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Konventionelle Biokraftstoffe: Vom Megatrend zum Verlierer

Inhaltsverzeichnis

Biokraftstoffe haben bei der Dekarbonisierung – dem Ausstieg aus fossilen Energiequellen schon immer eine wichtige Rolle. Seit mehr als 10 Jahren geht es aber mit ihrem Image deutlich bergab. Doch jetzt könnte den Biokraftstoffen nach aktuellen Studien bald das Aus drohen.

Die alte Teller- oder Tank-Debatte flammt wieder auf

Die Verteuerung der Lebensmittelpreise durch die geänderte Nutzung von landwirtschaftlichen Anbauflächen warfen 2008 die ersten Schatten auf das saubere Bild der Biokraftstoffe. Warum Regenwälder gerodet werden, wenn die Erzeugnisse später im Tank und nicht auf dem Teller landen? Das spricht nicht unbedingt für die Produktion von Biokraftstoffen. Durch den sich verschärfenden Klimawandel rückt diese Debatte jetzt wieder in den Fokus.

USA: 40% der Maisernte werden als Sprit verwendet

Dennoch: In den USA gehen aktuell 30 bis 40% der Maisernte, in Brasilien zwischen 50 und 60% der Zuckerrohrernte in die Ethanolherstellung. In Europa sind es vor allem pflanzliche Öle wie zl, die hier eine wichtige Rolle spielen. Laut einer Prognose der EU-Kommission wird die Nachfrage nach Biodiesel bis 2030 um etwa 10% sinken, während die Nachfrage nach konventionellen Kraftstoffen im gleichen Zeitraum wohl um 20% abnehmen wird.

Die Nachfrage nach Bio- und herkömmlichen Kraftstoffen wird sinken

Gründe hierfür: der insgesamt sinkende Kraftstoffverbrauch und die steigenden Beimischungsvorgaben für Ethanol. Weil etwa zwei Drittel der Rapsproduktion in Deutschland in die Herstellung von Biodiesel fließen, ist davon auszugehen, dass sich auch die Rapsverarbeitung in der EU bis 2030 leicht rückläufig entwickeln wird.

Biokraftstoffe sind sehr teuer

Die Produktion von Biokraftstoffen ist nach wie vor sehr teuer. Laut IEA kostet die Herstellung von konventionellem Biokraftstoff (also aus Mais, Rapsöl, Zucke etc.) zwischen 70 bis 130 US$ pro Barrel Öläquivalent. Bei der Produktion von fortgeschrittenen Biokraftstoffen (also aus Zellulose oder pflanzlichen Abfällen) liegen die Produktionskosten sogar bei 80 bis 160 US$.

Die Konkurrenz zu Nahrungsmitteln verschärft sich

Hinzu kommt, dass sich der Konkurrenzkampf zur Nahrungsmittelproduktion weiterhin verschärft und somit der Vorrat an Grundstoffen weder unbegrenzt preiswert noch nachhaltig ist. Man wird also auch langfristig auf staatliche Unterstützung angewiesen sein, also Maßnahmen wie Subventionen oder Beimischungsvorgaben.

Wohin geht die Reise?

Die Internationale Energieagentur und NZE (Net Zero Emissions) rechnet in verschiedenen Szenarien bei den Biokraftstoffen weiterhin mit einer Nachfrage von 5,5 oder 6,5 Mio. Barrel pro Tag erwarten, sind doch folgende Entwicklungen unverkennbar: Ab 2030 verlagert sich die Nachfrage weg Biokraftstoffen hinzu zu mehr und mehr elektrifizierten PKWs und LKWs sowie zum Schiffs- und Flugverkehr.

Fazit: Biokraftstoffen bieten beim Kampf gegen den Klimawandel keine Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen. So wird aus einem Megatrend ein Verlierer, und darauf können Sie in Ihrem Depot getrost verzichten.