K+S – Gesalzene Gewinne, gepfefferte Dividende

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Wenn ein Unternehmenschef von einem „herausragenden Jahr“ spricht, muss das Geschäft schon fast unverschämt gut gelaufen sein. Beim Kali- und Salzkonzern K+S war das 2022 der Fall. Aber das neue Geschäftsjahr wird wesentlich mühsamer.

Steiler Anstieg der Kalipreise sorgt für Umsatzschub

Umsätze und Erträge des MDAX-Unternehmens hängen wesentlich von den Preisen für seine beiden wichtigsten Rohstoffe Kali und Salz ab. Und da sah es 2022 vor allem bei Kali ausgezeichnet aus.

Der Beginn des Kriegs in der Ukraine trieb die Notierungen in die Höhe. Denn Russland und Weißrussland sind neben Kanada die größten Produzenten, und beide Länder konnten wegen Sanktionen und anderen Hindernissen nicht so viel Kali verkaufen wie zuvor.

Diese zeitweise Verknappung des Angebots hievte das Preisniveau nach oben. K+S profitierte davon stark. So gelang es, trotz geringerer Absatzmengen die Umsätze massiv zu steigern. Sie kletterten um 77% auf 5,7 Milliarden Euro. Dabei verdoppelten sich die Erlöse im Kali-Bereich, der als Segment Landwirtschaft läuft, nahezu und erreichten rund 4,4 Milliarden Euro.

Das Salzgeschäft, das als Kundensegment Industrie firmiert, legte immerhin noch um 29% auf 1,2 Milliarden Euro zu. Diese Zahlen entsprachen im Großen und Ganzen den Erwartungen der Analysten.

Aktienrückkäufe plus Dividendenerhöhung

Bei den Erträgen sah es noch besser aus. Das operative Ergebnis (EBITDA) schnellte um 118% auf 2,4 Milliarden Euro nach oben. Dabei spielte es eine große Rolle, dass K+S langfristige Gaslieferverträge abgeschlossen hatte, so dass die Kostensteigerungen in Grenzen gehalten werden konnten.

Das Ergebnis je Aktie war allerdings rückläufig. Es fiel von 11,40 auf 7,81 Euro, lag damit aber noch knapp über den Marktprognosen von 7,50 Euro. Hierfür war mit ausschlaggebend, dass der Kasseler Konzern erhebliche Kosten für das Hedging verbuchte, also die Absicherung der Rohstoffpreise.

Für das „herausragende“ Geschäftsjahr 2022 werden die Aktionäre doppelt bedacht: Erstens mit einer Dividendenerhöhung von 20 Cents je Aktie auf 1,00 Euro. Das lag unterhalb der Marktprognosen. Hinzu kommt aber, dass K+S zusätzlich 200 Millionen Euro für Aktienrückkäufe aufwenden werden will. Das entspräche nochmals etwa einen Euro je Aktie und war von Analysten so nicht erwartet worden.

Ausblick für 2023 überrascht positiv

Da nach dem steilen Anstieg die Kalipreise wieder etwas zurückgegangen sind, rechnet das K+S-Management um Firmenchef Burkhard Lohr im laufenden Geschäftsjahr 2023 mit einem deutlich geringeren operativen Gewinn. Er werde zwar den Spitzenwert von 2022 nicht erreichen, aber mit einem EBITDA von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro besser ausfallen als von Analysten vorausgesagt. Denn im historischen Vergleich bewegen sich die Kalipreise immer noch auf einem recht hohen Niveau. Nach der Bekanntgabe der Zahlen hat die Aktie von K+S zugelegt und bewegt sich am Vormittag bei Kursen knapp unter 22 Euro. Im Zwölfmonatsvergleich hat sie damit zwar rund 12% eingebüßt, aber im Dreijahreszeitraum um über 300% zugelegt. Zwei US-Investmentbanken haben heute ihre Kaufempfehlungen erneuert: Jefferies mit einem Kursziel von 29 Euro und JPMorgan mit 26 Euro.