 und 26 Mio. Euro ausgegangen war.

Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (bereinigtes EBIT) belief sich im 1. Quartal 2024 auf -4,3 Mio. Euro und lag damit um 34% über dem Vorjahreswert von -6,6 Mio. Euro. Auch hier konnte der Prognosekorridor, der von einem EBIT zwischen -6 und -3 Mio. Euro ausgegangen war, erreicht werden.

Die Auftragsentwicklung hat die Erwartungen des LPKF-Vorstands jedoch nicht erfüllt. So lag der Auftragseingang im 1. Quartal 2024 bei 33,2 Mio. Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte dieser Wert noch bei 39,6 Mio. Euro gelegen.

Der Auftragsbestand fiel von 82,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 67,3 Mio. Euro im 1. Quartal 2024. Allerdings ist die Projektpipeline laut Unternehmensangaben weiterhin gut gefüllt. Der Vorstand fokussiert sich darauf, daraus im laufenden Geschäftsjahr Aufträge und Umsatz zu generieren.

Prognosen für 2024

Der LPKF-Vorstand bleibt optimistisch, was den weiteren Geschäftsverlauf des Unternehmens angeht. Für das laufende 2. Quartal rechnet der Vorstand mit einem Umsatz von 28 bis 33 Mio. Euro und einem bereinigten EBIT zwischen -3 und +2 Mio. Euro.

Für das Geschäftsjahr 2024 prognostiziert der LPKF-Vorstand einen Umsatz von 130 bis 140 Mio. Euro und eine bereinigte operative Gewinnmarge (bereinigte EBIT-Marge) zwischen 4 und 8%. Mittelfristig will der Laserspezialist eine attraktive einstellige Wachstumsrate für das Kerngeschäft erzielen.

Neben dem Kerngeschäft sollen die neuen Geschäftsinitiativen im Halbleiter-, Display- und Biotechnologiemarkt mittelfristig insgesamt einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Umsatz beisteuern.

Angesichts dessen, dass das Unternehmen im Rahmen einer älteren Mittelfristprognose für dieses Jahr noch einen Umsatz von 360 Mio. Euro und eine EBIT-Marge von „mindestens“ 25% in Aussicht gestellt hatte, sind die nun kommunizierten Erwartungen für 2024 eine herbe Enttäuschung.

Allerdings muss erwähnt werden, dass das LPKF-Management die ursprüngliche Prognose für 2024 bereits Ende Juli 2022 zurückgenommen hatte. Wenn LPKF das meines Erachtens zweifelsohne vorhandene Potenzial der Produkte in operative Erfolge ummünzen kann, könnte die LPKF-Aktie ein sehr spannender Turnaround-Kandidat werden. Aktuell ist die Aktie für mich aber kein Kauf-Kandidat.